Kleinkind, Studium mit Kind
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Bjerregård, Dänemark mit Kleinkind – Urlaub mitten im Semester

Die Tasten quietschen noch etwas, während ich anfange, diesen Artikel zu schreiben. Unter ihnen hat sich Sand von Dänemarks Nordseeküste versteckt, genauso wie in allen Taschen, Schuhen und Brotdosen. Gestern sind wir aus unserem Dänemark-Urlaub zurückgekommen, die Tochter ist heute schon wieder fröhlich in die Kita gehüpft und ich brauche einen Kaffee, bevor ich mich an die Wäscheberge mache.

Schon letztes Jahr waren wir mit E. in Dänemark, damals waren wir an der Ostsee campen und anschließend ein paar Tage bei Freund*innen in Kopenhagen. Sie ist ja ein norddeutsches Kind, da kommt man um die Dänemark-Urlaube nicht herum. Dieses Mal hat es uns mit Freund*innen in ein Ferienhaus an die Nordsee verschlagen und unsere Hoffnungen auf weniger Regen und mehr Sandburgen wurden nicht enttäuscht.

Wir haben es in diesem Urlaub sehr zu schätzen gewusst, dass wir noch nicht an Schulferien gebunden sind. Erinnerungen und neue Horizonte möchte man seinem Kind ja bieten, doch ist das mit Studierendenbudgets manchmal etwas schwierig. Direkt im Sommer während der Hauptsaison zu verreisen können wir quasi vergessen, was ich momentan aber auch nicht schlimm finde. Im letzten Sommersemester waren wir auch schon während der Vorlesungen eine Woche weg (in Bayern), in diesen Zeiträumen sind die Urlaube einfach günstiger und dadurch für uns überhaupt erst machbar. Zudem ist es ja auch nicht verkehrt, einmal Energie zu tanken, während um eine*n herum alle anfangen, über das stressige Semester zu stöhnen und sich von den ersten nervenaufreibenden Gruppenarbeiten zu erholen.

Nun aber zur Nordsee! Was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter. Zwei Tage war es bewölkt, die restliche Zeit aber sehr sonnig und wir konnten jeden Tag den kleinen Weg vom Ferienhaus zum Strand laufen. Viele Häuser waren in dieser Woche unvermietet, der Strand war herrlich leer und lud daher besonders zum Buddeln ein. Es braucht ja im Grunde nur ein paar Schaufeln, einen Eimer, Sand, Wasser und Fantasie, um ein Kleinkind (und ehrlich gesagt auch uns) über Stunden hinweg zu begeistern. Wahnsinnig viel mehr gibt es direkt in Bjerregård auch nicht zu erleben, man muss sich der Entspannung quasi hingeben und einfach den Blick auf das Wasser genießen.

Unser Ferienhaus hatte eine eigene Schaukel und eine Sandkiste, was uns die gemeinsamen Mahlzeiten durchaus erleichtert hat. So konnte E. schon spielen gehen, während wir tatsächlich des Öfteren in Ruhe einen Kaffee trinken konnten. Auch ein Kinderstuhl war schon vorhanden, danach hatte ich bei der Buchung extra geguckt – Töpfchen, Spielzeug & co. nehmen schließlich schon genug Platz im Kofferraum ein. Das Spielzeug für den Urlaub haben wir vorher gemeinsam mit E. ausgewählt. In eine Holzkiste durfte sie im Kinderzimmer die Sachen einpacken, mit denen sie gerne in Dänemark spielen würde. Dies war ein Experiment, denn ob das mit ihren 2,5 Jahren wirklich so gut klappen würde, wusste ich vorher nicht. Es hat allerdings sehr gut geklappt, sie hat sich für ihre Holztiere, den Holz-Regenbogen, ein Puzzle und Bücher entschieden, die auch alle im Ferienhaus bespielt wurden. Gegen eventuelle Langeweile haben wir beide noch gemeinsam ein neues Memory gekauft.

Ich bin eher der ungeduldigen Sorte Mensch zuzuordnen und mir fällt es in Urlauben schwer, tagelang “nur” an den Strand zu gehen. Nach ein paar Tagen brauche ich ein wenig Abwechslung und muss irgendwas entdecken. Deshalb fuhren wir einen Tag nach Esbjerg, was ca. 45 Minuten von unserem Ferienhaus entfernt war. Im Shoppingcenter gab es einen neuen Pullover für E. und eine Hose für das Bauchbaby, da ein Markengeschäft Sale-Preise ausgewiesen hatte, die wir so tatsächlich hier nicht bekommen würden. Anschließend gab es Bagels, Ostehaps und Eis und noch einen kleinen Spaziergang durch die Einkaufsstraße, bis wir uns wieder auf den Rückweg machten.

Der leckerste Eiskaffee seit langem!

Hätten wir weitere Tage mit Aktivitäten füllen müssen, wäre ich gerne noch zum Sandburgen-Festival nach Søndervig gefahren, mit größeren Kindern ist garantiert auch der Wikingerhafen in Bork ein Erlebnis. Dort gibt es auch Führungen auf Deutsch und nach den Kursen in Skandinavistik meines leider nur zweisemestrigen, dann wegen Unvereinbarkeit beendeten Dänisch-Studiums hätte ich mir die dänische Geschichte gerne noch etwas genauer angesehen. Die Tage vergingen aber auch so wie im Flug und während ich jetzt die Texte für diese Uni-Woche sichten muss, wünsche ich mich durchaus an den Strand zurück!

 

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