Kleinkind, Studium mit Kind
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An Ferien muss man sich erst wieder gewöhnen

Seit einer Woche hat unsere Tochter hochoffiziell und zum allerersten Mal Ferien. Es ist ihr erster Kita-Sommer, nachdem sie im letzten Herbst mit ziemlich genau zwei Jahren eingewöhnt wurde. Nun haben wir die erste Schließzeit, für uns alle eine aufregende Erfahrung – denn wenn das Kind zum ersten Mal Ferien hat, ist es doch irgendwie schon ganz schön groß geworden.

Ich konnte mir auf der Arbeit immerhin noch zwei Wochen Urlaub nehmen und die Vorlesungen haben auch pünktlich zum Ferienstart geendet. Das ist sehr praktisch, denn bei den aktuellen Temperaturen würde ich E. sonst ungerne mit in die Uni nehmen. Da gibt es für Kinder ja durchaus bessere Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Prüfungen pausieren allerdings nicht und meistens sind ja die ersten Wochen nach Semesterende die,  in denen noch alles im Kopf ist und in denen es am meisten Sinn macht, die Hausarbeiten zu schreiben. Eine Ausarbeitung muss bei mir beispielsweise bis zu diesem Sonntag fertig sein und noch weiß ich nicht so richtig, wie das gehen soll.

Es ist sehr ungewohnt, in einer Prüfungsphase zu solcher Entschleunigung “gezwungen” zu sein. Meine Prüfungsphase schrumpft dadurch im Grunde auf mickrige vier Wochen für drei Hausarbeiten, wenn ich tatsächlich im September in den Mutterschutz gehen und nicht wie in der Schwangerschaft mit E. noch in der Woche vor der Geburt in der Bibliothek sitzen will. Es sieht also so aus, als würden die kommenden Wochen wieder aus mehr Nachtarbeit und mehr Spiel-Alltag bestehen. So haben wir zwar zwei Jahre ausschließlich funktioniert und irgendwie sogar die Bachelorarbeiten damals geschafft, aber nach fast einem Jahr Kita hat sich unser Rhythmus komplett verändert. Vielleicht ist das eine gute Übung für die Zeit ab Herbst, wenn hier wieder ein Baby bei uns wohnt.

Wir haben jetzt aber auch ungefähr eine Woche gebraucht, um uns im 24/7-Alltag wieder aneinander zugewöhnen, morgens tatsächlich entspannt zu frühstücken und irgendwie auch den Mittagsschlaf einzubauen. Ich war mit E. in der Stadtbücherei, wir hatten Besuch und sind über das Wochenende spontan zu den Großeltern gefahren, damit David und ich immerhin ein bisschen Schreibtischzeit haben (und im Freibad gemeinsam ein paar Bahnen ziehen konnten). Zurück zuhause haben wir uns wieder tageweise abgewechselt, wer an den Schreibtisch oder arbeiten kann. Heute unterbrechen wir diesen Rhythmus für drei Tage, denn unser Festivalbesuch steht unmittelbar bevor. Drei Tage Lüneburger Heide klingen bei den Temperaturen als Ferienziel ja auch doch um einiges attraktiver als Stau und lange Fahrten in genauso warme, überladene Feriengebiete. Wie es ist, schwanger auf ein Festival zu fahren, berichte ich euch dann in der nächsten Woche.

Bis es dann in knapp 1,5 Wochen wieder mit Kindergarten, Arbeit und ausgedehnten Bibliotheksbesuchen weitergeht, haben wir also noch etwas Zeit, uns daran zu erinnern, was Sommerferien so besonders macht und was es doch für ein großes Geschenk ist, dass wir gerade dazu gezwungen sind, unsere Aufgaben tagsüber ruhen zu lassen, ins Wasser zu springen, Eis zu essen und viel barfuß laufen zu können.

Und wie laufen Ferien bei euch? Könnt ihr einfach umschalten?

 

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