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4 Tipps für weniger Müll beim Windelnwechseln

bunte Stoffwindeln der Marke Windelinge im Vordergrund, Saugeinlagen im Hintergrund

In den vergangenen drei Jahren haben wir sehr viele Windeln gewechselt – erst bei der großen Tochter, seit Oktober beim Babysohn. Bei unserer Tochter hatten wir in den ersten Monaten keine eigene Waschmaschine in unserer Wohnung und Stoffwindeln waren denkbar ungünstig, weshalb wir in diesen Monaten hauptsächlich Wegwerf-Windeln verwendeten. Es war so viel Müll, dass wir es nur schwer mit unserem Gewissen vereinbaren konnten und es uns irgendwann auch einfach nur noch genervt hat. Eine Wegwerfwindel geht nicht nur in der Produktion auf Kosten der Umwelt, viele sind auch nicht besonders klasse für das Kind und über die Abfallbeseitigung brauchen wir vermutlich gar nicht erst sprechen.

Sobald es möglich war, hieß es daher: Keinen überflüssigen Müll mehr produzieren, vor allem nicht mit Produkten für die Kinder selbst. Das klappt nicht immer, auch bei uns findet man Wegwerf-Windeln für bestimmte Situationen. Es klappt allerdings immer besser, daher kommen hier vier unserer einfachen Tipps, wie man beim Windelnwechseln Müll – und langfristig vor allem auch Geld! – sparen kann.

Tipp 1: Stoffwindeln verwenden

Tipp 1 ist relativ simpel und mittlerweile auch kein Geheimtipp mehr: Keinen Müll kaufen – keine Unmengen an Wegwerf-Windeln kaufen. Wir haben uns durch verschiedene Systeme probiert und schließlich das für uns passende gefunden. Wir wickeln damit jetzt nahezu Vollzeit und verbrauchen so erstaunlich wenig Müll im Vergleich zu vorher. Die Anschaffungskosten sind zwar hoch, es gibt aber auch einen guten Gebrauchtmarkt. Natürlich fällt mehr Wäsche an, aber die Waschmaschine läuft sowieso und wir sparen im Schnitt 1-2 Pakete Windeln pro Woche. Unser aktueller Favorit sind die Windelinge-Windeln (Werbung, unbezahlt), da sie ohne Polyester-Schichten auskommen. In diese werden Einlagen gelegt und als oberste Schicht dient ein dünnes Windelvlies, um Größeres aufzufangen. Das macht zwar Müll, aber das Vlies lässt sich in der Regel auch noch einmal waschen und wiederverwenden, bevor es in den Müll gegeben wird.

Wandregal mit Stoffwindel-Zubehör. Von links nach rechts: Wiederverwendbare Wickelunterlagen, Stoffwindel-Überhosen und Stoffwindel-Einlagen

Tipp 2: Feuchttücher selber machen

Von Wegwerfwindeln auf Stoffwindeln umzusteigen, ist am Anfang eine große Investition, die sich aber auf lange Sicht absolut rechnet. Günstig wird es hingegen schon am Anfang, wenn man von herkömmlichen Feuchttüchern auf wiederverwendbare umsteigt. Ich habe beispielsweise ein ganz normales Moltontuch in 16 kleine Stücke zerschnitten und die Kanten vernäht, das ergibt eine tolle Größe. Die Tücher kommen dann in eine Plastik-Dose aus der Küchenschublade und werden mit einem Gemisch aus heißem Wasser, einem Teelöffel Kokosöl und einem Spritzer Babyshampoo übergossen – et voilà, das war die ganze Magie. Es gibt auch nachhaltigere Versionen als Kokosöl, da das bei uns aber im Schrank steht, wollte ich kein anderes zusätzlich kaufen. Für unterwegs gibt es mittlerweile auch praktische Taschen zu kaufen, wie die blaue von der Windelmanufaktur (unbezahlte Werbung, selbstgekauft) auf dem Bild. So kann man die Tücher gut mitnehmen – die benutzten kommen einfach mit in die Nasstasche und freuen sich dann auf eine Runde Kochwäsche.

Eine große Nasstasche der Firma Cheeky Wipes mit zwei Fächern. Darauf eine kleine Nasstasche von der Windelmanufaktur, in der Feuchttücher stecken.

Tipp 3: Nasstaschen statt Plastikbeutel

Früher hielt mich die Frage nach der Aufbewahrung unterwegs lange von Stoffwindeln ab. Irgenwo müssen die benutzten Einlagen ja unterwegs gelagert werden, man wirft sie nicht einfach in den nächstgelegenen Mülleimer. Statt Plastiktüten oder kleine Mülltüten dafür zu verwenden und diese anschließend in den Müll zu geben, kann mann wunderbar Nasstaschen, sogenannte Wetbags verwenden, wie die mit den Pinguinen auf dem Bild. Sie sind waschbar, haben mindestens ein wasserdichtes Fach und sind in verschiedenen Größen erhältlich. Spätestens, wenn Kinder langsam selbstständig auf Toilette gehen lohnt es sich zudem, immer eine wasserdichte Tasche für Wechselwäsche in der Tasche zu haben.

Tipp 4: Auf Einweg-Unterlagen verzichten

Für unterwegs scheinen sie auf den ersten Blick sehr charmant: Einweg-Wickelunterlagen. Bei Bedarf benutzen und wegschmeißen, wenn sie dreckig ist – nur um dann nach der Benutzung ein überdimensionales Knäuel Müll zu haben, obwohl doch in nahezu jeder gekauften Wickeltasche wiederverwendbare Wickelunterlagen zu finden sind und es auch sehr hübsche einzeln zu kaufen gibt. Wir haben mittlerweile zwei wiederverwendbare Unterlagen im Einsatz, auf die ich aus Gemütlichkeitsgründen unterwegs gerne noch ein Moltontuch lege. Die Unterlagen lassen sich ganz einfach abwischen und lassen sich auch durch eine Waschmaschine nicht einschüchtern.

Selbst wenn wir ab und zu Wegwerfwindeln verwenden, können wir mit diesen Ideen einen erstaunlichen Haufen Müll einsparen. Das ist gut für die Umwelt, das Baby, unseren Geldbeutel und die Nerven aller Nachbar*innen, weil die Mülltonne durch uns nicht übermäßig beansprucht wird.

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