Autor: Anneke

Cover vom Buch Wild World

Rezension: Wild World (Julia Dibbern & Nicola Schmidt)

Umso größer unsere Kinder werden, umso größer wird auch ihr Radius. Heute ist es der Gang alleine zum Bäcker, morgen ist es die erste Klassenfahrt. Julia Dibbern und Nicola Schmidt zeigen mit ihrem neuen Buch Wild World. Wie Kinder an der Welt wachsen und Eltern entspannt bleiben Wege, wie wir Eltern bei der wachsenden Selbstständigkeit der Kinder nicht in allzu große Sorge verfallen und geben Beispiele und Strategien mit an die Hand. Zunächst widmen sie sich dem großen Thema der Familienresilienz und der Frage, was wir als Familie eigentlich brauchen und was uns stärkt, damit unsere Kinder gut gebunden und sicher aufwachsen können. Sie erklären die Bedürfnisse, die innerhalb einer Familie herrschen, genauso wie den Begriff der Resilienz. Hier fassen sie schließlich auch die “Schutzfaktoren” im Großwerden der Kinder zusammen: feste Bezugspersonen, Motivation zur Leistungserbringung, ein positives Selbstwertgefühl und realistische Zukunftsperspektiven. Doch damit nicht genug, anschließend erklären sie in knappen Absätzen mit guten Beispielsätzen auch, was resiliente Eltern richtig machen. Dabei sind sie ganz undogmatisch: “Stresst euch nicht damit, euch nicht zu stressen!” (Zitat S. …

Die Hände zweier Geschwister übereinander

Geschwisterbeziehung mit dem fünf Monate alten Baby

Der Babysohn ist tatsächlich schon fünf Monate alt. Im Vorfeld seiner Geburt hatten wir uns viele Gedanken gemacht, wie sich wohl die Geschwisterbeziehung im Laufe der Zeit entwickeln würde. Wir lasen viel und versuchten, uns so gut wie möglich vorzubereiten. Unsere Tochter ist mittlerweile 3,5 Jahre alt und geht tagsüber in den Kindergarten, aber nachmittags und am Wochenende gibt es genügend Zeit, sich gegenseitig immer weiter kennenzulernen. Heute gibt es ein Update dazu, wie sich hier alles zurechtruckelt. Geschwisterbeziehung: Wie sie angefangen hat Über unserem Küchentisch hängt ein Foto von dem Moment, in dem unsere Tochter ihren Babybruder das erste Mal auf dem Schoß liegen hatte. Wir kamen nach der Geburt mit ihm nach Hause, wo sie die Nacht mit Oma und Opa verbracht hatte und schon in der Tür kam sie uns aufgeregt und zurückhaltend zugleich entgegen. Voller Bewunderung und Stolz hat sie ihren Bruder das erste Mal berührt und ihn sich auf den Schoß legen lassen. Bis dahin dachte ich immer, das größte Glück für mich als Mutter wäre es, wenn mein Kind …

Cover des Buches "Die kleine Hummel Bommel entdeckt die Wiese"

Rezension: Die kleine Hummel Bommel entdeckt die Wiese

Den arsEdition-Klassiker Die kleine Hummel Bommel kennen mittlerweile wohl die meisten Eltern kleinerer Kinder. Hummel Bommel hat in den letzten Jahren schon einige Abenteuer erlebt, ob Fliegenlernen, Warten auf Oma oder das Weihnachts- und Osterfest. Mit Die kleine Hummel Bommel entdeckt die Wiese bringen Maite Kelly, Britta Sabbag und Joëlle Tourlonias nun das erste zugehörige Sachbuch auf den Markt. Ich habe es mir für euch mit unserer Tochter angesehen und stelle es hier heute vor. Ein neues Abenteuer der Hummel Bommel Wiesen und ihre Bevölkerung mit Insekten sind wichtig für die Umwelt – dazu gehören natürlich auch Hummel Bommel und ihre Freund*innen! Dass die Thematik der Insektenpopulation nun spielerisch auch Jüngeren nahegelegt werden soll, ist eine tolle Fortführung der Buchreihe. Ausführlich wird erklärt, wie Hummeln leben, wie ihre Bevölkerung strukturiert ist, welche verschiedenen Hummeln es gibt und wie sie ihren Bau in Sommer und Winter gestalten. In dem Buch kann dazu unter anderem entdeckt werden, aus welchen Stockwerken eine Wiese besteht und Begriffe wie “Wurzelschicht”, “Streuschicht”, “Blatt- und Stängelschicht” und “Blütenschicht” werden mit Hilfe von …

Bild von mir im Landtag Schleswig-Holsteins

Fridays for Future – Engagement macht Jugendliche stark

Das bin ich. Damals mit 16. Nicht in der Schule. Jugendliche demonstrieren nicht nur heute weltweit für eine bessere Zukunft und befinden sich im Klimastreik. Statt in der Schule zu sitzen, gehen sie auf die Straße und fordern die Politik zum Handeln auf. Viele Erwachsene – und erstaunlicherweise auch viele Politiker*innen – kritisieren dieses Engagement. Sei es, dass Schulen mit Tadeln drohen oder Christian Lindner die Sache lieber “Profis” überlassen möchte. Dabei ist sich die Wissenschaft ziemlich einig, dass die Schüler*innen recht haben. Dabei ist auch politisches Engagement ein wunderbares und notwendiges Lernen am anderen Ort und auch Lernen für eine lebenswertere Zukunft. Wir erwarten von Jugendlichen, dass sie sich für globale Themen interessieren, dass sie die Nachrichten schauen, dass sie individuelle Lebensentwürfe gestalten und sich für ein Miteinander einsetzen. Wir erwarten, dass sie nicht hinter ihren Computern versauern und an die frische Luft gehen, dass sie lernen, sich in Projekten zu organisieren und mit sozialen Netzwerken umgehen können. Und wenn sie all das tun, dann wird versucht, sie zu bestrafen, weil sie Doppelstunde Sport …

Schokoladenkuchen mit Venussymbol

Was ich meinen Kindern zum Internationalen Frauentag wünsche

Am 08. März ist internationaler Frauentag. Ein Tag, der für Gleichberechtigung und Emanzipation steht. Für meine Tochter und meinen Sohn habe ich daher heute viele Wünsche, die ich gerne teilen möchte. Internationaler Frauentag: Was bedeutet das? Den internationalen Frauentag gibt es im Grunde schon seit über 100 Jahren, mittlerweile hat sich der 8. März als Datum festgesetzt. Dass es ihn bereits seit über 100 Jahren gibt, ist einerseits toll und andererseits frustrierend. Denn wie oben schon erwähnt, geht es um Gleichberechtigung und Emanzipation – und davon sind wir leider immer noch weit entfernt, solange Themen wie Gender Pay Gap oder das Verneinen der körperlichen Selbstbestimmung der Frau nicht Geschichte sind. Noch immer gibt es starke Unterschiede in den Karrieremöglichkeiten oder in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie oft mein Mann nach der Geburt unserer Kinder gefragt wurde, “wo denn das Kind nun sei”, während er auf der Arbeit oder in der Uni ist, könnt ihr euch sicherlich denken. Wie oft ihm ein “Krass, dass du jetzt wieder/noch arbeitest oder weiter studierst” entgegengebracht wurde? Könnt …

Kind in einem Faschingskostüm. Astronaut*innenanzug mit eesa-Patch und Helm aus Pappmaché

Faschingskostüme für Kinder: Mädchen und Jungen können (fast) alles sein

Heute ist Fasching in unserem Kindergarten. Unsere Tochter sagte vor einiger Zeit, dass sie gerne als “Astronautin” gehen würde, was ich ehrlich gesagt ziemlich cool fand. Wie genau sie darauf gekommen ist, weiß ich nicht, aber ich wollte auch nicht zu viel fragen, um sie nicht zu verunsichern. Faschinsgkostüme sind ja doch etwas, was Mut erfordert, immerhin zeigt man sich allen so in anderem Gewand. In den Wochen danach stand immer auch mal “Piratin” im Raum, aber die Astronautin hat letztendlich doch gewonnen, sicherlich unterstützt durch die Sendung mit der Maus und die Videos mit Alexander Gerst. Astronautin ist vielleicht nicht das “klassische Mädchenkostüm”, wenn ich mich in Spielzeugläden im Februar so umschaue. Das wurde mir auch im Stoffladen bewusst, als ich die Verkäufern nach hellem Sweatstoff für ein Astronautinnenkostüm fragte und sie reflexartig antwortete, dass wir ja einen finden müssen, “in dem er dann nicht so schwitzt”. Manchmal frage ich mich, ob das in meiner Kindheit schon so extrem war, oder ob es trotz besseren Wissens und gesellschaftlicher Entwicklung eher noch zunimmt. Vielleicht liegt …

Mutter und Tochter im Gespräch auf einer Parkbank

Kommunikation mit Kleinkindern: Was wir nicht sehen können

Der Abend ist eine spannende Zeit: Die Familie kommt nach Hause, verschiedene Erlebnisse des Tages prallen aufeinander und alle müssen sich erst wieder finden. Nicht immer ergibt sich die Möglichkeit, über die Erlebnisse des Tages ausführlich zu sprechen. Während wir Erwachsenen das vielleicht noch bei einem Kaffee oder Tee schaffen, ist es für Kinder wesentlich schwieriger, genau in dem Moment eine Antwort zu formulieren, in der man versucht herauszufinden, wie der Tag war. Auf die Frage “Wie war es in der Kita?” bekommt man ja höchstens mal ein “gut” zurück, weil diese Frage und ihr Bedeutungshorizont noch nicht mit dem übereinstimmen, was die Kinder darunter verstehen. Sie können noch nicht wissen, dass wir Erwachsenen in der Regel mit einer Abwägung positiver und negativer Erlebnisse antworten würden. Statt eines reflektierenden Moments entlädt sich stattdessen an manchen (vielen) Tagen die Stimmung, es ist laut und wild und irgendwie ist jemand unzufrieden, ohne dass das Problem allen Beteiligten bewusst sein könnte. Vielleicht gab es in der Kita Streit mit einem anderen Kind, vielleicht ist die Lieblingshose zu klein …