Alle Artikel in: Kiel

#aufdentischhauenfürhebammen – denn der Start ins Leben ist kein Kinderspiel

[Ein auf die Geburt wartender Schwangerenbauch] Unter #aufdentischhauenfürhebammen läuft gerade in den sozialen Netzwerken eine wachsende Kampagne für bessere Arbeitsbedingungen der Hebammen in Deutschland. Die Berufsversicherungen der Hebammen waren schon 2015 so hoch, dass es in Kiel selbst eigentlich keine Möglichkeit gab, außerhalb einer Klinik zu entbinden. Es gibt wohl zwei Hebammen, die Hausgeburten begleiten, aber ich hätte das Geld dafür nicht gehabt und hätte es mir beim ersten Kind auch nicht zugetraut. Nun werden die Versicherungsbeiträge aber weiter steigen, in diesem Video vom WDR wird die prekäre Lage auf den Punkt gebracht. Jetzt sind sie in der Geburtshilfe schon bei um die 7000 Euro pro Jahr – bei einem monatlichen Bruttoverdienst von 1470-2800 Euro kann man sich schnell ausrechnen, ob es sich finanziell überhaupt noch lohnt. Der uralte Beruf der Hebamme wird wegen solcher Auflagen zunehmend unbeliebt.  Gleichzeitig wird ein Kreißsaal nach dem anderern geschlossen, sodass in manchen Landkreisen nur noch Kaiserschnitte mit Termin möglich sind. Da kann die WHO noch so anprangern, dass von den 30% Kaiserschnittgeburten rund zwei Drittel nicht notwendig sind, …

Leselinks am Wochenende

Im Moment komme ich leider nicht allzu oft dazu, selbst einen Artikel für meinen Blog zu verfassen. David arbeitet häufig und sitzt an seiner Bachelorarbeit, E. und ich versuchen in der Zeit auch bei schlechtem Wetter viel rauszugehen.Damit ihr trotzdem mal mehr, mal weniger interessante Dinge hier auf dem Blog lesen könnt, habe ich euch einige Lesetipps zusammengesucht, mit denen sich das Wochenende auch bei Schietwetter gut überstehen lässt. Also genehmigt euch gern ein Heißgetränk und eine kleine Auszeit, lest und kommentiert, welche spannenden Links beim nächsten Mal dabei sein sollten! #1: Süddeutsche: Die WHO hebt den Zika-Notstand auf Auch wenn die Gefahr immer noch bestehe, hat die WHO den Notstand in Bezug auf die Zika-Viren aufgehoben. Die Viren sind vor allem für Schwangere gefährlich. #2: Spiegel: Wenn Chefs angelogen werden wollen Ist es so unglaubwürdig, dass eine Frau einen Halbtagsjob schafft und ihr Mann die Kinder aus der Kita holt? Ein interessanter, wenn auch nicht wahnsinnig aussagekräftiger Einblick in ein Vorstellungsgespräch. #3: Eltern: Die 10 Gebote für frisch gebackene Väter So viel Stuss habe ich wirklich …

HomeOffice vs. Anwesenheitspflicht – Familienfreundlichkeit an der Uni

Vor zwei Wochen bin ich mit meinem Hiwi-Job ins HomeOffice gestartet und stelle mal wieder fest, wie sehr meine Uni das familienfreundliche Zertifikat verdient hat – nämlich dann, wenn es um sie als Arbeitgeberin geht.Schon vor E.s Geburt habe ich dort als studentische Hilfskraft drei Mal die Woche morgens vor den Kursen gearbeitet. Durch die Morgenübelkeit in der Schwangerschaft konnte ich den Job leider nicht weitermachen, nach E.s Geburt aber in einem anderen tollen Aufgabenfeld wieder anfangen.Übrigens: Als Beschäftigte hatte ich Mutterschutz. Ich habe erst 8 Wochen nach der Geburt wieder angefangen zu arbeiten, in die Vorlesung musste ich aber schon nach 4 Wochen wieder (teilweise im selben Gebäude!) – weil ja Anwesenheitspflicht besteht. Wie das zusammenpasst, ist für mich nicht begreiflich, ich hoffe aber für alle zukünftigen werdenden Mütter auf die Neuregelung des Mutterschutzgesetzes und den damit einsetzenden Mutterschutz für Studierende. In meinem neuen Job seit November habe ich flexible Arbeitszeiten, E. kann mit ins Büro und wenn es in den letzten Monaten nicht anders ging, konnte ich auch in Kiel von Zuhause aus arbeiten. Aber auch …

Umzug mit Baby – einmal Chaos, bitte!

Mit dem Baby umzuziehen war letzte Woche eine ganz neue Erfahrung für uns. Eigentlich könnte man meinen, wir wären im Umziehen sehr geübt – David und ich haben bisher in vier Jahren Bachelorstudium jeweils in 5-6 Wohnungen gewohnt, die neue jetzt ist die zweite gemeinsame. Früher war die Routine stets gleich: Ein paar Kartons, ein paar Sporttaschen, ein ausgeräumter VW-Bus und schon konnte es losgehen. Aber ist Umziehen mit Baby wirklich so anders als ohne?Die Antwort ist einfach: Ja.Warum?Weil man sehr viel mehr bedenken muss.  Die WohnungssucheNatürlich kann man mit einem Baby rein theoretisch in nahezu jeder einigermaßen vernünftigen Wohnung wohnen – sofern nicht auch Schimmel und seine Freund*innen in der Wohnung wohnen. Wir waren uns vor der Wohnungssuche einig, dass wir in der neuen Wohnung wahrscheinlich drei Jahre wohnen werden, wir wollten uns also wirklich wohl fühlen und endlich Platz zum Spielen, Toben und zum vernünftigen Lernen haben.Das war auf zwei Zimmern und 50 Quadratmetern vorher einfach nicht möglich – es mussten diesmal also drei Zimmer her. Vorher hatte E. eine Kommode, jetzt ein …

Campus und Karriere – Studium mit Kind im Radio!

Wie viele von euch sicherlich auf Facebook gelesen haben, war ich am Samstag zu Gast im Deutschlandfunk. Dort gab es eine Sendung anlässlich der neuen Erhebung des Deutschen Studentenwerkes, dass ca. 2000 Kita-Plätze für Kinder von studierenden Eltern fehlen. Zu Gast waren dabei:  Elke Middendorff, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung Jeannette Kratz, Stabsstelle Chancengleichheit, Familie und Vielfalt der TU Dortmund Kerstin Steffens, Studentin mit Kind an der Universität zu Köln und ich 🙂  Bereits im Vorfeld hatte ich mit der Moderatorin telefoniert und fand diese Gruppenkonstellation sehr spannend – in ganz verschiedenen Hinsichten!  Zuerst fragte ich mich “Warum nur Frauen?” – doch die Studien, die Elke Middendorff im Laufe der Sendung präsentierte, haben mir dann zumindest eine Idee gegeben, warum das so sein könnte: Anscheinend sind junge, studierende, heterosexuelle Elternpaare sehr traditionell, die Frau bleibt wohl in der Regel zuhause und kümmert sich um das Kind, während der Mann weiter studiert. Da ist die Betreuungsfrage natürlich hauptsächlich bei Frauen angesiedelt und es ist für sie ein Spagat, Kind(er) und Studium zu vereinbaren.  Ich hätte gar …

Neues Mutterschutzgesetz auf dem Weg – aber was bedeutet das konkret?

Quelle: bmfsfj.de Seit einigen Wochen findet man in den Nachrichten Hinweise darauf, dass Familienministerin Schwesig eine Reform des Mutterschutzgesetzes auf den Weg bringen möchte. Das finde ich prinzipiell erstmal super, der Mutterschutz soll auch für Studentinnen gelten.Mutterschutz bedeutet nämlich nicht “Oh, ich muss nicht zur Arbeit, ich mache Urlaub”, sondern “Oh, ich habe ein Kind bekommen. Ich erhole mich von der Geburt, lerne mein Kind kennen und zeige diesem winzigen Wesen, wie man in der Welt ankommt und Nahrung aufnimmt”. Es ist daher meiner Meinung nach total sinnfrei, dass Mutterschutz bisher nur eine Arbeitsregelung war. Es sollte vielmehr beachtet werden, dass jede Mutter, egal ob im Job, in der Ausbildung oder arbeitssuchend, einen Zeitraum für die erste Bindung mit dem neuen, kleinen, hilflosen Wesen bekommt. Doch leider erkenne ich noch nicht konkret, was das neue Mutterschutzgesetz für Studentinnen bedeuten wird. Spiegel Online schreibt zum Beispiel, dass es Studentinnen (und auch Schülerinnen und Praktikantinnen, aber mein Blog dreht sich ja hauptsächlich um das Studium mit Kind) in der Zeit, die Arbeitnehmende als Mutterschutz haben, freigestellt sein …

Warum Pflichtlektüre manchmal so gut sein kann

“Boah ey, kein Bock mehr. Noch 60 Minuten”, höre ich eine junge Frau in der Reihe vor mir sagen. Es ist Freitagnachmittag und wir haben Blockseminar, drei Stunden sind schon um, eine fehlt noch für heute. Das Thema ist wahnsinnig spannend (auch wenn das subjektiv ist), es geht um literarische Neuerscheinungen und es wurde sogar eine Gastdozentin aus dem Ausland eingeladen, die multimedial arbeitet. Sowas erlebt man selten. Ich kenne das Gefühl, in einer langweiligen Stunde zu sitzen, nur zu gut. Die Anwesenheitspflicht (ich finde dich unangebracht!) zwingt einen dazu, manchmal auch Seminare zu besuchen, die einem thematisch eher weniger liegen. Fehlen und in Eigenregie arbeiten werden nicht geduldet. Schon lange habe ich mit der Anwesenheitspflicht Probleme, Engagement war dadurch nur eingeschränkt möglich, mit Kind ist es noch schwieriger und wozu man die HochschulREIFE benötigt, wenn man nicht selbst entscheiden kann, wie intensiv man lernt, ist mir schleierhaft. Zum Wintersemester soll die Anwesenheitspflicht in Kiel kippen, aber so ganz glaube ich erst daran, wenn ich es sehe. Dann bin ich allerdings auch schon in den …