Nachhaltigkeit, Nähen
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Upcycling – aus alten Kleidungsstücken “neue” Kinderkleidung machen!

Kinder wachsen so wahnsinnig schnell. Wenn wir jedes Mal neue Klamotten kaufen würden, wenn E. die nächsthöhere Kleidergröße erreicht hat, würden wir 1) arm werden, 2) der Umwelt stark schaden und 3) einen riesigen Kleiderberg im Keller produzieren. Da wir irgendwann noch mehr Kinder haben möchten, lohnt es sich einfach noch nicht, die Sachen zu verkaufen.
Es gibt seit über einem Jahr wohl keine Woche, in der nicht gemietete Räubersachen bei uns im Schrank liegen, aber jetzt haben wir noch eine weitere Möglichkeit für uns gefunden, um nachhaltig mit Kleidung hauszuhalten und die Kleidung selbst noch stärker wertzuschätzen. Schon lange wollte ich für E. neue Wollsachen haben, in denen sie toben kann, in denen nichts zwickt oder zwackt und die schön kuschelig warm halten. Es ist aber immer eine große Investition, wenn die Sachen dann auch bleiben sollen – eine einfache Wollhose in ihrer Größe kostet natürlich gut und gerne 30€.
Als David und ich letzte Woche begonnen haben, Schritt für Schritt unsere Kleiderschränke auszumisten nach der Theorie, dass an Alltagskleidung nur das bleibt, worin wir uns spontan wohlfühlen würden, fielen uns Davids alte Wollpullover in die Hände. Die sind aus Lammwolle, super kuschelig und wir haben sie beide oft angehabt. Mit den Jahren haben sie sich jedoch immer mal beim Waschen verzogen oder Löcher bekommen und wir wollten sie nicht im Schrank lassen, bis ich Stopfen gelernt habe. Nach einer Übergangsfrist, in der wir entscheiden wollten, ob sie in den Müll kommen (Pullover mit Löchern mag man ja wirklich nicht weitergeben), kam mir dann die Idee, für E. daraus etwas neues zu nähen. Das war die Gelegenheit, Geld zu sparen und gemütliche Kleidung selbst zu machen.
Am schwierigsten war es anfangs eigentlich, mich zu entscheiden, was ich aus dem Pullover wirklich machen möchte, wie er so vor mir lag hätte ich natürlich am liebsten einen Pullover, eine Hose, eine Mütze und einen Schal gemacht. Doch E.s Kleidung wird immer größer und alles hätte selbstverständich nicht geklappt, also habe ich mich für eine Hose entschieden. Bündchenware hatte ich letzte Woche schon bei meinem Streifzug in die Neueröffnung meines bisherigen Lieblings-Stoffladens in Potsdam mitgenommen und graues Garn war auch noch da. Alles in allem hat mich die Hose so circa 4€ gekostet.

 

Ich habe mich für das Schnittmuster RAS von Nähfrosch entschieden, welches als Freebook veröffentlicht wurde. Die Bündchen habe ich oben 15cm hoch und unten 12cm hoch zugeschnitten und ab dann war es eigentlich genauso einfach wie jede andere bisherige Hose auch. Der Stoff ließ sich sehr gut schneiden und gut nähen.

 

Dass es sich um einen alten Pullover und nicht um neuen Stoff handelt, sieht man eigentlich nur an zwei Stellen. Hier auf dem Bild sieht man die alte Naht des Pullovers, die über dem Beinbündchen herausguckt. Dies war früher der Kreis im Nackenbereich und ließ sich leider nicht anders zuschneiden. Die zweite Stelle seht ihr auf dem Bild unten, denn im Schnittmuster hat die Hose keine Frontnaht. Dies war ursprünglich eine Seitennaht des Pullovers, stört aber überhaupt nicht.

Ich kann es nach diesem erfolgreichen ersten Versuch gar nicht erwarten, weitere aussortierte Kleidungsstücke weiterzuverwerten und auch David findet es klasse, dass E. nun seine Kleidung neu trägt.

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