Baby, Nachhaltigkeit
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Bilderbuch für wenig Geld selber machen

In dieser Woche kam ein neuer Spielzeug-Katalog in unseren Briefkasten geflattert. Ich blättere nur zu gerne durch die verschiedenen Spielsachen und kann es kaum erwarten, dass E. größer wird und wir z.B. auf eine Kletterwand sparen können.
Doch diese ganzen Spielsachen sind in der Regel auch recht teuer. Wenn ich etwas kaufe, gebe ich lieber etwas mehr Geld aus, wenn die Sache dafür ein paar Jahre länger hält, aus schönem Material oder leichter selbst reparierbar ist. Doch immer hat man dieses Geld nicht und dann muss man kreativ werden.
E. liest momentan zum Beispiel wahnsinnig gerne Bücher. Dabei sortiert sie schon nach beliebten und unbeliebten Büchern, letztere werden dann auch mal durch das Zimmer gepfeffert. Unangefochten immer unter den TOP 3 ist ihr Bilderbuch mit Fotos von der Familie, das wir zu ihrem 1. Geburtstag über Kleine Prints bestellt haben. Ihre Tanten, Onkels, Großeltern, Cousins und Cousinen sind darin, zudem einige Freund*innen, Mama und Papa und ihr Teddy. Jeden Tag zieht sie das Buch mehrmals aus dem Regal und mittlerweile kann sie fast alle Namen behalten und weiß sogar schon, wer auf der nächsten Seite kommt.

Da sie aber auch schon viele andere Dinge in der Wohnung benennt, wollte ich gerne ein weiteres Bilderbuch für sie haben, mit Alltagsgegenständen, Obst und Gemüse oder Lebensmitteln aus dem Kühlschrank. Einige Bücher im Verkauf versuchen aber verständlicherweise, eine möglichst große Bandbreite an Leser*innen zufriedenzustellen und daher sind dort immer auch Sachen abgebildet, die E. nicht kennt und die sie dann schnell langweilen. Etwas zu entdecken macht schließlich primär im realen Leben Spaß, wenn man es anfassen und untersuchen kann.

Nachdem jetzt nach einer Woche Besuch im Norden unser Briefkasten durch Werbekataloge nahezu überquoll, erinnerte ich mich wieder  an einen TV-Beitrag, den ich vor einigen Wochen gesehen habe. Darin hat ein älteres Ehepaar einer geflüchteten Familie aus der Straße Deutsch beigebracht. Dafür haben sie aus Katalogen Bilder ausgeschnitten und so ein Bildwörterbuch gebastelt. Die Kinder und die Eltern konnten dann die Produkte sehen (beispielsweise Kartoffeln, Toilettenpapier usw.), darunter standen dann die Bezeichnungen in beiden Sprachen – durch das Wiederholen und die Bild-Text-Verknüpfung konnten sie schnell alleine einkaufen gehen.
Deshalb habe ich mich abends noch hingesetzt und angefangen, die Kataloge durchzusehen. Manche konnten so in die Tonne wandern, andere waren tatsächlich ganz brauchbar. Bei E.s Oma konnte ich zudem einen A5-Ordner und Klarsichtfolien abstauben und nach einem abendlangen Unverständnis darüber, wo alle Klebestifte beim letzten Umräumen gelandet sind (immer noch nicht gefunden), habe ich mir einen Aufbau für E.s Bilderbuch überlegt.

Erst wollte ich alles bekannte ausschneiden und in den Ordner heften, aber dann besann ich mich und mache es jetzt anders: Es gibt einen Hefter mit Klarsichtfolien, vorne und hinten durch Pappe stabilisiert. In diesen Folien sind alle Bilder, die momentan gerne gesagt und geübt werden. Da kommt dann immer mal eine neue Seite dazu.

Dann gibt es noch den Ordner, in dem ich diese neuen Seiten sammle, bis sie an der Zeit sind. Wenn der Hefter zu voll wird, wird es ein zweiten geben und dann werde ich die Bilder noch thematischer sortieren – das hat aber noch Zeit.

Jetzt gerade lege ich zum Beispiel schon eine Seite mit Kinderfahrzeugen an – ein Laufrad, ein Roller, ein Fahrradhelm. Die Sachen kennt E., aber eigentlich nur aus dem Park und mit ihrer persönlichen Lebenswelt haben sie noch nichts zu tun und können daher noch etwas warten.
Diese Art von Bilderbuch kostet zwar Zeit und Aufwand (und auch ein wenig Geld, wenn man seine Klebestifte und Klarsichtfolien neu kaufen muss, aber das sind ja in der Regel Sachen, die man auch sonst gut gebrauchen kann), spart aber dafür ungemein in der Spielzeugkasse. Dafür bekommt man auch noch ein sehr persönliches und veränderbares Spielzeug – E. findet es bisher sehr interessant!

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