Autor: Anneke

Rezension: Rotkäppchen (Gebrüder Grimm, Nadia Fabris, Ester Tomè)

Im Verlag arsEdition ist in diesem Sommer eine der wohl schönsten Verisonen vom Grimmschen Märchen Rotkäppchen erschienen, die ich euch heute hier ans Herz legen möchte. Grimms Märchen als Kinderbuch Märchen erfreuen sich schon lange großer Beliebtheit beim Vorlesen für Kinder. Was viele dabei aber gar nicht wissen: Der Großteil der Märchen war ursprünglich gar nicht für Kinder gedacht. Oft sind sie gruselig oder für Kinderohren gar grausam, zum Beispiel wenn Hänsel und Gretel im Wald ausgesetzt werden.Auch stammt Rotkäppchen nicht original von den Gebrüdern Grimm, sie haben es aus einer früheren Vorlage adaptiert und ihre Märchenbücher mit aufgenommen. Auf Kinder üben Märchen eine große Faszination aus und spätestens im Kindergarten kommen sie mit ihnen in Kontakt. Sehr häufig ist auch Rotkäppchen hier beliebt, weil sich damit eine Beziehung zum Thema “nicht mit Fremden reden” herstellen lässt. Werden die Märchen schon in einem so frühen Alter vorgestellt, ist es schön, wenn sie etwas kinderfreundlicher und weniger gruselig aufgemacht sind. Rotkäppchen nacherzählt und in neuem Design Aus dem Englischen übersetzt von Susan Niessen und nacherzählt von …

Mutter und Tochter am Wasser sitzend

Jetzt bist du vier – irgendwo zwischen Kleinkind und Vorschulkind

Unsere große Tochter ist in der letzten Woche vier Jahre alt geworden. Vier! Seit vier Jahren sind wir Eltern. Jahre, in denen wir alle so viel gelernt haben und in denen wir miteinander wachsen konnten. Wie groß unsere Tochter ist, fiel mir unter anderem vorgestern auf, als wir neue Halbschuhe und Hausschuhe kaufen mussten. Wir gucken nämlich neuerdings nicht mehr in der Kleinkindabteilung. Es gibt keine Pom-Poms und keine Froddo-Hausschuhe mehr in ihrer Größe. Ein bisschen geht eine Ära zu Ende. Ich weiß noch genau, wie es sich vor drei Jahren anfühlte, als aus unserem Baby ein Kleinkind wurde, als wir die ersten richtigen Schuhe kauften und das Geschenk zum 1. Geburtstag aussuchten. Es ging mir alles zu schnell, ich hätte das erste Jahr gerne noch bewusster erlebt und wir waren gespannt, was in den nächsten Jahren auf uns zukommen würde. Und plötzlich ist auch diese Kleinkindzeit schon wieder vorbei. Das merken wir sehr deutlich: Weniger Verständnisprobleme, mehr Kooperation, mehr Eigenständigkeit. Zwischen Kleinkind und Vorschulkind: Was ist man denn mit vier? Letztens habe ich gegoogelt, …

Kind klettert in Pullover der Hamburger Firma Manitober

Nachhaltige Kinderkleidung: Manitober aus Hamburg

Nachhaltige Kinderkleidung zu finden, ist heutzutage eigentlich nicht mehr schwer – man muss nur wissen, wo! Viele Unternehmen vertreiben “nachhaltige Kindermode”, doch wenn man hinter die Kulissen schauen möchte, sieht es oft schon gar nicht mehr so nachhaltig aus. Ganz anders ist das bei Manitober, einer Firma aus Hamburg, die Kinderkleidung herstellt und dabei so transparent wie möglich arbeitet. In unserem Haushalt finden sich Manitober-Kleidungsstücke seit ungefähr zwei Jahren. Heute möchte ich sie euch auch auf dem Blog vorstellen, aber Vorsicht: Zwischendurch werdet ihr manchmal denken, dass es zu schön klingt, um wahr zu sein. Dieser Post enthält unbezahlte Werbung für Manitober. Die Kleidungsstücke auf den Bildern wurden mit einem Rabatt selbstgekauft. Manitober: Bio-zertifizierter Anbau und plastikfreie Verschickung Bei nachhaltiger Kindermode denkt man oft zuerst an die Materialien, aus denen die Kleidung hergestellt wird. Manitober verwendet Bio-Baumwolle und auch kbT-zertifizierte Wolle (kbT bedeutet “kontrolliert biologische Tierhaltung”) zur Herstellung ihrer Kleidungsstücke. Auch darüber hinaus wird Wert auf nachhaltiges Material gelegt: Bei der Wollwalk-Bomberjacke, die unsere Tochter diesen Herbst/Winter tragen wird, sind die Labels beispielsweise aus recyceltem …

Rezension: Die Welt, die dir gefällt (Gretas Schwester)

Welche Welt wäre eigentlich eine, die unserem Kind gefallen würde? Dieser Frage widmet sich das neu erschienene Buch Die Welt, die dir gefällt. Ein Mitmachbuch von Gretas Schwester, erschienen im Verlag arsEdition. Mit nur wenigen Fragen, dafür aber vielen niedlichen und realistischen Illustrationen von Sarah Neuendorf lädt dieses Buch Kinder und ihre Vorlesenden ein, sich ein Wunschszenario auszumalen. Die Fragen bauen aufeinander auf und gehen Seite für Seite weiter ins Detail. So startet man beispielsweise mit der Frage “Wo wärst du gerade am liebsten?” und erforscht den Wunschort dann weiter: Wen man dort wohl treffen würde, in was für einem Bett man dort gerne schlafen würde und was man dort wohl gerne essen würde. Die Fragen können einerseits sehr breit sein, andererseits aber auch schon bestehende spezielle Interessen der Kinder ansprechen – zum Beispiel bei der Frage danach, was sie in ihrem Koffer auf jeden Fall bei sich tragen würden. Kindgerechte Illustrationen von Sarah Neuendorf Durch die Illustrationen erhalten die Kinder bereits Vorstellungen davon, was alles möglich wäre – und auch davon, dass den eigenen …

Mutter mit Baby in der Trage auf dem Rücken

Veränderte Rollen: Wann bin ich die Mutter meiner Serienheldinnen geworden?

Es gab so viele Serien, die ich als Teenager gerne gesehen habe und mit deren “Held*innen” man sich zwangsläufig identifiziert oder sich von ihnen abgegrenzt hat. Meine Serienheld*innen waren im Laufe der Jahre beispielsweise Stephanie Tanner, Hermine Granger, Lena Schneider, Seth Cohen oder Rory Gilmore. Sie waren klug, witzig und hatten so wie wir als Teenager eine großartige und noch gänzlich ungeplante Zukunft vor sich. Veränderte Rollen: Ich bin jetzt die Mutter Auch heute gucke ich die dazugehörigen Serien und Filme noch sehr gerne. Als ich mit unseren Kindern schwanger war, habe ich beide Male Türkisch für Anfänger, Gilmore Girls und O.C., California noch einmal komplett gesehen, um mir die Zeit zu vertreiben. Doch insbesondere bei unserem zweiten Kind, als wir schon eine ganze Weile dieses Eltern waren, habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass sich die Rollen und die Identifikation sehr verändert haben. Einerseits ist das ja ganz natürlich und gut so, denn es wäre schon etwas merkwürdig, wenn sich Zukunftsvorstellungen in den letzten 15 Jahren nicht geändert hätten. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich …

Babykleidung aufbewahren oder nicht? Eine sehr emotionale Frage.

Vor ungefähr einem Jahr, zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin unseres zweiten Kindes, haben wir die Kisten mit Babykleidung aus dem Keller geholt. Viel war nicht mehr übrig, weil wir damals den Großteil der Kleidung, aus der die Tochter herausgewachsen war, gespendet oder weitergegeben haben – aber einige wenige Lieblingsstücke sind geblieben. Vor ungefähr einem Jahr haben wir dann die Erstausstattung für den Babysohn zusammengekauft, mittlerweile lagen die kleinen Größen nun allerdings auch schon wieder seit einem halben Jahr aussortiert im Schrank. Gestern habe ich mich an diese immer voller werdende Box gewagt und etwas getan, was mich emotional doch stärker getroffen hat, als ich vorher gedacht hätte: Ich habe aussortiert. Und zwar so richtig. So “falls wir jemals ein drittes Kind kriegen sollten”-richtig. Alles von Größe 50-68 wurde auf den Prüfstand gestellt: Heben wir es wirklich auf? Geben wir es weiter? Verleihen wir es nur? Babykleidung aufbewahren: Was darf bleiben? Ich hätte alles aufbewahren können, klar. Dann sähe unser Keller allerdings in zwei Jahren aus wie ein kleiner Second-Hand-Shop. Ob wir jemals ein drittes …

Titelcover Erziehen ohne Schimpfen

Rezension: Erziehen ohne Schimpfen (Nicola Schmidt)

Warum schimpfen Erwachsene mit ihren Kindern? Was passiert im Gehirn, bevor geschimpft wird – und warum helfen so viele gutgemeinte Tipps wie das berühmte “Zählen Sie bis zehn!” nicht weiter? Nicola Schmidt, die Gründerin des artgerecht-Projekts und Autorin verschiedener Ratgeber für Eltern, widmet sich in ihrem neuen Buch Erziehen ohne Schimpfen. Alltagsstrategien für eine artgerechte Erziehung den Strategien, die tatsächlich eine Veränderung bringen können. Erziehen ohne Schimpfen – aber warum wird überhaupt geschimpft? Dieser Frage widmet sich Nicola Schmidt direkt zu Beginn des Ratgebers. Als Wissenschaftsjournalistin gelingt es ihr hier sehr gut, wissenschaftliche Erkenntnisse aufzubereiten und den Leser*innen verständlich zu machen: Welche Areale im Gehirn werden beispielsweise aktiviert, wenn ein Glas umkippt oder ein Kind auf die Straße rennt? Welche Hormone werden wann ausgeschüttet und verhindern rationales Denken – und was hat eigentlich die Steinzeit damit zu tun? Stress als Schimpf-Motor Dass unser heutiges Leben schneller ist, als die Evolution erlaubt, hat Nicola Schmidt bereits in ihren anderen Ratgebern dargestellt, doch in Erziehen ohne Schimpfen geht sie sehr speziell darauf ein, wie unser Alltag und …