Autor: Anneke

Mutter und Tochter im Gespräch auf einer Parkbank

Kommunikation mit Kleinkindern: Was wir nicht sehen können

Der Abend ist eine spannende Zeit: Die Familie kommt nach Hause, verschiedene Erlebnisse des Tages prallen aufeinander und alle müssen sich erst wieder finden. Nicht immer ergibt sich die Möglichkeit, über die Erlebnisse des Tages ausführlich zu sprechen. Während wir Erwachsenen das vielleicht noch bei einem Kaffee oder Tee schaffen, ist es für Kinder wesentlich schwieriger, genau in dem Moment eine Antwort zu formulieren, in der man versucht herauszufinden, wie der Tag war. Auf die Frage “Wie war es in der Kita?” bekommt man ja höchstens mal ein “gut” zurück, weil diese Frage und ihr Bedeutungshorizont noch nicht mit dem übereinstimmen, was die Kinder darunter verstehen. Sie können noch nicht wissen, dass wir Erwachsenen in der Regel mit einer Abwägung positiver und negativer Erlebnisse antworten würden. Statt eines reflektierenden Moments entlädt sich stattdessen an manchen (vielen) Tagen die Stimmung, es ist laut und wild und irgendwie ist jemand unzufrieden, ohne dass das Problem allen Beteiligten bewusst sein könnte. Vielleicht gab es in der Kita Streit mit einem anderen Kind, vielleicht ist die Lieblingshose zu klein …

bunte Stoffwindeln der Marke Windelinge im Vordergrund, Saugeinlagen im Hintergrund

4 Tipps für weniger Müll beim Windelnwechseln

In den vergangenen drei Jahren haben wir sehr viele Windeln gewechselt – erst bei der großen Tochter, seit Oktober beim Babysohn. Bei unserer Tochter hatten wir in den ersten Monaten keine eigene Waschmaschine in unserer Wohnung und Stoffwindeln waren denkbar ungünstig, weshalb wir in diesen Monaten hauptsächlich Wegwerf-Windeln verwendeten. Es war so viel Müll, dass wir es nur schwer mit unserem Gewissen vereinbaren konnten und es uns irgendwann auch einfach nur noch genervt hat. Eine Wegwerfwindel geht nicht nur in der Produktion auf Kosten der Umwelt, viele sind auch nicht besonders klasse für das Kind und über die Abfallbeseitigung brauchen wir vermutlich gar nicht erst sprechen. Sobald es möglich war, hieß es daher: Keinen überflüssigen Müll mehr produzieren, vor allem nicht mit Produkten für die Kinder selbst. Das klappt nicht immer, auch bei uns findet man Wegwerf-Windeln für bestimmte Situationen. Es klappt allerdings immer besser, daher kommen hier vier unserer einfachen Tipps, wie man beim Windelnwechseln Müll – und langfristig vor allem auch Geld! – sparen kann. Tipp 1: Stoffwindeln verwenden Tipp 1 ist relativ …

„… ich zähle jetzt bis drei!“

Es gibt ja so Sätze, von denen man sich vornimmt, sie nie zu sagen. Also so auf gar keinen Fall. Sätze, die uns entweder aus unserer eigenen Kindheit, aus dem Fernsehen, aus Büchern oder aus den Erzählungen anderer begegnen. Diese Sätze sind dennoch in unserem Gehirn gespeichert und können abgerufen werden. Manchmal purzeln sie auch einfach raus, aus Reflex, bevor wir richtig darüber nachdenken können. Am Wochenende haben wir gemerkt, dass wir bei dem aktuellen Uni-Stress, dem akuten Schlafmangel, der innerlichen Zerrissenheit zwischen all den anstehenden Aufgaben und der auch vor uns nicht Halt machenden Grippewelle manchmal nicht unser ruhigstes Selbst sind. Mein Mann verglich unsere Situation letztens mit einem Reisebus, der mit überhöhtem Tempo durch eine verwinkelte historische Innenstadt fährt in dem schweißtreibenden Versuch, nirgendwo gegenzufahren und dessen Bremsen leider kaputt sind, weshalb er nicht anhalten und den Ausweg suchen kann. Das traf es sehr gut. Meine Visualisierung meiner selbst trifft aktuell eher einen Oktopus mit etwas zu kleinen Armen, der nirgendwo richtig rankommt. Ein Arm für die Dreijährige, einer für das Baby, einer …

Weihnachtsvorbereitung: Ruhe finden zwischen Wochenbett und Schub

Diese Woche ist tatsächlich die letzte Woche meines Wochenbettes, die achte Woche nach der Geburt. Am Tag vor Heiligabend endet auch mein Mutterschutz auf der Arbeit und theoretisch auch im Studium, auch wenn ich schon seit zwei Wochen wieder Kurse besuche. Nicht nur das Wochenbett, auch die Vorweihnachtszeit ging viel zu schnell vorbei – ich habe gerade erst die halbe Weihnachtsdeko ausgepackt und diese Woche war die erste nach der Geburt, in der ich genügend Essen für die Tage im Tiefkühler vorbereitet hatte. Zwei, drei Wochen mehr würden mir gerade nicht schaden. Der Babysohn kommt momentan in seinen zweiten Schub und fordert mehr unserer Zeit und Kraft ein, als ich auf Anhieb finden kann und ich habe nicht das Gefühl, die Wohnung häufig verlassen zu können. Es mischen sich Emotionalität und Schlafmangel, regelmäßig ist die Nacht um 4:30 Uhr vorbei. Tipps für koffeinfreien Kaffee, der als Placebo wirkt, nehme ich gerne entgegen, denn die zwei Tassen am Tag, die ich schon überschreite, reichen nicht mehr. Das letzte, wonach ich mich gerade sehne, ist Stress – …

Der erste Uni-Besuch nach der Geburt

Am Montag war ich das erste Mal wieder in der Uni, ungefähr fünf Wochen nach der Geburt. Ursprünglich wollte ich die vollen acht Wochen Wochenbett und Mutterschutz zu Hause bleiben, doch nun bekam ich langsam Panik, dass ich die Prüfungen, die im Februar anstehen, dann nicht schaffe. Seit diesem Jahr gibt es Mutterschutz für Studierende und die Uni hat eigentlich keine Anwesenheitspflicht – dennoch ist es nicht so, dass es überall angekommen ist, dass einem das Weiterstudieren nach der Schutzfrist dadurch möglich sein muss. Für dieses Semester hatte ich vier Dozent*innen angefragt und ihnen die Situation geschildert, dass ich zwar die ersten Wochen des Semesters physisch nicht anwesend sein würde, aber gerne von zu Hause aus die Seminarunterlagen bearbeite und dann nach Ablauf der Mutterschutzfrist wieder teilnehmen würde. Mit zwei Dozenten war dies alles kein Problem, die beiden angefragten Dozentinnen reagierten jedoch anders. Eine schrieb, ich könne es ja versuchen. Den Kurs habe ich schonmal nicht besucht. Eine andere schrieb, dass wir am Ende sehen müssten, “ob es reicht”. Wenn ich mir manchmal angucke, womit …

Es ist anstrengend – im Moment

Wie anstrengend der Alltag mit dem neugeborenen Kind wahrgenommen wird, hängt von vielen Faktoren ab. Sowohl unsere Erwartungen als auch die Unterstützung durch das Umfeld, die individuellen Geburtserlebnisse und die aktuelle körperliche Verfassung sind dafür wichtig. Während wir einige dieser Bereiche gut steuern oder beeinflussen können, ist unser kleines Gegenüber wie eine Wundertüte. Temperament und Vorlieben kennen wir (noch) nicht. Manche Babys schreien sehr viel, alle sind unterschiedlich in Bezug auf ihre Gefühlsstärke. Auch sie wurden von der Geburt geprägt und haben noch keine Möglichkeit, darüber mit uns zu sprechen. Wir können nur raten, was sie gerade brauchen und uns langsam an Lösungen herantasten. Bis wir die richtigen Tipps und Kniffe haben vergeht viel Zeit, manches bleibt für immer ein Rätsel. Die Zeit, die dazwischen liegt, kann anstrengend sein. Sehr anstrengend, ehrlich. Beim zweiten Kind ist es, wie wir gerade feststellen, nicht weniger anstrengend, sondern nur anders. Vieles wissen wir mittlerweile, wir machen uns weniger Stress und ignorieren beispielsweise Kommentare auf dem Spielplatz und an der Supermarktkasse leichter. Das ist unser Stresslevel, das wir senken …

Wochenende in Bildern – 01./02. Dezember 2018

Unser Dezember beginnt mit einem ruhigen Wochenende. Der Familien-Adventskalender löst am Samstagmorgen große Freude aus – nicht nur beim Kind, denn auch wir wissen nicht, was sich darin verbirgt. Mit dem Babysohn in der Trage mache ich mich nach dem Frühstück auf den Weg zum Blumenladen, während der Mann und die Tochter eine Gemüsesuppe mit Solawi-Gemüse vorbereiten. Ich hatte mir zwar vorgenommen, den Adventskranz schon früher zu machen, bin aber dann durch die U3 und andere Termine nicht dazu gekommen. Zum Glück fällt mir im Blumenladen ein, dass wir auch noch Kerzen brauchen und ich spaziere noch an der Drogerie vorbei. Am Nachmittag treffen wir Freund*innen auf dem Weihnachtsmarkt in der Kolonie Alexandrowka hier in Potsdam. Die kleinen Märkte dort mag ich immer sehr, sie sind sowohl für Kinder als auch für Eltern überschaubar und es gibt leckeres Essen – heute beispielsweise Quarkbällchen und heißen Apfelsaft für uns. Während es den ganzen Tag über sehr mild war, kriecht dann aber doch plötzlich die Kälte in Jacken und Schuhe. Wieder im Warmen schauen wir mit der …