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Cover von Montessori für Eltern

Rezension: Montessori für Eltern (Simone Davies)

Im BELTZ-Verlag ist 2020 Montessori für Eltern von Simone Davies erscheinen, ein Ratgeber für Eltern, die ihren Alltag mit Kindern nach Maria Montessori gestalten möchten. Es wurde aus dem Amerikanischen übersetzt von Karin Wirth und mit Illustrationen von Hiyoko Imai versehen. Die englische Variante The Montessori Toddler war schon sehr beliebt, jetzt ist der Ratgeber für Eltern von Kleinkindern auch auf Deutsch erhältlich.

Verbindung von Theorie und Praxis

In zehn Kapiteln gibt Simone Davies einen umfassenden Einblick in Themen, die Familien begegnen, wenn sie sich mit Montessori-Pädagogik befassen: Angefangen mit einem grundlegenden Blick auf Kinder, werden zunächst die Grundlagen Montessoris so erklärt, dass sie verständlich sind und auch die Unterschiede zu herkömmlicher Pädagogik deutlich werden. Simone Davies erklärt, was genau Montessori-Aktivitäten sind und wie sie den Kindern eine ganzheitliche Entwicklung ermöglichen. Um die Umgebung der Kinder für sie vorzubereiten, widmet sich ein ganzes Kapitel der Frage, wie man auch das Zuhause dementsprechend einrichten kann. Dass es aber auch auf das Verständnis der Grundsätze und das Finden und Festigen der eigenen Rolle ankommt, zeigt sie etwa am Kapitel zum Verhältnis von Kooperation und Grenzen und den Aufgaben der Erwachsenen. Es ist eine bunte Mischung aus Theorie und Praxis, auch ganz praktische Alltagssituationen werden behandelt: Beispielsweise das Essen oder Schlafen, das Zähneputzen oder Frustration.

Undogmatisch: Beispiele statt Zwänge

Besonders positiv fällt an Davies’ Ratgeber die undogmatische Herangehensweise auf: Es geht in diesem Buch nicht darum, alles 1:1 so umzusetzen, wie es vorgeschlagen wird, alles genauso zu bewerten oder dieselben Materialien zu kaufen. Vielmehr schwingt die ganze Zeit der Tenor mit, dass dies Anreize sind, Beispiele aus der Montessori-Praxis, die es Eltern erleichtern sollen, montessori-orientiert mit ihren Kindern umzugehen. Es ist eben kein klassischer Erziehungsratgeber, sondern ein Guide für die Umsetzung eines montessoripädagogischen Famillienalltags, genauso so kommt es auch rüber und sollte auch so verstanden werden. Im Kapitel zur Bildschirmzeit etwa werden nicht Bildschirme per se verurteilt, sondern Simone Davies zeigt auf, warum es bei ihr persönlich eine Begrenzung der Zeit gab und wie sich diese änderte.

Übersichten und weitere Informationen

Am Ende des Buches findet man schließlich eine sehr übersichtliche Darstellung von Altersstufen des Kindes zwischen ca. einem Jahr bis ins Kindergartenalter und entsprechenden Aktivitäten. Simone Davies ergänzt die hilfreichen Angaben auch um weiterführende Lektüre, Kriterien für gute Einrichtungen und Bezugsquellen für Material. Auch hier liegt der Fokus wieder auf niedrigschwelligen Beispielen, es wird keine teure Ausstattung als erforderlich ausgewiesen, sondern es finden sich hier auch Inspirationen von Flohmärkten oder kleineren (Online-)Plattformen und Shops.

Montessori für Eltern deckt ein so breites theoretisches und praktisches Spektrum ab, dass es das ideale Werk ist sowohl für Eltern, die sich ganz neu für Montessori-Pädagogik interessieren als auch für Eltern, die noch tiefer in das Thema einsteigen wollen.

Simone Davies: Montessori für Eltern
BELTZ Verlag. Weinheim 2020. 303 Seiten.
ISBN: 978-3-407-86612-7.
Paperback: 24,95€

Bild vom Eingangsschild des Naturparkzentrums

Ausflug zu Corona-Zeiten in Brandenburg: Das Wildgehege Glauer Tal

Mit Kindern in Corona-Zeiten einen Ausflug zu machen, ist gar nicht so leicht, wenn man sich an ausreichend Abstand halten muss und möchte. Viele Einrichtungen haben zudem noch nicht wieder geöffnet. Eine Option für Familien aus Berlin und Brandenburg möchte ich euch heute aber vorstellen: Das Wildgehege Glauer Tal im Naturpark Nuthe-Nieplitz.

Das Wildgehege Glauer Tal

Laut Angaben des Naturparkzentrums am Wildgehege Glauer Tal liegt das Gehege circa 20 Kilometer südlich von Berlin und circa 30 Kilometer südwestlich von Potsdam. Wir haben es aus Potsdams Norden mit dem Auto innerhalb von 45 Minuten erreicht. Ich habe die Verbindungen noch einmal mit dem ÖPNV nachgeguckt, aber das kann ich zumindest aus Potsdam nicht empfehlen. Wir hätten für eine Tour damit mindestens 2,5 Stunden benötigt. Von Berlin aus scheint dies – zumindest normalerweise – einfacher zu sein: Mit dem Regionalexpress kann man in 30 Minuten bis Trebbin fahren und sich schon vor Abfahrt um den Rufbus kümmern, der dann vom Bahnhof Trebbin bis zum Naturparkzentrum fährt. Aktuell würde ich hier sicherheitshalber noch einmal vorher anrufen.

Der Naturpark Nuthe-Nieplitz und das Wildgehege Glauer Tal

Wir sind direkt bis zum Parkplatz des Naturparkzentrums gefahren und haben uns für einen Spaziergang im Wildgehege entschieden, es hätte auch zahlreiche Wege außerhalb gegeben. Im Naturparkzentrum hat ein Fenster geöffnet, das Betreten des Zentrums ist aktuell nicht möglich. Das Bezahlen des Eintritts für das Wildgehege und das Fragen nach weiteren Informationen funktionieren aber problemlos durchs Fenster. Sogar ausgewählte Getränke hätten wir uns dort mitnehmen können, wir hatten uns aber schon genug Proviant eingepackt. Die Toilette des Zentrums kann ebenfalls genutzt werden, momentan ist das barrierefreie WC (für alle) zugänglich und es darf nur eine Person zur Zeit hierfür ins Gebäude eintreten, es sei denn es sind Kinder, die von jemandem begleitet werden. In diesem WC befindet sich auch ein Wickeltisch.

Der Eintritt in das Wildgehege Glauer Tal

Den Eintritt in das Wildgehege empfanden wir als sehr fair. Erwachsene zahlen üblicherweise 4€, Kinder unter 6 Jahren sind frei und Kinder ab 6 Jahren sowie Studierende und andere Ermäßigungsberechtigte zahlen 1,50€. Dafür kann man zwischen 10 und 17 Uhr im Gehege verweilen.

Verschiedene Routen bieten Platz für alle

Ausflug zu Corona-Zeiten : Viel Platz und wenig los

Was uns heute am meisten gefreut hat, war die Weite des Geheges. Wir wissen nicht, wann wir das letzte Mal so weit gucken konnten ohne uns um den nötigen Abstand zu anderen kümmern zu müssen – es war nämlich kaum jemand da. In drei Stunden haben wir gerade einmal zwei andere Familien gesehen. Aufgrund von verschiedenen Routen, die gelaufen werden können, verteilt sich der Besuch sehr gut. Und selbst da, wo man sich dann doch mal trifft, ist so viel Platz, dass man viele Meter Abstand halten kann. Sicherlich war es auch ganz gut, dass wir schon vormittags da waren, aber ich denke, dass man sich auch am Nachmittag hier sehr gut arrangieren kann, ohne gestresst zu sein.

Hier sind Abstandsregelungen kein Problem

Was kann man dort mit Kindern machen?

Eins muss man hierzu vielleicht sagen: Ein Wildgehege ist natürlich kein Zoo. Man muss sehr genau gucken, um Tiere zu entdecken, aber das mag ich sowieso lieber, als mir Tiere in Käfigen anzusehen. Dass auch hier alle Spielgeräte natürlich momentan abgesperrt sind, ist schade, aber sie sind teilweise so versteckt, dass es gar nicht so sehr auffällt. Schon außerhalb des Bezahl-Bereiches gibt es für Kinder viel zu entdecken, beispielsweise die Streuobstwiese hinter dem Parkplatz, bei der man mit einem Fernglas die Bäume ansehen kann.

Im Gehege selbst haben wir uns dann auf Spurensuche begeben, was uns die ganze Zeit über sehr gut beschäftigt hat. Wir haben Spuren auf dem Weg gesucht, die Route anhand von farblichen Markierungen an den Bäumen gefunden, die nummerierten Bänke gesucht und anhand der Einzeichnung in der Karte herausgefunden, wie viel Strecke wir bereits zurückgelegt haben. An verschiedenen Hinterlassenschaften der Tiere haben wir gerätselt, wie groß wohl das dazugehörige Tier sein muss. Dadurch, dass man ein Laufrad mit hinein nehmen darf, haben wir mehrere Kilometer zurückgelegt und auf den Bänken zwischendurch Pausen eingelegt. Wir hatten auch Glück: Neben Vögeln, Schmetterlingen und Krabbeltieren haben wir auch an zwei verschiedenen Stellen Wild beobachten können. Das war für die Kinder natürlich sehr aufregend!

Auch ohne den Spielplatz gibt es hier genügend Bewegung für Kinder

Das Wildgehege Glauer Tal als Ort für einen Ausflug zu Corona-Zeiten in Brandenburg

Uns allen hat dieser Ausflug heute sehr gut getan. Die Kinder konnten laufen, bis die Füße sie nicht mehr trugen, wir konnten die Natur genießen und wirklich sehr stressfrei Zeit miteinander verbringen. Ich kann einen Ausflug hierhin wirklich nur empfehlen und wir werden auf jeden Fall wiederkommen!

Blick in den leeren Weg eines Waldes

Corona-Krise als Familie: Was wir alles nicht gemacht haben werden.

Lange war es hier still, aber die Fragen danach, wie es uns gerade in der Corona-Krise geht und wie das Studium läuft, mehren sich. Also gibt es heute Neuigkeiten aus dem Hause eenemeenemama!

Instagram, Facebook und Twitter sind gerade voll mit Ideen, wie man aktuell mit Kindern durch die Zeit kommt. An den ersten Tagen fand ich das super und inspirierend, habe auch den einen oder anderen Basteltipp gespeichert. Habe an Familien mit Schulkindern Plattformen weitergeleitet, die ihre Nachhilfeprogramm jetzt online kostenlos zur Verfügung stellen. Ich war ein bisschen wie Bob der Baumeister: jo, wir schaffen das. Und dann überschlugen sich die Nachrichten täglich und mittlerweile bin ich froh, dass wir überhaupt gerade hier sind, wo wir sind. In Schleswig-Holstein, unserer Heimat, in der wir ewig gelebt haben und wo wir uns diese Woche zum ersten Mal fragen mussten, ob wir langsam eine Aufenthaltsgenehmigung brauchen, um hier zu sein. Wir unterstützen uns mit Familie gegenseitig, haben seit einer Woche einen wuseligen Haufen an Kindern und Erwachsene, die im Home-Office arbeiten können, wir isolieren uns gemeinsam.

Ich bin sehr vorsichtig, was Corona angeht, ich halte mich gerne an die Regeln, ich finde alles, was zu #flattenthecurve und #stayathome beiträgt super sinnvoll. Aber ich stelle auch fest, dass sich unser Alltag gar nicht so wahnsinnig doll von vorher unterscheidet, eher fühlt es sich an, als hätten wir uns die letzten Monate Stück für Stück dem Frühling entgegengearbeitet und jetzt käme eine riesige Welle, die uns wieder zurückspült. Während sich auf Instagram alle Aktivitäten überschlagen, wird mir deutlich, wie intensiv unsere vergangenen 1,5 Jahre waren. All das, was man jetzt gerade nicht machen kann, ging mit Ausnahme von Tierparks in den letzten 1,5 Jahren für uns nicht oder nur kaum. Wir waren seit der Schwangerschaft mit unserem Sohn nicht feiern, wir waren nicht im Kino, auf keinem Konzert, wir waren nicht im Restaurant und auch nicht entspannt im Café. Wenn, dann eine*r einzeln auf dem Weg irgendwohin. Wir waren zwar zwei Mal in Dänemark, aber wir hatten sowieso keine Elternzeit auf Bali oder in Costa Rica. Wir haben überwiegend im Home Office gearbeitet und studiert, nur wenn Kurse waren, waren wir in den Uni-Gebäuden. Bücher für Hausarbeiten hole ich schon lange nur noch aus der Bibliothek, um sie dann zu Hause durchzuarbeiten. Bis Februar hatten wir jeden Tag mindestens ein Kind zu Hause. Ein Kind mit starken Bedürfnissen, das weder im Kinderwagen liegen noch ohne Körperkontakt schlafen wollte, das immer in Bewegung war und in den ersten Monaten abends oft stundenlang weinte. Wir haben es zwar damals schon gewusst, aber jetzt fällt es uns erstrecht auf: Das alles war super anstrengend, hat uns sozial im Grunde bis auf gute Freund*innen in Potsdam im real life isoliert, der Rest fand hauptsächlich – wenn überhaupt noch – virtuell statt. Viele Veranstaltungen haben wir nicht wahrgenommen.

Vor ungefähr einem Monat haben wir aufgeatmet. Beide Kinder waren in der Kita, mehrere Stunden am Tag. Wir haben zu normalen Uhrzeiten so viel für die Uni geschafft, nicht nur abwechselnd oder abends. Wir haben in Ruhe eingekauft, die Wohnung geputzt, alleine Termine an der Uni wahrgenommen und wirklich nach langer Zeit wieder Raum gespürt. Wahrscheinlich haben wir gleich viel geschafft wie vorher, nur zu humanen Uhrzeiten. Und nun kam die Welle, drückt den Reset-Knopf, lässt uns wieder an den Start zurückgehen und wir sind noch eingeschränkter, weil eben auch Einkaufen und der Nahverkehr anders funktionieren. Wie gesagt, alles richtig angesichts der Lage gerade. Aber es arbeitet in uns.

Corona-Krise als Familie: Man muss nicht alles mitmachen

Und während ich jetzt auf Instagram lese, dass das alles eine große Chance für die Menschheit ist und wir jetzt endlich Zeit haben, mit unseren Kindern zu spielen usw., kommen hier meine ganz persönlichen Highlights für die kommenden Wochen. Nämlich all die Dinge, die ich nicht getan haben werde:

  • Ich werde kein Zimmer gestrichen haben.
  • Ich werde keinen Garten angelegt haben.
  • Ich werde keine Knete selbstgemacht haben.
  • Ich werde kein Buch über Achtsamkeit mit Kleinkindern geschrieben haben.
  • Ich werde niemals Anhängerin der Kitafrei-Bewegung sein.
  • Ich werde weder Spanisch noch Gebärdensprache gelernt haben.
  • Ich werde nicht aussehen, als hätte ich meine Quarantäne im Fitnessstudio verbracht.
  • Ich werde nicht ganze Serien auf Netflix durchgesehen haben.
  • Ich werde kein Abo für Disney+ haben.
  • Und ganz sicherlich werde ich nicht davon sprechen, dass das alles eine große Chance für die Menschheit war.

Und das alles ist auch völlig okay. Denn es ist keine große Chance, es ist eine Krise. Natürlich versuchen auch wir, die positiven Momente zu sehen, denn diese Krise hat ein Ausmaß, dass wir uns nicht vorstellen können. Niemand kann gerade wissen, wann die Kitas wieder aufmachen, niemand weiß, wie das alltägliche Leben in den nächsten 12 Monaten aussehen wird.

Und wenn man jetzt plötzlich viel Zeit mit den Kindern hat, dann freut mich das sehr. Es freut mich, wenn Familien die Zeit im Garten verbringen können oder sich überhaupt mal mehr sehen. Ich sehe nur aber auch, wie viele Familien gerade strugglen. Wie viele sich aufreiben zwischen Home Office und Kinderbetreuung, zwischen Geld verdienen und kochen müssen. Mit Kindern, die in der Wohnung nicht ausgelastet sind und nicht dem Geld auf dem Konto oder der passenden Quadratmeterzahl, um ein Indoor-Trampolin zu kaufen. Familien, die sich fragen, wie sie das warme Mittagessen stemmen sollen, während Teile des Einkommens Wegbrechen. Und Familien, die ihre Kinder mit schlechtem Gewissen in der Notbetreuung haben, weil sie in systemrelevanten Berufen arbeiten und dafür statt sofortiger und dauerhafter Gehaltserhöhung gelegentlich Applaus aus anonymen Fenstern bekommen.

Was ich dir sagen will, ist: Alles ist voll mit Tipps und Chancen und positiver Energie und ich freue mich für alle, die durch diese merkwürdigen Wochen gerade vor Kreativität und Aktionismus nur so sprudeln, aber ist auch okay, wenn man mal was anderes lesen muss. Wenn man froh ist, dass alle ein Mal am Tag an der frischen Luft waren und man währenddessen keine Kunstwerke aus Klopapierrollen und Krepppapier gefertigt hat. Man kriegt sehr schnell das Gefühl, etwas zu verpassen oder nicht so viel zu spielen wie andere Familien. Das fühlt sich ungefähr so an wie vor zwei Jahren, als mir das Land Brandenburg einen Flyer zur Elternzeit schickte mit dem Hinweis, man könne ja Fortbildungen machen, damit man danach noch mit den Kolleg*innen mithalten könnte. Wenn das System seine Chancen erkennt, haben wir dafür auch später noch Zeit. Man muss jetzt nur einigermaßen gesund durch die kommenden Monate kommen und dabei nicht verrückt werden.

Haltet die Ohren steif und die Hände sauber!

Rezension: Hochsensibel Mama sein. Das Ressourcen-Buch. (Kathrin Borghoff)

Hochsensibel Mama sein – was ist das? Neben Worten wie Gefühlsstärke liest sich auch das Wort Hochsensibilität immer häufiger, im Zusammenhang mit Kindern, aber auch mit Erwachsenen. Hochsensible Menschen (zu denen je nach Bericht jeder vierte bis fünfte Mensch in Deutschland zählt), lassen sich nicht pauschal definieren, haben aber häufig eine ausgeprägte Feinfühligkeit, verarbeiten tief und sind auch in ihren Sinnen sehr empfindsam. Hochsensibilität in Kombination mit Mutterschaft kann aus verschiedensten Gründen sehr intensiv sein.

Kathrin Borghoff, die sich selbst auch als hochsensibel beschreibt, ist Mutter und arbeitet als Familiencoach mit dem Schwerpunkt Hochsensibilität. In Hochsensibel Mama sein. Das Ressourcen-Buch verbindet sie eigene Erfahrungen, Erkenntnisse aus der Forschung und Erfahrungen aus ihrer praktischen Arbeit. Diese verschiedenen Ebenen holen unterschiedlichste Leser*innen dort ab, wo sie es benötigen. In zehn Kapiteln schlägt sie den Bogen von einer Einführung über Hochsensibilität, hochsensible Mutterschaft und Möglichkeiten der Selbst-Testung über das Erkennen der eigenen Grenzen und der möglichen Ressourcen hin zu konkreten Übungen für einen alltäglichen Umgang mit der eigenen Hochsensibilität und der der Kinder, die sie eventuell vererbt bekamen.

Hochsensibel Mama sein: Jede Geschichte ist ganz individuell.

Dass Hochsensibilität dabei so verschieden sein kann wie die Menschen, die diese bei sich selbst entdecken, betont Kathrin Borghoff immer wieder. So gibt es nicht das eine Set von Merkmalen, nicht die gleichen Stressoren, nicht automatisch sind hochsensible Menschen auch introvertiert. Da es keine pauschale Ausgangssituation gibt, liefert die Autorin auch keine pauschale Antwort, sondern vielmehr – und das macht das Buch gerade so sympathisch – Impulse und Gedanken, in denen man sich selbst wiederfinden oder sich von ihnen abgrenzen kann und Übungen, die die Leser*innen dazu befähigen, sich ihren eigenen Fahrplan für die Zukunft zu gestalten.

Warum es Spaß macht, eine hochsensible Autorin zu lesen

In jedem Kapitel spürt man, wie viel Arbeit Kathrin Borghoff in dieses Buch investiert hat. Wie sorgsam die begleitenden Geschichten aus ihren Coachings ausgewählt wurden und wie sie auch über Momente spricht, die ganz persönlich mit ihr selbst zu tun haben. An keiner Stelle ist Hochsensibel Mama sein. Das Ressourcen-Buch oberflächlich, vielmehr kommt es immer wieder zurück auf seinen eigentlichen Zweck: Die angesprochenen Mütter auf ihrem Weg zu unterstützen, ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben und zu zeigen: Man ist nicht allein. Kathrin Borghoff legt dennoch auch den Finger in die Wunde und animiert an Stellen, an denen eventuell ein Rückzug in ein Schneckenhaus logisch erscheinen würde, zum über sich hinaus Wachsen.

Abwechslungsreich integriert sie auch flankierende Themen, greift die Erkenntnisse der Bindungsforschung auf und reflektiert diese, bricht sie herunter auf die Entscheidungen, die Familien hierzu treffen können. Sie erklärt Themen so präzise, dass vielleicht die einen oder anderen Ratgeber nicht mehr gelesen werden müssten – nennt aber auch Blogs oder andere Projekte im Internet, denen man hingegen sehr gut nachgehen könnte. Es ist sehr angenehm zu lesen, wie sie Namen nennt von Personen, die sie inspiriert haben und wie sie ihre Bühne mit ihnen teilt. Besonders fällt auf, wie Kathrin Borghoff den Leser*innen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Die Führung durch das Buch ist sehr logisch, aufeinander aufbauend und beantwortet aufkommende Gedanken direkt.

Was dieses Buch leisten kann

Dies ist kein Buch für eine leichte, amüsante Lektüre vor dem Schlafengehen. Es ist stattdessen tiefergehend, aufwühlend und voller Kraft und Verständnis. Dies ist ein Buch, das Zeit benötigt, denn hier wird nicht nur gelesen, hier arbeitet das Gehirn dabei auf Hochtouren. Es gibt Stellen, an denen man es vor lauter Gedanken noch einmal weglegen und später wieder zurückkommen muss. Das mag manchmal etwas anstrengend erscheinen, aber Kathrin Borghoff verdeutlicht: Nur auf der Erkenntnis der Hochsensibilität ausruhen genügt nicht. Denn darauf folgt ein langer Prozess, den man selbst gehen muss, an dessen Ende aber ganz viel Schönes wartet.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die merken, dass sie ein bisschen mehr merken als die meisten um sie herum. Die mehr fühlen, mehr hören, mehr empfinden und damit nicht immer umgehen können oder es bisher nicht lernen konnten. Für alle, die erst mit ihrer Mutterschaft entdeckt haben, dass irgendetwas anders ist und diejenigen, die es schon vorher wussten. Und eine klare Leseempfehlung für alle, die mit jemandem zusammen erziehen, der oder die sich als hochsensibel einordnet. Kathrin Borghoff gewährt einen Einblick, wie es in dem anderen Kopf aussehen kann.

Kathrin Borghoff: Hochsensibel Mama sein. Das Ressourcenbuch.
BELTZ-Verlag. Weinheim 2020. 291 Seiten.
ISBN: 978-3-407-86581-6
Paperback: 19,95€

Symbolbild: Kind läuft über einen Weg

Wie ein Kitawechsel Entspannung in unseren Familienalltag brachte

Es ist fast drei Jahre her, dass ich den großen braunen Umschlag aus dem Briefkasten holte, mein Mann war gerade dabei, unsere Tochter für den Mittagsschlaf hinzulegen. Ich überlegte, ob ich ihn alleine öffnen sollte und entschied mich dafür. Und so las ich, sehr angespannt und auf alles gefasst, dass wir den Platz in unserer Wunschkita bekommen hatten. Ich habe innerlich Luftsprünge gemacht und meinem Mann direkt eine Nachricht ins andere Zimmer geschickt: „Wir haben den Platz!“. Einen Kitaplatz in Potsdam zu finden, stellte sich damals als schwieriges Unterfangen heraus. Einen Platz in einem Montessori-Kindergarten zu bekommen, wäre der Sechser im Lotto gewesen. Und wir hatten ihn tatsächlich ergattert. Es gab nur einen einzigen, klitzekleinen Haken: Die Kita war in einem ganz anderen Stadtteil. Solange ich noch wegen der Uni ohnehin mehrmals die Woche in die Richtung musste, war das nicht weiter problematisch, aber als meine Kurse weniger wurden, insbesondere, als ich mit unserem zweiten Kind schwanger war, wurde es schwieriger. 

Kitawechsel: Warum jetzt?

Wir haben also seit zwei Jahren versucht, eine Wohnung in dem Stadtteil der Kita zu bekommen. Und waren erfolglos. Egal, auf welche Wohnung wir uns gemeldet haben, entweder kam gar keine Antwort oder die Vermietenden waren spätestens dann raus, als sie lasen, dass wir beide noch studieren. Sie waren nicht darauf angewiesen, einer studierenden Familie die Wohnung zu geben. Dazu kam, dass sich die Mieten hier in den letzten zwei Jahren auch stark verändert haben und wir uns sehr viele Wohnungen dort ohnehin nicht mehr hätten leisten können. 

Daher bissen wir in den sauren Apfel und fuhren jeden Tag die Strecke zum Kindergarten. Mit dem Fahrrad brauchte ich für eine Strecke 35 Minuten, mit dem Auto durch den Stadtverkehr für eine Strecke 25 Minuten, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 45-60 Minuten. Hin und zurück war ich also an Tagen, an denen ich nicht in die Uni musste, mit Hinbringen und Abholen zwei Stunden unterwegs. 10 Stunden die Woche nur für den Weg zur Kita. Genauso viele Stunden arbeiteten wir in unseren Nebenjobs. Das hat nicht nur uns viel Zeit und Nerven gekostet, sondern auch unsere Kinder. Unser Sohn fährt sehr ungerne Auto. Er musste aber mit, wenn die Schwester hingebracht oder abgeholt werden musste und der andere von uns keine Zeit hatte. Auch unserer Tochter wurde es zunehmend nicht mehr gerecht, nach dem Kindergarten eine halbe Stunde lang angeschnallt im Auto zu sitzen. Wir hatten so viele „Pause-Tage“, weil wir uns an stressigen Morgenden die Fahrerei nicht antun wollten. 

Nachdem wir im Sommer dann noch mehr Absagen für Wohnungen im anderen Stadtteil und Absagen für Tagesmütter für unseren Sohn erhalten haben, habe ich daher in einer Kurzschlussreaktion einen anderen Weg versucht: Ich habe beide Kinder in einer Kita in unserer Nähe angemeldet. 10 Minuten für eine Strecke mit dem Fahrrad, 15, wenn unsere Tochter selber fährt. Und wir haben die Plätze bekommen. Wieder ein Sechser im Lotto eigentlich. 

Im November startete unsere Tochter, die Eingewöhnung unseres Sohnes beginnt in vier Wochen. Der Wechsel fiel uns Eltern sehr schwer. Als wir herzogen und keinen Kita-Platz bekamen, war das für uns ein Grund, eventuell wieder wegzuziehen. Zwei Jahre später war der Platz im Montessori-Kindergarten, der wie ein zweites Zuhause für uns wurde, neben unseren guten Freunden hier der Grund, zu bleiben. Wir waren angekommen. Unser Kindergarten war wunderbar. 

Der Alltag entspannte sich schon nach wenigen Wochen

Aber wir haben ziemlich schnell erkannt: Der Kita-Wechsel hat unseren Alltag wirklich merklich entspannt. Ich kann wieder viel mehr Touren übernehmen, weil ich nicht mehr gestresst bin, weil unser Sohn auf dem Rücksitz weint. Das Lastenrad findet er gut. Unsere Tochter fährt fast jeden Tag selbst mit dem Fahrrad und wir kommen „hilf mir, es selbst zu tun“ so viel näher als mit dem Auto. Sie ist durch das Fahren ausgelastet und geht nicht mehr um 23 Uhr ins Bett. Wir belasten die Umwelt weniger, weil wir unser Auto nicht mehr für den Stadtverkehr benutzen und das entspannt unser Gewissen. Wir sind jeden Tag nur noch halb so lange für die Kita-Touren unterwegs und dabei bei jedem Wetter an der frischen Luft, auch wir selbst fahren so mehr Fahrrad. Und unsere Tochter ist glücklich, weil wir sie dadurch jeden Tag eine Stunde früher abholen und nachmittags mehr Zeit miteinander haben können. 

Und das beste: Unsere Tochter fühlt sich im neuen Kindergarten sehr wohl. Es fühlt sich auch für uns sehr gut an, sie tagsüber dort zu lassen. Ich bin gespannt, wie die Eingewöhnung mit unserem Sohn in vier Wochen aussehen wird – und vor allem auf die Zeit danach! 

Cover Mutter.Sein.

Rezension: Mutter. Sein. (Susanne Mierau)

Susanne Mierau hat in den vergangenen Jahren viele Bücher und noch mehr Artikel darüber geschrieben, wie wir Eltern heutzutage unseren Kindern begegnen und sie auf ihre Zukunft vorbereiten, wie wir alte Denkmuster durchbrechen und als Familie neue Wege finden können. Das alles schreibt sie aus verschiedenen Perspektiven, sie ist selbst Mutter dreier Kinder und Kleinkindpädagogin.

Nachdem im vergangenen Jahr mit Rundum Geborgen und Einfach Familie leben das Umfeld der Kinder stärker in den Fokus rückte, hat sie sich mit dem gerade erschienenen Buch Mutter. Sein. nun einer weiteren großen Baustelle gewidmet, die in unser aller Familienleben präsent ist: dem Mutterbild, das uns alltäglich in Werbung oder Gesellschaft begegnet, mit dem wir groß geworden sind und welches uns bis heute in unserem Tun und Denken beeinflusst.

Susanne Mierau hinterfragt, wie dieses Mutterbild entstanden ist und was es mit uns macht. Sie schlägt den Bogen von Funden aus der Steinzeit, von Jäger*innen und Sammler*innen über das Mittelalter hin ins 20. Jahrhundert. Sie legt dar, wie sich die Situation für Mütter zwischen den beiden Weltkriegen veränderte und welche feministischen Bewegungen in den Sechzigern zu einem Umdenken führten. Insbesondere nimmt sie auch in den Blick, wo sich Mütter wann ihre Informationen in Bezug auf Erziehung besorgt haben.

Doch nicht nur Politik und patriarchale Strukturen identifiziert sie als etwas, was uns Mütter beeinflusst, auch beispielsweise Social Media und Bewegungen werden untersucht. So schreibt sie unter anderem von dem wesentlichen Schritt, den das Attachment Parenting von William Sears für eine liebevolle Begleitung der Kinder bedeutet hat, aber eben auch, dass die evangelikale Ausrichtung Sears’ dazu führte, Mütter als Haupterfüllerin der kindlichen Bedürfnisse festzulegen und Vätern weniger umsorgende Tätigkeiten zugeschrieben wurden.

Dieser reflektierte Umgang zieht sich durch das gesamte Buch. So wird auch Social Media nicht verteufelt – Susanne Mierau ist hier selbst sehr aktiv – aber die Risiken und Gefahren werden so dargestellt, dass Mütter entscheiden können, was sie aus der virtuellen Welt mitnehmen und was eben nicht. Besonders gut ist, dass all das nicht mit dem erhobenen Zeigefinger passiert, sondern sich wissenschaftliche Erkenntnisse mit sehr persönlichen Erfahrungen mischen. Susanne Mierau legt nicht ein “perfektes” Mutterbild vor, sondern spricht alle Facetten der Mutterschaft an, in denen sich Leser*innen wiederfinden könnten.

Dabei gibt es kein Schwarz/Weiß: Sie schreibt von sehr diversen Familienstrukturen, von “maternal gatekeeping” und nicht nur von Vätern, die nicht wollen, sondern auch von Vätern, die nicht sollen. Und damit regt sie an zum eigenen Hinterfragen, zum Streiten, zum Bestätigen, zum Reflektieren und zum Andersmachen. Aber sie ist dabei auch immer ehrlich, was mir besonders gut gefällt: Sie bietet keinen 10-Punkte-Plan, an dem man sich abarbeiten könnte. Es wird stattdessen immer wieder klar, dass das ein langwieriger und sehr individueller Prozess ist – aber es wird genauso deutlich, dass er sich lohnt.

Mutter. Sein. ist ein umfangreiches Buch, das Müttern Mut machen und Kraft geben kann. Und um noch einen ganz persönlichen Kommentar zuzufügen: Ich habe fast alle Bücher von Susanne Mierau gerne gelesen – aber das hier hat mich wirklich noch einmal nachhaltig bewegt. Wenn man nicht weiß, mit welchem Buch von ihr man anfangen sollte, lautet meine Empfehlung nun: damit!

Susanne Mierau: Mutter.Sein. Von der Last eines Ideals und dem Glück des eigenen Wegs.
BELTZ-Verlag, Weinheim 2019. 271 Seiten.
ISB-N: 978-3-407-86563-2
Paperback: 18,95€

Roboter Smarty beim Familienausflug ins Phaeno Wolfsburg

Familienausflug ins Phaeno Wolfsburg

Seifenblasen so groß, dass wir darin stehen können? Ein Roboter, der mit uns spricht? Ein Schwindeltunnel, in dem wir vergessen, wo oben ist? Das Phaeno in Wolfsburg stand schon lange auf der Liste unserer Ausflugsziele und endlich ist unsere Tochter nun alt genug, dass es sich für uns alle ausreichend ausreichend gelohnt hat. Ich freue mich daher sehr, dass wir vor zwei Wochen das Phaeno besuchen konnten und möchte euch heute etwas genauer vorstellen, warum ein Ausflug dorthin im wahrsten Sinne des Wortes #phaenomenal sein kann. Und ganz am Ende könnt ihr sogar etwas gewinnen. Dieser Beitrag entstand im Anschluss an einen Pressebesuch, daher Werbung.

Dauerausstellung “Die Welt der Phänomene”

Demonstration eines Blitzes
Erleben mit Augen und Ohren: Die Demonstration der Kraft von Blitzen

Das Phaeno in Wolfsburg ist ein ganz besonderes Experimentiermuseum. Schon die Architektur lädt dazu ein, das Gebäude zu erkunden, sich auf Neues einzulassen und die eigenen Sinne herauszufordern. Drinnen erwarten die Besucher*innen dann verschiedene Ausstellungen, zum einen die Dauerausstellung “Die Welt der Phänomene”, die mit über 350 verschiedenen Experimenten wohl für jede Familie passende Aktivitäten bereithält. Mir persönlich standen beispielsweise die Haare zu Berge, wir haben einen Tornado entstehen lassen, eine überdimensionale Kugelbahn bestaunt und mit einer Windkanone einen Vorhang an der Decke bewegt.

Frau, der die Haare durch Aufladung zu Berge stehen

Bubblemania im Phaeno Wolfsburg

Der eigentliche Auslöser für unseren Besuch zu diesem Zeitpunkt war das Seifenblasenfestival Bubblemania, eine Ausstellung, die nun leider schon zu Ende ist. Im Phaeno wechseln die übrigen Ausstellungen, weshalb sich auch ein erneuter Besuch immer wieder lohnt. Weiter unten stelle ich euch die Ausstellung vor, die als nächstes kommt.

Bei der Bubblemania kamen schon die kleinsten auf spielerische Art und Weise mit Experimenten in Verbindung: Uns hat beispielsweise die riesige Seifenblase, in der wir selbst stehen konnten, sehr gut gefallen! Die Kinder konnten auch selbst große Seifenblasen erstellen, sich das ultimative Seifenblasenrezept abschreiben und Seifenblasenkünstler*innen bei ihrer Arbeit zuschauen. Am Nachmittag haben wir uns die Seifenblasenshow von Tom Noddy angesehen und auch wenn es zum Großteil auf Englisch war, waren die Kinder alle sehr begeistert. Wer von euch schon immer mal wissen wollte, wie man eine Seifenblasenraupe oder eine eckige Seifenblase macht, sollte mal “Tom Noddy” in die Suchmaschine des Vertrauens tippen, man gelangt zu vielen Videos!

Mutter und Tochter innerhalb einer großen Seifenblase

Ausstellung “Smarte neue Welt”

Wovon wir ebenfalls nicht genug bekommen konnten, ist die aktuell laufende Ausstellung “Smarte neue Welt” – die könnt ihr immer noch sehen! Hier hätten wir noch ganze Tage verbringen und uns noch mehr Experimente anschauen können, was uns aufgrund der leichten Reizüberflutung bei den Kindern dann leider nicht möglich war. Wir möchten dafür aber auf jeden Fall noch einmal ins Phaeno fahren, denn das ist wirklich etwas, wo mit man nicht alltäglich in Kontakt kommen kann.

Sand mit Projektion in verschiedenen Farben zur Darstellung von Höhen und Tiefen
Die Augmented Sandbox

Unsere Tochter war begeistert von der “Augmented Sandbox”, einer Simulation, in der mit Sand eine Landschaft geformt werden kann und auf diese dann mittels verschiedener Kameras tatsächliche Landschaftsebenen projiziert werden. Auch uns hat das sehr viel Spaß gemacht, hier kann man selbst als Erwachsene nur schwer wieder aufhören.

Interessant war beispielsweise auch die Gesichtserkennungssoftware, die meinen Mann auf Mitte 20 schätzte und mich auf Ende 20 – anscheinend läuft der Verfall bei mir etwas schneller. Mit Perücke und ohne Brille wurde ich allerdings glatt zum Schulkind.

Als letztes Highlight möchte ich euch noch von den Robotern berichten, die wir gesehen haben. Ein Roboter (auf dem unteren Bild) konnte verschiedene Texte darbieten und beispielsweise wie Heidi Klum oder Benjamin Blümchen sprechen – oder sogar Goethe zitieren. Der zweite Roboter, Smarty, gleicht noch mehr dem, was man aus Dokumentationen über modernste Technologien kennt, ihr habt ihn oben im Beitragsbild gesehen. Er reagiert auf umstehende Personen, kann auf Fragen antworten und hat Kindergröße. Kein Wunder, dass er daher besonders beliebt war!

Großer menschenähnlicher Roboter mit Bedientafel davor

Am 16. November startet die nächste Ausstellung im Phaeno, die ich auch sehr spannend finde und über die man sich schon jetzt auf der Homepage des Phaeno informieren kann: Die “Märchenmaschinen”. Automaten des Cabaret Mechanical Theatre erzählen Märchen und können auf ihre Funktionsweise hin untersucht werden – und wer mag, kann mit Hilfe von Schaschlikspießen, Drehscheiben und einer Pappschachtel selbst einen Automaten bauen.

Unser Ausflug ins Phaeno war wirklich toll. Ich hätte nicht erwartet, dass dort so viele Experimente und Mitmach-Stationen auf uns warten und auch schon im Alter von vier Jahren erlebbar sind. Sicherlich ist es für Schulkinder, die die Texte zu jedem Experiment schon lesen können, noch etwas spannender, aber auch so haben wir unseren Aufenthalt sehr genossen. Zwei organisatorische Dinge haben mir gleich am Anfang besonders gefallen: Für die doch sehr laute Demonstration der Blitze konnten wir uns Kopfhörer ausleihen und dem Baby aufsetzen. Und als Eintrittskarte gibt es ein Armbändchen für alle Tagesbesucher. So kann man stressfrei zwischendurch auch mal das Gebäude verlassen, frische Luft schnappen oder die Ohren etwas entspannen lassen, bevor man sich erneut ins Getümmel stürzt.

Im Phaeno selbst gibt es ein Bistro, für mitgebrachte Speisen ist im Garderobenbereich ein Abschnitt gekennzeichnet. Auch die Anfahrt ist sehr einfach: Mit dem PKW kann man direkt in eine Tiefgarage unter das Phaeno fahren, mit dem Zug ist es fast noch einfacher, denn das Phaeno liegt direkt am Wolfsburger Hauptbahnhof.

Das Gebäude des Phaeno in Wolfsburg
Das Phaeno beeindruckt auch architektonisch.

Familienausflug ins Phaeno für euch: Verlosung!

Wenn ihr euch all das auch ansehen möchtet, dann habt ihr heute Glück, denn mit großem Dank ans Phaeno kann ich hier und auf Instagram drei Mal jeweils einen Tageseintritt für eine Familie mit bis zu zwei Kindern (6 bis 17 Jahre, Kinder bis 5 zahlen keinen Eintritt) verlosen! Kommentiert dafür gerne unter diesem Post, ob ihr schon einmal im Phaeno wart oder noch nicht. Ob ihr schon da wart oder nicht, beeinflusst nicht eure Gewinnchancen.

Teilnahmebedingungen:

  • Das Gewinnspiel läuft bis zum 03.11.2019 um 23:59.
  • Gewinnen können Einzelpersonen, die mindestens 18 Jahre alt sind und einen Wohnsitz in Deutschland haben, an den der Gewinn anschließend versendet wird.
  • Über den Gewinn entscheidet das Los, in den Lostopf fließen Kommentare hier auf dem Blog und im Instagramprofil eenemeenemama.
  • Ausgeloste Personen gewinnen je 1 x Eintritt für eine Familie mit bis zu zwei Kindern zwischen 6-17 Jahren für einen Tag ihrer Wahl ins Phaeno Wolfsburg.
  • Instagram selbst steht in keinerlei Verbindung zum Gewinnspiel.