Autor: Anneke

Mutter mit Baby in der Trage auf dem Rücken

Veränderte Rollen: Wann bin ich die Mutter meiner Serienheldinnen geworden?

Es gab so viele Serien, die ich als Teenager gerne gesehen habe und mit deren “Held*innen” man sich zwangsläufig identifiziert oder sich von ihnen abgegrenzt hat. Meine Serienheld*innen waren im Laufe der Jahre beispielsweise Stephanie Tanner, Hermine Granger, Lena Schneider, Seth Cohen oder Rory Gilmore. Sie waren klug, witzig und hatten so wie wir als Teenager eine großartige und noch gänzlich ungeplante Zukunft vor sich. Veränderte Rollen: Ich bin jetzt die Mutter Auch heute gucke ich die dazugehörigen Serien und Filme noch sehr gerne. Als ich mit unseren Kindern schwanger war, habe ich beide Male Türkisch für Anfänger, Gilmore Girls und O.C., California noch einmal komplett gesehen, um mir die Zeit zu vertreiben. Doch insbesondere bei unserem zweiten Kind, als wir schon eine ganze Weile dieses Eltern waren, habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass sich die Rollen und die Identifikation sehr verändert haben. Einerseits ist das ja ganz natürlich und gut so, denn es wäre schon etwas merkwürdig, wenn sich Zukunftsvorstellungen in den letzten 15 Jahren nicht geändert hätten. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich …

Babykleidung aufbewahren oder nicht? Eine sehr emotionale Frage.

Vor ungefähr einem Jahr, zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin unseres zweiten Kindes, haben wir die Kisten mit Babykleidung aus dem Keller geholt. Viel war nicht mehr übrig, weil wir damals den Großteil der Kleidung, aus der die Tochter herausgewachsen war, gespendet oder weitergegeben haben – aber einige wenige Lieblingsstücke sind geblieben. Vor ungefähr einem Jahr haben wir dann die Erstausstattung für den Babysohn zusammengekauft, mittlerweile lagen die kleinen Größen nun allerdings auch schon wieder seit einem halben Jahr aussortiert im Schrank. Gestern habe ich mich an diese immer voller werdende Box gewagt und etwas getan, was mich emotional doch stärker getroffen hat, als ich vorher gedacht hätte: Ich habe aussortiert. Und zwar so richtig. So “falls wir jemals ein drittes Kind kriegen sollten”-richtig. Alles von Größe 50-68 wurde auf den Prüfstand gestellt: Heben wir es wirklich auf? Geben wir es weiter? Verleihen wir es nur? Babykleidung aufbewahren: Was darf bleiben? Ich hätte alles aufbewahren können, klar. Dann sähe unser Keller allerdings in zwei Jahren aus wie ein kleiner Second-Hand-Shop. Ob wir jemals ein drittes …

Titelcover Erziehen ohne Schimpfen

Rezension: Erziehen ohne Schimpfen (Nicola Schmidt)

Warum schimpfen Erwachsene mit ihren Kindern? Was passiert im Gehirn, bevor geschimpft wird – und warum helfen so viele gutgemeinte Tipps wie das berühmte “Zählen Sie bis zehn!” nicht weiter? Nicola Schmidt, die Gründerin des artgerecht-Projekts und Autorin verschiedener Ratgeber für Eltern, widmet sich in ihrem neuen Buch Erziehen ohne Schimpfen. Alltagsstrategien für eine artgerechte Erziehung den Strategien, die tatsächlich eine Veränderung bringen können. Erziehen ohne Schimpfen – aber warum wird überhaupt geschimpft? Dieser Frage widmet sich Nicola Schmidt direkt zu Beginn des Ratgebers. Als Wissenschaftsjournalistin gelingt es ihr hier sehr gut, wissenschaftliche Erkenntnisse aufzubereiten und den Leser*innen verständlich zu machen: Welche Areale im Gehirn werden beispielsweise aktiviert, wenn ein Glas umkippt oder ein Kind auf die Straße rennt? Welche Hormone werden wann ausgeschüttet und verhindern rationales Denken – und was hat eigentlich die Steinzeit damit zu tun? Stress als Schimpf-Motor Dass unser heutiges Leben schneller ist, als die Evolution erlaubt, hat Nicola Schmidt bereits in ihren anderen Ratgebern dargestellt, doch in Erziehen ohne Schimpfen geht sie sehr speziell darauf ein, wie unser Alltag und …

Das Bild zeigt das Lastenrad Babboe Curve E mit Sonnenverdeck und eingebauter Babyschale zum Transport von Babys

Ein Jahr mit dem Lastenrad – Das Babboe Curve im Test

Weniger Zeit im Auto verbringen – das war unsere Hauptintention, als wir uns vor einem Jahr mit verschiedenen Lastenrädern auseinandergesetzt haben. Kind Nummer 2 war unterwegs und es war klar, dass es in Zukunft irgendwie mitkommen muss – zu zweit im Fahrradsitz ist allerdings eher schlecht. Unsere Wahl fiel letztendlich auf das Babboe Curve E, ein dreirädriges Lastenrad mit Tretunterstützung. Das Lastenrad ist selbstgekauft, es handelt sich hierbei nicht um bezahlte oder beauftragte Werbung. Lastenrad oder Fahrrad-Anhänger? Preislich ist ein Lastenrad wirklich eine Anschaffung, für die man sich nicht leichtfertig entscheidet. Daher war bei uns auch etwas länger noch ein Fahrrad-Anhänger im Gespräch, jedoch hatte ich damit im Stadtverkehr ein mulmiges Gefühl. Wir fahren zur Kita ungefähr 25-30 Minuten mit dem Fahrrad, teilweise an einer großen Straße, an der auch LKW fahren und deren Radweg nicht baulich von der Fahrbahn getrennt ist. Das war mir etwas zu heikel, vor allem da habe ich die Kinder gerne vor mir im Blick. Hinzu kommt bei uns noch die Situation, dass ich seit Jahren ein eingeschränktes Knie habe …

Laptop mit Lektüre und Notizbuch

Studieren mit Kind: Der Alltag ist ein ständiges Verhandeln

Ich glaube, dass zum einen Resilienz ein großes Stichwort im Familienalltag ist. Resilienz ist eine Kompetenz, die Eltern zwangsläufig erwerben müssen, um nicht völlig durchzudrehen, wenn Planungen nicht aufgehen, die Wohnung unter Wasser steht, die Wand mit Filzstift angemalt wurde oder dem teuren Steiff-Kuscheltier die Haare abgeschnitten wurden. Ein anderes Stichwort ist allerdings auch Verhandlungskompetenz. Der Familienalltag ist immer und immer wieder ein Verhandlungstisch. Zum einen mit den Kindern, zumindest wenn man sie von Anfang an als mündige Individuen betrachtet und nicht als ausführende Wesen, die einem großen Leitbild folgen sollten. Kinder haben ihre Ansprüche an die Tagesgestaltung, die gehört werden müssen. Wir verhandeln schon beim Frühstück: Wie viel Brote mit Schokocreme sind erlaubt? Gibt es Grenzen? Was ist der Kompromiss, wenn das Kind bei Regen mit Sandalen statt mit Halbschuhen losgehen will? Zwingen wir es mit emotionaler Gewalt in die Turnschuhe oder akzeptieren wir die Sandalen und packen einfach die Gummistiefel mit ein? Können wir unterwegs anhalten, um dieses besonders schöne Exemplar eines Stocks einzusammeln und mitzunehmen? Wir verhandeln im Grunde den ganzen Tag …

Titelbild "Tragen im Sommer": Mutter mit dem Kind im Tragetuch (als Hüftschlinge gebunden)

Baby tragen im Sommer: Worauf ich achte

Bei Temperaturen um die dreißig Grad taucht schnell die Frage auf, was wir unseren Babys eigentlich noch anziehen sollten, um sie vor Überhitzung und der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen. Hier findest du einen Überblick über die wichtigsten Rahmenbedingungen, wonach ich mein Baby trage, doch es sei ausdrücklich erwähnt: Das ist keine Garantie und keine Haftungsübernahme. Es sind meine Erfahrungen als Trageberaterin, aber du und dein Kind seid individuell. Wenn du dir unsicher bist, lasse dich lieber noch einmal von einer Trageberaterin vor Ort beraten. Tragen im Sommer: Die wichtigsten Rahmenbedingungen Die Mittagshitze sollte bestenfalls gemieden werden. Babys sind noch empfindlicher in Bezug auf Sonneneinstrahlung und in Bezug auf den Temperaturausgleich Haut-zu-Haut-Kontakt kann unangenehm werden und Ausschlag verursachen. Versuche, zwischen dir und dem Baby eine Stoffschicht zu tragen, beispielsweise dein T-Shirt oder ein Spucktuch Alles kann, nichts muss: Wenn es beiden zu warm ist, sollte das Tragen nicht erzwungen werden Ausreichend Flüssigkeit ist das A und O. Dem Alter entsprechend sollte man dafür sorgen, dass das Baby Flüssigkeit zu sich nimmt (Muttermilch, Pre, später auch Wasser …

Das erste Jahr mit Baby - Mutter mit Kind im Tragetuch, das als Hüftschlinge gebunden ist

Das erste Jahr geht so schnell vorbei…

Das erste Jahr mit dem Baby geht schnell vorbei. Wir haben gerade das zweite Baby, die Zeit rast und irgendwie wissen wir das, irgendwie aber auch nicht. Gerade eben war noch Herbst, die Pullover gingen nicht mehr über den dicken Bauch und die Übergangsjacke ging gerade noch so zu. Dann kam das Baby, die Wochen im Wochenbett in der Wohnung, der Winter, in dem das Baby unter der Jacke mit uns spazieren ging. Und nun? Nun ist plötzlich Sommer. Keine Ahnung, wo der Frühling geblieben ist. Der ist uns irgendwo unterwegs verloren gegangen. Der Babysohn sitzt plötzlich auf der Hüfte und isst im Tragetuch Hirsekringel. Wir kochen wieder Kartoffeln ohne Salz und schauen bei den ersten Krabbelversuchen zu. Oft fragen wir uns dabei, ob wir das eigentlich alles genug wahrnehmen, ob wir intensiv genug hinsehen und ob wir uns das wohl je alles merken können. Die ersten Laute, die großen Augen, die sich über das Kuckuck-Spiel freuen. Dabei kennen wir die Antwort eigentlich bereits: Nein. Nein, wir werden uns das nicht alles merken können. Sicherlich …