Autor: Anneke

Titelbild "Tragen im Sommer": Mutter mit dem Kind im Tragetuch (als Hüftschlinge gebunden)

Baby tragen im Sommer: Worauf ich achte

Bei Temperaturen um die dreißig Grad taucht schnell die Frage auf, was wir unseren Babys eigentlich noch anziehen sollten, um sie vor Überhitzung und der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen. Hier findest du einen Überblick über die wichtigsten Rahmenbedingungen, wonach ich mein Baby trage, doch es sei ausdrücklich erwähnt: Das ist keine Garantie und keine Haftungsübernahme. Es sind meine Erfahrungen als Trageberaterin, aber du und dein Kind seid individuell. Wenn du dir unsicher bist, lasse dich lieber noch einmal von einer Trageberaterin vor Ort beraten. Tragen im Sommer: Die wichtigsten Rahmenbedingungen Die Mittagshitze sollte bestenfalls gemieden werden. Babys sind noch empfindlicher in Bezug auf Sonneneinstrahlung und in Bezug auf den Temperaturausgleich Haut-zu-Haut-Kontakt kann unangenehm werden und Ausschlag verursachen. Versuche, zwischen dir und dem Baby eine Stoffschicht zu tragen, beispielsweise dein T-Shirt oder ein Spucktuch Alles kann, nichts muss: Wenn es beiden zu warm ist, sollte das Tragen nicht erzwungen werden Ausreichend Flüssigkeit ist das A und O. Dem Alter entsprechend sollte man dafür sorgen, dass das Baby Flüssigkeit zu sich nimmt (Muttermilch, Pre, später auch Wasser …

Das erste Jahr mit Baby - Mutter mit Kind im Tragetuch, das als Hüftschlinge gebunden ist

Das erste Jahr geht so schnell vorbei…

Das erste Jahr mit dem Baby geht schnell vorbei. Wir haben gerade das zweite Baby, die Zeit rast und irgendwie wissen wir das, irgendwie aber auch nicht. Gerade eben war noch Herbst, die Pullover gingen nicht mehr über den dicken Bauch und die Übergangsjacke ging gerade noch so zu. Dann kam das Baby, die Wochen im Wochenbett in der Wohnung, der Winter, in dem das Baby unter der Jacke mit uns spazieren ging. Und nun? Nun ist plötzlich Sommer. Keine Ahnung, wo der Frühling geblieben ist. Der ist uns irgendwo unterwegs verloren gegangen. Der Babysohn sitzt plötzlich auf der Hüfte und isst im Tragetuch Hirsekringel. Wir kochen wieder Kartoffeln ohne Salz und schauen bei den ersten Krabbelversuchen zu. Oft fragen wir uns dabei, ob wir das eigentlich alles genug wahrnehmen, ob wir intensiv genug hinsehen und ob wir uns das wohl je alles merken können. Die ersten Laute, die großen Augen, die sich über das Kuckuck-Spiel freuen. Dabei kennen wir die Antwort eigentlich bereits: Nein. Nein, wir werden uns das nicht alles merken können. Sicherlich …

Buch Einfach Familie Leben von Susanne Mierau und Milena Glimbovski

Rezension: Einfach Familie leben (Susanne Mierau und Milena Glimbovski)

Einfach Familie leben heißt das neue Buch von Susanne Mierau, der Autorin hinter dem Blog Geborgen Wachsen und Milena Glimbovski, der Gründerin von Original Unverpackt. Herausgekommen ist ein schöner Minimalismus-Guide für Familien mit kleinen Kindern, die auf der Suche nach weniger Konsum und mehr Zeit sind. Eltern werden mit Konsumangeboten häufig überschüttet. Viele Dinge werden für das Baby und später für das Kind angeblich dringend benötigt, kaum eine Marktlücke ist noch unbesetzt. So investieren Eltern nicht nur viel Geld in die Ausstattung ihres Zuhauses, sondern auch in die Zeit, die sie mit der Suche nach diesen Angeboten verbringen. Minimalismus in der Familie ist daher schon etwas länger ein Trend, der dem entgegenzuwirken versucht. Schon auf dem Titelcover wird die Intention der beiden Autorinnen deutlich: “Zuwendung & Zeit statt zu viel Zeug”. Gegliedert in die Kapitel “Erste Schritte”, “Pädagogik”, “Wohnen”, “Kleidung”, “Ernährung”, “Pflege”, “Lifestyle” und “Mobilität” gibt dieser Ratgeber mit vielen schönen Fotos von Katja Vogt kurze Einblicke in Themen, über die sich Eltern auf ihrem Weg in Richtung Vereinfachung Gedanken machen können. Entlang dieses Weges …

Kinder und Entschuldigungengen: Vater und Tochter mit Sandspielzeug am Meer

“Es tut mir leid.” Kleine Kinder und Entschuldigungen

Müssen sich Kinder entschuldigen? Und in welcher Form überhaupt? Und ab wann? “Johannes lass’ das. Johannes hör’ auf damit. Johannes, nicht die anderen Kinder hauen. Johannes du entschuldigst dich jetzt SOFORT bei dem Kind. Johannes umarme das Kind und zeig ihm, dass es dir leid tut”. Das letzte Mal, als ich mit unserer Tochter beim Kinderturnen war, ist mittlerweile über zwei Jahre her und endete mit dieser Szene. Kinderturnen für Ein- und Zweijährige, die sich in der dunklen Jahreszeit indoor austoben konnten. Das war eigentlich ganz nett, wenn nicht alle Eltern immer versucht hätten, den anderen Eltern zu zeigen, dass sie auch ja alles “richtig” machen mit ihrem Kind. Johannes, dessen Name in echt anders war, hatte nicht so wirklich viel Lust, mitzumachen und offensichtlich an diesem Tag ganz andere Baustellen. Er war wütend, er wollte nicht mitmachen, aber seine Mutter hatte ihn doch extra angemeldet, dann kann er ja wohl mal mitmachen. Johannes war ungefähr zwei Jahre alt und hatte natürlich noch keinerlei Verständnis dafür, warum er dieses Kind jetzt umarmen und ein “Entschuldigung” …

Plastikfasten als Familie - Schraubglas mit Plastikmüll mehrerer Wochen

Plastikfasten als Familie

Wir hatten uns dieses Jahr in den Wochen vor Ostern dazu entschieden, konsequentes Plastikfasten als Familie zu veranstalten. Dass wir eher Ökos sind, ist jetzt kein Geheimnis, trotzdem gingen auch bei uns die ein oder anderen Plastiksünden in den letzten Jahren durch. Schaut man sich allerdings mal die Ozeane, Strände und Grünflächen der Welt an – oder sogar unsere eigene Wohnung – dann stellt man fest, dass viel zu viel Plastik in der Umwelt herumirrt, um dessen Entsorgung sich niemand wirklich kümmert. Dass all unser Plastik irgendwo hier recycelt werden würde, ist ein Irrglaube. Wenn wir also nicht genau kontrollieren können, wo unser Müll hingeht, können wir stattdessen darauf achten, nicht zu viel zu produzieren. Das ist hier in der Stadt relativ leicht. Ich weiß, dass es auf dem Land durchaus schwieriger sein kann, aber kleine Verbesserungen kann jede*r schaffen. Wir haben hier mittlerweile zwei Unverpackt-Läden, in denen wir unsere eigenen Behältnisse wieder und wieder verwenden können, um Kaffee, Müsli, Waschmittel, Schokolade und co. nach Hause zu transportieren. Wer keinen Laden in der Nähe hat, …

Baby auf dem Arm von mir, der Mutter

Auch das zweite Kind stellt das Familienleben auf den Kopf

Wenn ein Kind geboren wird, stellt sich das Leben der Eltern auf den Kopf. Vor dem ersten Kind denkt man, man wisse genau wie es läuft. Man wundert sich, warum Eltern so viel von Problemen sprechen, warum es für sie so anstrengend ist und glaubt, die Weisheit der Kindererziehung mit Löffeln gegessen zu haben. Dann kommt das erste Kind und wirbelt alles durcheinander und zeigt den Eltern, wie wenig sie beeinflussen können. Es zeigt, dass es schon ein eigener Mensch mit eigenem Charakter ist und überhaupt keine Lust hat, nach der dritten Runde “Lalelu” einzuschlafen, OBWOHL man das Nachtlicht mit den ansprechenden Motiven gekauft hat. Wenn dann das zweite Kind unterwegs ist, dann ist man vorbereitet, dann hat man es aber nun wirklich raus – man kennt die Tricks, kennt das Bauchmassageöl und den Fliegergriff und weiß, dass Babys nachts gelegentlich aufwachen. Weil das Baby sich über Monate nicht ablegen lässt, hat man sogar die Federwiege gekauft, von der man früher gehört hatte. Eigentlich alles ganz easy, wenn man nicht bis hierhin vergessen hätte, dass …

Cover vom Buch Wild World

Rezension: Wild World (Julia Dibbern & Nicola Schmidt)

Umso größer unsere Kinder werden, umso größer wird auch ihr Radius. Heute ist es der Gang alleine zum Bäcker, morgen ist es die erste Klassenfahrt. Julia Dibbern und Nicola Schmidt zeigen mit ihrem neuen Buch Wild World. Wie Kinder an der Welt wachsen und Eltern entspannt bleiben Wege, wie wir Eltern bei der wachsenden Selbstständigkeit der Kinder nicht in allzu große Sorge verfallen und geben Beispiele und Strategien mit an die Hand. Zunächst widmen sie sich dem großen Thema der Familienresilienz und der Frage, was wir als Familie eigentlich brauchen und was uns stärkt, damit unsere Kinder gut gebunden und sicher aufwachsen können. Sie erklären die Bedürfnisse, die innerhalb einer Familie herrschen, genauso wie den Begriff der Resilienz. Hier fassen sie schließlich auch die “Schutzfaktoren” im Großwerden der Kinder zusammen: feste Bezugspersonen, Motivation zur Leistungserbringung, ein positives Selbstwertgefühl und realistische Zukunftsperspektiven. Doch damit nicht genug, anschließend erklären sie in knappen Absätzen mit guten Beispielsätzen auch, was resiliente Eltern richtig machen. Dabei sind sie ganz undogmatisch: “Stresst euch nicht damit, euch nicht zu stressen!” (Zitat S. …