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An Ferien muss man sich erst wieder gewöhnen

Seit einer Woche hat unsere Tochter hochoffiziell und zum allerersten Mal Ferien. Es ist ihr erster Kita-Sommer, nachdem sie im letzten Herbst mit ziemlich genau zwei Jahren eingewöhnt wurde. Nun haben wir die erste Schließzeit, für uns alle eine aufregende Erfahrung – denn wenn das Kind zum ersten Mal Ferien hat, ist es doch irgendwie schon ganz schön groß geworden.

Starke Emotionen als Stürme verstehen

Manchmal ist im Leben mit anderen Menschen – und besonders auch mit Kind(ern) – alles so laut. Manchmal landet im Supermarkt vor Wut alles auf dem Boden und wir schaffen es kaum, die Wogen zu glätten und wieder Ruhe zu organisieren. Manchmal genügt es schon, dass in einem Buch ein falsches Tier statt des Lieblingstieres abgebildet ist und wir erleben einen vulkanartigen Tränenausbruch. Wenn so vieles so laut ist, dann sind wir irgendwann an den Grenzen dessen, was wir tragen und bearbeiten können, sowohl die Kinder als auch wir Eltern. Für die Kinder ist es schwierig, aus ihrer Emotionsspirale auszusteigen und wir können uns auch nicht sicher sein, ob wir es mit unseren Reaktionen gerade eigentlich besser oder schlechter machen – wir können nur versuchen und aus den Erlebnissen lernen. Die dabei teilweise erlebte Hilflosigkeit kann ordentlich an die Substanz gehen und Selbstzweifel schüren.

Bjerregård, Dänemark mit Kleinkind – Urlaub mitten im Semester

Die Tasten quietschen noch etwas, während ich anfange, diesen Artikel zu schreiben. Unter ihnen hat sich Sand von Dänemarks Nordseeküste versteckt, genauso wie in allen Taschen, Schuhen und Brotdosen. Gestern sind wir aus unserem Dänemark-Urlaub zurückgekommen, die Tochter ist heute schon wieder fröhlich in die Kita gehüpft und ich brauche einen Kaffee, bevor ich mich an die Wäscheberge mache.

Wo, wenn nicht zu Hause, sollen die Kinder sie selbst sein?

  Arbeitstage können lang und hart sein, Unitage ebenso. Danach wollen wir uns manchmal einfach nur erholen, Feierabend machen, die Füße hochlegen oder in einer Zeitschrift blättern. An besonders stressreichen Tagen stehen einem dann manchmal die Haare zu Berge, wenn das Kleinkind das genaue Gegenteil im Sinn hat, laut und wild ist und die Wohnung einem großen Chaos gleicht. Es gibt Tage, an denen können wir Eltern gefühlt alles nur falsch machen und egal, wie sehr wir uns bemühen, wir können unser Kind nicht aufheitern. Da kann man schon das ein oder andere Mal innerlich wahnsinnig werden, doch es lohnt sich immer, auch die andere Seite der Medaille zu sehen. Es ist nicht nur die aus dem Schrank gezogene Wäsche, nicht nur der zersprungene Teller auf dem Boden oder die geflutete Küche.

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und ein paar ruhige Feier- und Ferientage. Bei uns lodert schon das künstliche Kaminfeuer auf dem Fernseher, endlich sind alle vier Kerzen auf dem Adventskranz an und das letzte Päckchen vom Adventskalender geplündert. So lange hat E. es geschafft, auf Weihnachten zu warten und wir sind davon sehr beeindruckt. Wir wissen ja selber noch, wie aufregend die ganze Vorweihnachtszeit ist, wenn man am Adventskalender genau sieht, wie lange es noch dauert und man selbst zum Schluss nicht weiß, was einen am Abend erwartet.