Alle Artikel in: Studium mit Kind

Entscheidet im Zweifel das Geld über die Vereinbarkeit von Studium & Familie?

Manchmal hat man diese Momente, in denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.Uns geht es gerade so, wenn wir an die Kitaplatz-Suche denken. Denn seit September versuchen wir, so bald wie möglich einen Betreuungsplatz für E. zu bekommen und irgendwie hatten wir uns das alles leichter vorgestellt in einer Stadt, die mehrfach zur familienfreundlichsten Stadt Deutschlands gewählt wurde. Auf 72 Seiten leider kein Platz frei In den nächsten Wochen werden wir unsere Bachelorarbeiten anmelden, zum Sommersemester müssen wir beide in den Master wechseln. Zusätzlich müssen wir beide noch bis März Hausarbeiten schreiben. Früher hätten wir das wohl alles angemeldet, die darauffolgenden zwei Wochen in der Bibliothek mal ganz langsam Bücher gesammelt und uns dann eingeschlossen, um möglichst viel am Schreibtisch zu sitzen, uns von Nudeln und Pizza ernährt und im Wechsel Kaffee und Wasser getrunken. Da wir seit Monaten einfach keinen Betreuungsplatz finden (wenn überhaupt ganz eventuell ab September 2017), sieht es gerade eher anders aus und da ist es manchmal ganz okay, an seine Grenzen zu kommen, zu verzweifeln, sich wieder …

Weihnachten mit Kleinkind – zwischen Traditionsfindung und Stressvermeidung

Als junge Familie versucht man das ganze Jahr über, bisherige Traditionen zu hinterfragen und eigene Traditionen zu etablieren. Dazu gehören für uns zum Beispiel der internetfreie Sonntag, der “Quartalsburger” oder regelmäßiges Frühstück im Café.  Wir feiern beide Weihnachten und somit steht aktuell auch wieder die Frage an, wie wir die Feiertage verbringen werden und wie wir mit Essen und Geschenken verfahren. Unseren Weihnachtsbaum bauen wir selbst aus Resten des Blumenladens zusammen. So muss kein Baum für eine Woche in unserem Wohnzimmer gefällt werden. Die Deko wird bunt angesammelt. Es ist günstiger (12€ insgesamt) und für uns auch wieder ein schöner gemeinsamer Moment.  Letztes Jahr haben wir Heiligabend erstmals zu dritt verbracht. E. war gerade drei Monate alt und hat noch nicht sonderlich aktiv am Fest teilgenommen, während wir den ganzen Tag mit Wohnungsputz und Essensvorbereitung zugebracht haben. Es war ein wunderschöner Abend, wir saßen nach dem Essen alle auf einer Bettdecke unter dem selbstgebauten Weihnachtsbaum und haben Geschenke ausgepackt, Schokolade gegessen, gestillt und uns unterhalten. Erst am 1. Weihnachtsfeiertag sind wir dann zu der Familie …

Freiräume schaffen – mein freier Vormittag die Woche

Das Handy vibriert, aber man kann trotzdem nicht rangehen.Man hat abends einen Link zu einem Artikel gespeichert, den man nochmal lesen möchte und kommt doch nicht dazu.Die Zeitschrift oder das angefangene Buch liegen schon seit Wochen nutzlos im Regal. Diese Momente sind wohl vielen bekannt, egal ob mit Kindern oder nicht.Oft bleibt dann das auf der Strecke, was man für sich selbst tun wollte – das ist sehr wichtig, rutscht aber in den Prioritäten schnell unter “Einkaufen” und “Putzen”, teilweise ja auch zu recht. Das Essen kocht sich nicht von alleine, die Wohnung muss sauber gehalten werden, irgendwoher muss ja auch das Geld kommen. Und wenn man wie wir ein Kind (oder mehrere) hat, die noch keinen Betreuungsplatz haben, ist die Aufmerksamkeit tagsüber sowieso woanders. Aber wo bleibt da der ganz persönliche Erholungs- und Entwicklungsanspruch? Nach einem Jahr habe ich in den letzten Wochen immer stärker gemerkt, dass ich bewusste Pausen brauche und mir die auch tatsächlich in den Kalender schreiben muss, um sie einzuhalten. Manchmal möchte man einfach nur in Ruhe telefonieren, eine Serie …

Der erste Geburtstag – zwischen Luftschlangen, Liebe und Taschentüchern

Geburtstagsparty! 🙂 Letzte Woche hatten wir etwas ganz Besonderes zu feiern: E. ist ein Jahr alt geworden! Die Zeit vergeht noch immer wahnsinnig schnell, es ist unmöglich sie anzuhalten und wir versuchen, jeden Moment im Gedächtnis zu behalten. Schon in den letzten Wochen habe ich mich viel mit ihrem Geburtstag beschäftigt. Es ist unglaublich, dass sie bis letzte Woche vor einem Jahr in meinem Bauch gewohnt hat – und jetzt läuft sie durch unsere Wohnung und spielt jeden Tag neue Spiele. Ich war sehr oft melancholisch, habe mich an das gesamte letzte Jahr erinnert: Geburt, Kennenlernen, Spazierengehen, Pekip, Babyschwimmen, Kaffeetrinken, Menschen kennenlernen und Menschen sich entfernen sehen. Wir waren viel spazieren und abends habe ich ihr (und mir) zur Nacht Geschichten aus der Schwangerschaft erzählt. Auch wenn man das Gefühl hat, dass das Leben seit der Geburt auf Pause gedrückt hat und man mit dem eigentlichen Alltag (Studium, Nebenjob, Karriere anstreben) anders als gedacht weitermacht, passiert jeden Tag wahnsinnig viel, man lernt viel und all die Erfahrungen möchte man gegen nichts eintauschen. Ihr Geburtstag hat …

HomeOffice vs. Anwesenheitspflicht – Familienfreundlichkeit an der Uni

Vor zwei Wochen bin ich mit meinem Hiwi-Job ins HomeOffice gestartet und stelle mal wieder fest, wie sehr meine Uni das familienfreundliche Zertifikat verdient hat – nämlich dann, wenn es um sie als Arbeitgeberin geht.Schon vor E.s Geburt habe ich dort als studentische Hilfskraft drei Mal die Woche morgens vor den Kursen gearbeitet. Durch die Morgenübelkeit in der Schwangerschaft konnte ich den Job leider nicht weitermachen, nach E.s Geburt aber in einem anderen tollen Aufgabenfeld wieder anfangen.Übrigens: Als Beschäftigte hatte ich Mutterschutz. Ich habe erst 8 Wochen nach der Geburt wieder angefangen zu arbeiten, in die Vorlesung musste ich aber schon nach 4 Wochen wieder (teilweise im selben Gebäude!) – weil ja Anwesenheitspflicht besteht. Wie das zusammenpasst, ist für mich nicht begreiflich, ich hoffe aber für alle zukünftigen werdenden Mütter auf die Neuregelung des Mutterschutzgesetzes und den damit einsetzenden Mutterschutz für Studierende. In meinem neuen Job seit November habe ich flexible Arbeitszeiten, E. kann mit ins Büro und wenn es in den letzten Monaten nicht anders ging, konnte ich auch in Kiel von Zuhause aus arbeiten. Aber auch …

Campus und Karriere – Studium mit Kind im Radio!

Wie viele von euch sicherlich auf Facebook gelesen haben, war ich am Samstag zu Gast im Deutschlandfunk. Dort gab es eine Sendung anlässlich der neuen Erhebung des Deutschen Studentenwerkes, dass ca. 2000 Kita-Plätze für Kinder von studierenden Eltern fehlen. Zu Gast waren dabei:  Elke Middendorff, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung Jeannette Kratz, Stabsstelle Chancengleichheit, Familie und Vielfalt der TU Dortmund Kerstin Steffens, Studentin mit Kind an der Universität zu Köln und ich 🙂  Bereits im Vorfeld hatte ich mit der Moderatorin telefoniert und fand diese Gruppenkonstellation sehr spannend – in ganz verschiedenen Hinsichten!  Zuerst fragte ich mich “Warum nur Frauen?” – doch die Studien, die Elke Middendorff im Laufe der Sendung präsentierte, haben mir dann zumindest eine Idee gegeben, warum das so sein könnte: Anscheinend sind junge, studierende, heterosexuelle Elternpaare sehr traditionell, die Frau bleibt wohl in der Regel zuhause und kümmert sich um das Kind, während der Mann weiter studiert. Da ist die Betreuungsfrage natürlich hauptsächlich bei Frauen angesiedelt und es ist für sie ein Spagat, Kind(er) und Studium zu vereinbaren.  Ich hätte gar …

Wo ist denn nur die Woche hin? Nachtrag von Sonntag.

Sonntagabend, ca. 21:00 Uhr. E. döst endgültig ein, David und ich kommen endlich an die PCs. Manchmal fühlt es sich an, als würde man das geheime Leben einer Doppelagentin führen, die beim Wechsel vom Tag zur Nacht zu einer ganz anderen Persönlichkeit wird. Auch wenn es schon Sonntag ist, muss diese Woche noch sehr viel erledigt werden, manchmal fragt man sich dann abends wirklich, wo die Woche schon wieder hin ist. In vier Wochen ziehen wir nach Potsdam. Einen Studien- und Wohnort zu finden, der für beide einen passenden Master bereithält, ist erstaunlicherweise nicht gerade einfach. Man braucht Städte mit verschiedenen Unis oder Städte, wo zumindest eine andere große Uni in der Nähe ist. Mal hatte David an einer Uni etwas gefunden, mal ich – aber nur Berlin/Potsdam bot endlich für beide etwas an. Wir hoffen nun beide auf eine Zusage aus Potsdam und werden ansonsten in Potsdam wohnen und in Berlin studieren, denn in Berlin mit Kleinkind zu wohnen war nun nicht gerade meine Traumvorstellung.Wir ziehen in eine Wohnung, die eher was mit Spießigkeit als …