Alle Artikel in: Studium mit Kind

Bjerregård, Dänemark mit Kleinkind – Urlaub mitten im Semester

Die Tasten quietschen noch etwas, während ich anfange, diesen Artikel zu schreiben. Unter ihnen hat sich Sand von Dänemarks Nordseeküste versteckt, genauso wie in allen Taschen, Schuhen und Brotdosen. Gestern sind wir aus unserem Dänemark-Urlaub zurückgekommen, die Tochter ist heute schon wieder fröhlich in die Kita gehüpft und ich brauche einen Kaffee, bevor ich mich an die Wäscheberge mache.

Die Pausetaste liegt oft direkt vor unseren Augen

Manchmal hätte ich wirklich gerne eine Pausetaste für das Leben, oder zumindest Hermines Zeitumkehrer. Damit ein Paralleluniversum aufgeht, alles stillsteht und ich 2-3 Stunden Zeit gewinne. Leider existiert das meines Wissens nach nicht und man muss immer wieder irgendwo ein kleines Schlupfloch finden, das einem die Zeit bringt, die man gerade benötigt. Das ist bei uns schon seit Jahren so, doch seit die vielen Familienaufgaben zum Alltag hinzugekommen sind, wird das benötigte Zeitfenster nicht gerade kleiner.

Studienbedingungen: manchmal steht mein Kopf kurz vor der Explosion.

Spiegel Online hat heute geschrieben, dass die Bafög-Anpassung verschoben wird. Wenn ich so etwas lese, fühle ich mich wie Sheldon Cooper, der sich sein Gesicht runterreißen möchte, wenn etwas nicht beendet wird. Mir geht es immer dann so, wenn ich mich einigermaßen hilflos fühle bei einem öffentlichen, offensichtlichen und lösbaren Problem – dem sich nur einfach gerade niemand ernsthaft annehmen möchte.

Anwesenheitspflicht ist keine gute Idee! Ein Brief an Frau Pfeiffer-Poensgen

Liebe Landesregierung NRW, liebe Frau Pfeiffer-Poensgen, mit Entsetzen und auch mit ein bisschen Wut habe ich gestern gelesen, dass das Verbot von Anwesenheitspflicht in NRW wieder aufgehoben werden soll. Liebe Frau Pfeiffer-Poensgen, das ist in meinen Augen keine gute Idee. Ich erkläre Ihnen gerne wieso: Ich habe mein Studium im Herbst 2012 aufgenommen, in den Jahren bis heute habe ich wirklich zeitaufwendige Ehrenämter innegehabt, ich habe ein Kind bekommen und ich habe dazu in insgesamt sechs verschiedenen Nebenjobs gearbeitet. Ich bin eine, die aus so vielen verschiedenen Studiensituationen sprechen kann. Ich bekam zwei Semester Bafög, ich bekam irgendwann zwei Semester Elterngeld, ich bekomme ein Stipendium. Liebe Frau Pfeiffer-Poensgen, Studiensituationen, Mieten und Lebenshaltungskosten sind so verschieden, dass ich mein ganzes Studium über das Geld aus den Nebenjobs gebraucht habe. Ich spreche bei allem hier nicht aus meiner individuellen Situation, sondern ich spreche für so viele, die den Kampf gegen die Anwesenheitspflicht kämpfen, die sich Tag für Tag in Studierendenparlamenten streiten und so viel Kraft und Energie aufwenden, um das Studium und die Lehre besser zu machen. …

“Nichts” tun ist manchmal genau das, was man braucht

Mit den Referaten, den Prüfungen, der unklaren Zukunft und einigen anderen kleineren und größeren Problemen und Stolpersteinen des Semesters ist es zurzeit manchmal schwer, noch den Überblick und vor allem die Ruhe zu bewahren. Dieses Semester war wirklich hart, hielt für uns aber auch viele Erfahrungen und neue Denkansätze bereit. Wenn ich an das Semester zurückdenke, dann sind das nicht bloß 3-4 Monate Vorlesungen mit anstrengenden Referaten und Prüfungen am Ende, es ist vor allem die Zeit, in der aus unserem Kind eine Zweijährige wird. Als das Semester angefangen hat, ich gerade meine Bachelorarbeit abgegeben  und mich mit der Immatrikulation hier in Potsdam beschäftigt habe, ist ihr Wortschatz explodiert. Es ist auch die Zeit, in der wir eine Tagesmutter ausprobiert und für nicht zu uns passend befunden haben – also die Zeit, in der wir uns aktiv dafür entschieden haben, E. noch ein weiteres halbes Jahr selbst rund um die Uhr zu betreuen. Es ist die Zeit, in der E.s Autonomiephase begann und in der sich aus dem Baby immer mehr eine kleine Persönlichkeit mit …

Unser Bauchgefühl ist so wahnsinnig wichtig – über die ersten Erfahrungen mit Kinderbetreuung

Nach monatelangen Bemühungen konnten wir es im Februar kaum glauben, als wir einen Platz bei einer Tagespflegeperson in Potsdam ab März bekommen haben. Wir haben die Liste mit Dingen, die wir dann in mehrfacher Ausführung brauchen würden, fröhlich abgearbeitet und uns auf die Eingewöhnung gefreut. Beim Kennenlernen sah alles ganz gut aus – nette Tagespflegepersonen, schöne große Räume mit ansprechendem Spielzeug und täglich überwiegend selbstgekochtes Bio-Essen.  Leider war unsere Freude dann bereits nach wenigen Tagen der der Eingewöhnung gehemmt. Wenn man sich einmal für den bedürfnisorientierten Weg entschieden hat, bemüht man sich, jedes Zeichen des Kindes zu deuten und kann über manche Dinge nicht mehr hinwegsehen. Wir haben es insgesamt ein paar Wochen mit der Eingewöhnung versucht, aber ich hatte einfach kein gutes Gefühl, E. dort zu lassen. Ein paar Trennungsversuche haben wir gemacht, weil wir ja wirklich auf den Platz angewiesen waren, aber meist ist mir irgendetwas an anderen Kindern oder dem Verhalten der Tagespflegeperson aufgefallen und hat mich beunruhigt, deshalb haben wir das Experiment wieder beendet. In unserem konkreten Fall war einer der …

Wie wir Kraft aus perfekt “unperfekten” Tagen schöpfen

Als Mutter wird man gefühlt bei jedem Schritt beobachtet. Manchmal erwischt man sich sogar selbst dabei, wie man andere beobachtet und fühlt sich dann gar nicht mal so gut. Ich zumindest nicht, ich möchte mich nicht mit anderen vergleichen und ich möchte andere Mütter auch nicht aufgrund einer Begegnung im Sekundenbereich beurteilen.  Aber der ständige Vergleich, der uns in Babykursen oder sozialen Netzwerken begegnet, verleitet einen dazu. Man möchte selbst gut darstehen, man möchte zeigen, dass man es auch “kann”.  Vor allem als E. klein war, hätte ich im Nachhinein gerne weniger darauf gegeben, ob sie im Café schreit, ob ich irgendwo stillen kann oder ob sie sich schon auf den Bauch drehen kann.  Aber irgendwann kommt dann der Moment, in dem es einem auffällt, in dem man den natürlichen von dem künstlichen Stress zu unterscheiden lernt und seine Ziele und Idealvorstellungen hinterfragt. Und dann fällt einem auf, dass man nicht immer perfekt sein muss, nicht allen Ansprüchen gerecht werden kann und vor allem nicht die Erwartungen anderer erfüllen sollte. Man darf auch mal mitteilen, …