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Mutter und Tochter im Gespräch auf einer Parkbank

Kommunikation mit Kleinkindern: Was wir nicht sehen können

Der Abend ist eine spannende Zeit: Die Familie kommt nach Hause, verschiedene Erlebnisse des Tages prallen aufeinander und alle müssen sich erst wieder finden. Nicht immer ergibt sich die Möglichkeit, über die Erlebnisse des Tages ausführlich zu sprechen. Während wir Erwachsenen das vielleicht noch bei einem Kaffee oder Tee schaffen, ist es für Kinder wesentlich schwieriger, genau in dem Moment eine Antwort zu formulieren, in der man versucht herauszufinden, wie der Tag war. Auf die Frage “Wie war es in der Kita?” bekommt man ja höchstens mal ein “gut” zurück, weil diese Frage und ihr Bedeutungshorizont noch nicht mit dem übereinstimmen, was die Kinder darunter verstehen. Sie können noch nicht wissen, dass wir Erwachsenen in der Regel mit einer Abwägung positiver und negativer Erlebnisse antworten würden. Statt eines reflektierenden Moments entlädt sich stattdessen an manchen (vielen) Tagen die Stimmung, es ist laut und wild und irgendwie ist jemand unzufrieden, ohne dass das Problem allen Beteiligten bewusst sein könnte. Vielleicht gab es in der Kita Streit mit einem anderen Kind, vielleicht ist die Lieblingshose zu klein …

„… ich zähle jetzt bis drei!“

Es gibt ja so Sätze, von denen man sich vornimmt, sie nie zu sagen. Also so auf gar keinen Fall. Sätze, die uns entweder aus unserer eigenen Kindheit, aus dem Fernsehen, aus Büchern oder aus den Erzählungen anderer begegnen. Diese Sätze sind dennoch in unserem Gehirn gespeichert und können abgerufen werden. Manchmal purzeln sie auch einfach raus, aus Reflex, bevor wir richtig darüber nachdenken können. Am Wochenende haben wir gemerkt, dass wir bei dem aktuellen Uni-Stress, dem akuten Schlafmangel, der innerlichen Zerrissenheit zwischen all den anstehenden Aufgaben und der auch vor uns nicht Halt machenden Grippewelle manchmal nicht unser ruhigstes Selbst sind. Mein Mann verglich unsere Situation letztens mit einem Reisebus, der mit überhöhtem Tempo durch eine verwinkelte historische Innenstadt fährt in dem schweißtreibenden Versuch, nirgendwo gegenzufahren und dessen Bremsen leider kaputt sind, weshalb er nicht anhalten und den Ausweg suchen kann. Das traf es sehr gut. Meine Visualisierung meiner selbst trifft aktuell eher einen Oktopus mit etwas zu kleinen Armen, der nirgendwo richtig rankommt. Ein Arm für die Dreijährige, einer für das Baby, einer …

An Ferien muss man sich erst wieder gewöhnen

Seit einer Woche hat unsere Tochter hochoffiziell und zum allerersten Mal Ferien. Es ist ihr erster Kita-Sommer, nachdem sie im letzten Herbst mit ziemlich genau zwei Jahren eingewöhnt wurde. Nun haben wir die erste Schließzeit, für uns alle eine aufregende Erfahrung – denn wenn das Kind zum ersten Mal Ferien hat, ist es doch irgendwie schon ganz schön groß geworden.

Starke Emotionen als Stürme verstehen

  Manchmal ist im Leben mit anderen Menschen – und besonders auch mit Kind(ern) – alles so laut. Manchmal landet im Supermarkt vor Wut alles auf dem Boden und wir schaffen es kaum, die Wogen zu glätten und wieder Ruhe zu organisieren. Manchmal genügt es schon, dass in einem Buch ein falsches Tier statt des Lieblingstieres abgebildet ist und wir erleben einen vulkanartigen Tränenausbruch. Wenn so vieles so laut ist, dann sind wir irgendwann an den Grenzen dessen, was wir tragen und bearbeiten können, sowohl die Kinder als auch wir Eltern. Für die Kinder ist es schwierig, aus ihrer Emotionsspirale auszusteigen und wir können uns auch nicht sicher sein, ob wir es mit unseren Reaktionen gerade eigentlich besser oder schlechter machen – wir können nur versuchen und aus den Erlebnissen lernen. Die dabei teilweise erlebte Hilflosigkeit kann ordentlich an die Substanz gehen und Selbstzweifel schüren.

Bjerregård, Dänemark mit Kleinkind – Urlaub mitten im Semester

Die Tasten quietschen noch etwas, während ich anfange, diesen Artikel zu schreiben. Unter ihnen hat sich Sand von Dänemarks Nordseeküste versteckt, genauso wie in allen Taschen, Schuhen und Brotdosen. Gestern sind wir aus unserem Dänemark-Urlaub zurückgekommen, die Tochter ist heute schon wieder fröhlich in die Kita gehüpft und ich brauche einen Kaffee, bevor ich mich an die Wäscheberge mache.