Schwangerschaft & Baby
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Babykleidung aufbewahren oder nicht? Eine sehr emotionale Frage.

Vor ungefähr einem Jahr, zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin unseres zweiten Kindes, haben wir die Kisten mit Babykleidung aus dem Keller geholt. Viel war nicht mehr übrig, weil wir damals den Großteil der Kleidung, aus der die Tochter herausgewachsen war, gespendet oder weitergegeben haben – aber einige wenige Lieblingsstücke sind geblieben. Vor ungefähr einem Jahr haben wir dann die Erstausstattung für den Babysohn zusammengekauft, mittlerweile lagen die kleinen Größen nun allerdings auch schon wieder seit einem halben Jahr aussortiert im Schrank.

Gestern habe ich mich an diese immer voller werdende Box gewagt und etwas getan, was mich emotional doch stärker getroffen hat, als ich vorher gedacht hätte: Ich habe aussortiert. Und zwar so richtig. So “falls wir jemals ein drittes Kind kriegen sollten”-richtig. Alles von Größe 50-68 wurde auf den Prüfstand gestellt: Heben wir es wirklich auf? Geben wir es weiter? Verleihen wir es nur?

Babykleidung aufbewahren: Was darf bleiben?

Ich hätte alles aufbewahren können, klar. Dann sähe unser Keller allerdings in zwei Jahren aus wie ein kleiner Second-Hand-Shop. Ob wir jemals ein drittes Kind bekommen, steht in den Sternen. In den letzten vier Jahren Elternschaft haben wir gelernt, dass man vieles einfach auf sich zukommen lassen muss. Aber selbst, wenn wir kein drittes Kind mehr bekommen sollten, möchte ich mich nicht von allen Babysachen trennen. Einerseits hängen da viele Erinnerungen dran, viele Momente auf dem Sofa, in denen wir das Baby in GENAU DEM Schlafanzug stundenlang beobachtet haben. Spaziergänge mit GENAU DEM Wollpullover, den schon mein Mann als Baby trug. Die winzigen Bodys, bei denen man nicht gedacht hätte, dass da noch winzigere Babybeinchen herausschauen könnten. Zusätzlich wird irgendwann vielleicht auch der Moment kommen, in dem unsere Kinder Eltern werden und in dem wir ihnen gerne Lieblingsstücke aus ihrer eigenen Kindheit mitgeben möchten.

Jedes einzelne Teil habe ich mir noch einmal bewusst angesehen, Momente Revue passieren lassen und es dann auf einen der Stapel “bleibt”, “wird verschenkt” oder “Flohmarkt” gelegt. Wenn das so weiter geht, werde ich die Marie Kondo der Babysachen.

Babykleidung, die weitergegeben wird

Alles, woran unser Herz nicht extrem stark hängt, geben wir weg. Wie auch beim ersten Kind möchten wir einen Teil spenden, einen Teil an Freund*innen und Familie verschenken und den letzten Rest vermutlich mal auf einem Flohmarkt verkaufen. So wie wir bisher allerdings flohmarkttechnisch unterwegs waren, verschenken wir es am Ende sowieso wieder. Wir haben selbst einige Teile genutzt, in denen schon mindestens zwei Kinder vorher die Welt erkundet haben und ich finde den Gedanken sehr schön, gut gepflegte Dinge weiterziehen und für neue Momente bereit sein zu lassen.

Babykleidung, die bleibt

Die Kiste mit der Babykleidung, die bleibt, war tatsächlich emotional schwieriger zu füllen, als die Stapel mit den Sachen, die nicht bleiben. Das Weggeben der Kleidung, an der wir nicht hängen, fällt mir nicht so schwer. Aber der Kloß im Hals war groß, als ich die verbleibenden Dinge in die Kiste legte und mir plötzlich die Frage in den Kopf schoss, ob das nächste Kind, das diese Klamotten tragen wird, tatsächlich nochmal ein Kind von meinem Mann und mir sein wird – oder eins unserer Enkelkinder. Dieser Gedanke traf mich sehr unerwartet, denn er bringt gleich noch einen zweiten mit: War es das vielleicht schon mit den Babyphasen? Habe ich “alle meine Kinder” schon bekommen? Mit 26? Werden wir vielleicht nie eine “klassische” Elternzeit, ohne Uni-Stress und Arbeiten erleben? Haben wir das alles genug genossen? Puh. Da ist er schon wieder, der Kloß.

In der Kiste für den Keller liegen nun noch wenige Kleidungsstücke, die mein Mann oder ich selbst als Babys getragen haben, Kleidungsstücke, die unsere beiden Kinder getragen haben und wenige Neuanschaffungen vom zweiten Kind.

Die Kleidung, die unsere Kinder trugen, als wir mit ihnen jeweils aus dem Krankenhaus nach Hause gefahren sind, habe ich schon länger gesondert aufgehoben. Noch lagert sie in einer kleinen Box, soll aber demnächst in Bilderrahmen ihren Platz in unserer Wohnung finden.

Und bei euch? Was macht ihr mit aussortierter Baby- oder Kinderkleidung?

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