Baby, Kleinkind, Wochenende in Bildern
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Mit dem Kleinkind auf dem Festival – eine wahnsinnig schöne Erfahrung

Vor ein paar Wochen hatte ich hier auf dem Blog über die Diskussion in einer Facebookgruppe berichtet, in der es darum ging, ob man mit Kind auf ein Festival gehen kann oder nicht. Ich habe damals auch schon erwähnt, dass wir das für diesen Sommer fest vorhatten – und diese Woche war es dann endlich so weit!
Bei Two For Fashion hatte ich über Instagram zwei Tagestickets für das A Summer’s Tale in der Nähe von Lüneburg gefunden und seitdem haben wir die Tage im Kalender gezählt. Wir waren “früher” gerne auf Festivals, gerne draußen und haben auch gerne mal mit Freund*innen das ein oder andere Bier getrunken. Wir sind einfach nicht der Typ Eltern, der das dann alles nicht mehr machen möchte, auch wenn das Bier jetzt immer öfter gerne alkoholfrei sein darf. Wir wollten deshalb jetzt einfach mal wissen, wie es denn mit Kind auf einem Festival wäre und das A Summer’s Tale sah schon im Infovideo perfekt aus. Viel geeigneter für das, was wir jetzt wollen, als beispielsweise das Hurricane, auf dem wir früher immer waren.

Am Mittwoch hatte ich noch eine mündliche Prüfung und habe die Pause danach so dringend gebraucht. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend, ein Referat jagte das nächste und ich wollte mich mit meiner ersten Prüfung im Master auch selbst überzeugen, dass es die richtige Entscheidung war, mit Germanistik in Potsdam weiterzugehen und nicht weiterhin in Kiel Geschichte/Deutsch zu studieren. Ich habe mich so gut es ging vorbereitet, hauptsächlich abends nach 22 Uhr und dann in den vier Tagen vor der Prüfung den ganzen Tag. Es hat sich im Endeffekt gelohnt, die Note ist eine 1,0 geworden und ich habe mir jetzt zwei Wochen Ferien verschrieben, bevor ich mit einer Hausarbeit in Älterer Deutscher Literatur weitermache. Als ich am Mittwoch nach Hause kam, bin ich vor Freude durch die Wohnung gesprungen und habe ganz kribbelig die Sachen für das Festival zusammengesucht, besser hätte der Zeitpunkt nicht sein können.

 

Wir sind bereit!
Nach ungefähr drei Stunden Fahrt kamen wir am Donnerstagmittag in der Nähe von Lüneburg an, haben unsere Bändchen an der Gästelistekasse bekommen und direkt dort auch ein Lost-Bändchen für E. Es ist so schön, wenn man sich von Anfang an weniger Sorgen machen muss. Auf das Bändchen konnten wir ihren Namen und unsere Handynummern schreiben und sollte sie verloren gehen (drei Mal auf Holz geklopft), könnten andere Festivalbesucher*innen uns anzurufen. Dass das funktioniert, haben wir bei einem anderen Kind gesehen, das plötzlich weinend auf dem Gelände stand. Sofort sind zwei Menschen unabhängig voneinander hingelaufen, haben das Kind angesprochen, mithilfe des Armbands die Eltern angerufen und mit dem Kind dann dort gewartet. Das macht einen dann schonmal wesentlich entspannter.

E. ist total auf das Festival abgefahren, was sicherlich nicht nur am Übermaß Saft an diesem Tag lag. Es gab eine große Kinderspielwiese, aus der wir sie kaum wieder rausbekommen haben. Dort gab es zum Beispiel eine Rutsche, eine Leseecke, Verkleidungskisten, sehr viel Lego und eine Puppen-Großküche. Besonders erstaunt hat uns, wie cool die Kinder zusammengespielt haben, das insgesamt sehr nette Publikum hat sich schon bei den kleinsten Kindern bemerkbar gemacht. Auch in Bezug auf das Essen war das Festival sehr familienfreundlich: Man durfte Trinkflaschen usw. mit auf das Gelände nehmen, auch Snacks im Rucksack waren kein Problem und an allen Essensständen gab es Kinderportionen zum vergünstigten Preis.

Alles für’s Kind darf mit auf das Gelände
Mit einem Kind, das gerade eine Phase hat, in der es selbstbestimmt auf die Toilette geht, habe ich mir im Vorfeld natürlich auch darüber Gedanken gemacht, ob wir wieder mehr Windeln brauchen und wie die Sauberkeit dort ist – ein paar Jahre Hurricane haben ihre Spuren hinterlassen. Wir mussten aber tatsächlich nur ein Mal an der Toilette anstehen, ansonsten war immer etwas frei und sowohl die Komposttoiletten als auch die mit Wasserspülung waren immer sauber.

Im Infozelt gab es Gehörschutz für die Kinder zu kaufen, an dem wir erstmal vorbeigegangen sind. Wir hatten E. vor ein paar Monaten einen Gehörschutz für Kleinkinder gekauft, der mit einem Stirnband um den Kopf gelegt wird und dadurch leichter verstellbar ist. Durch den Wachstumsschub ist ihr der jetzt aber leider zu klein geworden und sie wollte ihn nicht mehr aufsetzen, weshalb wir dann doch die 25 Euro in neue Kopfhörer investiert haben – das Argument, dass die anderen Kinder ja auch alle einen aufhaben, schien überzeugt zu haben, denn bis zum Schlafen wollte sie die Kopfhörer gar nicht mehr wieder hergeben.

Mit Kopfhörern in der WrapCon von Madame Jordan

Natürlich gibt es Sachen, die jetzt anders sind. Man kann sich nicht mal eben ins Gras legen und die Augen zumachen, zumindest nicht, wenn man so wie wir zu zweit mit Kind unterwegs ist, denn eine*r muss immer aufpassen. Nächstes Jahr würden wir gerne wieder auf das Festival fahren und dann auch dort campen statt wie dieses Mal im Hotel zu übernachten. Wenn man dann mit einer Gruppe unterwegs ist und mehr Augen auf die Kinder schauen, gibt es dann vielleicht mal die Möglichkeit, sich irgendwo hinzulegen oder einen der vielen Workshops zum Schmuckbasteln, zum Werken mit Holz oder Yoga zu besuchen.

Die Bands, die wir abends gerne gesehen hätten, haben wir auch nur noch aus der Ferne wahrgenommen, weil der Tag und die vielen Eindrücke E. ganz schön umgehauen haben und sie gegen 22 Uhr gerne nach Hause wollte. Da saß sie schon seit einer Weile in der Trage und konnte trotz Kopfhörern gut kuscheln und uns nah sein. Dass wir die Bands verpasst haben, war aber völlig in Ordnung, denn für das erste Festival mit noch nicht einmal zwei Jahren war sie wahnsinnig cool, tanzend und singend unterwegs. Und David und ich hatten schon nach einer Stunde das Gefühl, als ob wir seit drei Tagen draußen wären und sind auch nachhaltig entspannt. Noch immer sind wir völlig geflasht von dieser coolen Erfahrung und diesem so schönen Festival!

Wenn man sich vorher informiert, welche Festivals kinderfreundlich sind und worauf man dort achten muss, ist ein Festival mit Kind also auf jeden Fall möglich und mindestens genauso schön wie “früher” ohne Kind.

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