Alle Artikel in: Studium mit Kind

Unser Bauchgefühl ist so wahnsinnig wichtig – über die ersten Erfahrungen mit Kinderbetreuung

Nach monatelangen Bemühungen konnten wir es im Februar kaum glauben, als wir einen Platz bei einer Tagespflegeperson in Potsdam ab März bekommen haben. Wir haben die Liste mit Dingen, die wir dann in mehrfacher Ausführung brauchen würden, fröhlich abgearbeitet und uns auf die Eingewöhnung gefreut. Beim Kennenlernen sah alles ganz gut aus – nette Tagespflegepersonen, schöne große Räume mit ansprechendem Spielzeug und täglich überwiegend selbstgekochtes Bio-Essen.  Leider war unsere Freude dann bereits nach wenigen Tagen der der Eingewöhnung gehemmt. Wenn man sich einmal für den bedürfnisorientierten Weg entschieden hat, bemüht man sich, jedes Zeichen des Kindes zu deuten und kann über manche Dinge nicht mehr hinwegsehen. Wir haben es insgesamt ein paar Wochen mit der Eingewöhnung versucht, aber ich hatte einfach kein gutes Gefühl, E. dort zu lassen. Ein paar Trennungsversuche haben wir gemacht, weil wir ja wirklich auf den Platz angewiesen waren, aber meist ist mir irgendetwas an anderen Kindern oder dem Verhalten der Tagespflegeperson aufgefallen und hat mich beunruhigt, deshalb haben wir das Experiment wieder beendet. In unserem konkreten Fall war einer der …

Unsere Semesterplanung – zwischen Steinen im Weg und offenen Fragen

Mittlerweile wissen wir beide endlich, wo wir im Sommersemester studieren werden. Ich werde den Master Germanistik in Potsdam anfangen, David Politikwissenschaften in Kiel. Wir hoffen, dass David zum Wintersemester nach Potsdam oder Berlin wechseln kann, ansonsten können wir mittlerweile nur noch darüber lachen, dass wir immer noch nicht am selben Ort studieren und es weiterhin kompliziert bleibt. Vielleicht muss man es als Zusatzqualifikation sehen und wenn mich irgendwann ein*e Arbeitgeber*in fragt, ob ich flexibel in den Einsatzzeiten und -orten wäre, könnte ich dies immerhin bejahen. So wird natürlich auch die Planung des Semesters nicht einfacher. Ich habe zwar die Zulassung für Germanistik, werde aber erst dann vorläufig immatrikuliert, wenn ich eine Bestätigung vorlegen kann, dass alle Arbeiten aus dem Bachelor abgegeben sind. Bis dahin gibt es kein Semesterticket, keinen Zugang zum Kurswahlsystem und keinen Student*innenpreis in der Mensa. In Kiel läuft das anders, David ist bereits vorläufig immatrikuliert.  Wir haben jetzt mit allen Dozent*innen der Kurse, die wir belegen möchten/müssen Kontakt aufgenommen, ich muss mich ja irgendwie bemerkbar machen, dass ich auch mitspielen möchte. Dabei …

Wie wir Kraft aus perfekt “unperfekten” Tagen schöpfen

Als Mutter wird man gefühlt bei jedem Schritt beobachtet. Manchmal erwischt man sich sogar selbst dabei, wie man andere beobachtet und fühlt sich dann gar nicht mal so gut. Ich zumindest nicht, ich möchte mich nicht mit anderen vergleichen und ich möchte andere Mütter auch nicht aufgrund einer Begegnung im Sekundenbereich beurteilen.  Aber der ständige Vergleich, der uns in Babykursen oder sozialen Netzwerken begegnet, verleitet einen dazu. Man möchte selbst gut darstehen, man möchte zeigen, dass man es auch “kann”.  Vor allem als E. klein war, hätte ich im Nachhinein gerne weniger darauf gegeben, ob sie im Café schreit, ob ich irgendwo stillen kann oder ob sie sich schon auf den Bauch drehen kann.  Aber irgendwann kommt dann der Moment, in dem es einem auffällt, in dem man den natürlichen von dem künstlichen Stress zu unterscheiden lernt und seine Ziele und Idealvorstellungen hinterfragt. Und dann fällt einem auf, dass man nicht immer perfekt sein muss, nicht allen Ansprüchen gerecht werden kann und vor allem nicht die Erwartungen anderer erfüllen sollte. Man darf auch mal mitteilen, …

Unser Wochenende in Bildern – 07./08. Januar 2017

Es hat endlich geschneit! Zwar knapp drei Wochen zu spät, aber es hat endlich geschneit!  Deshalb waren wir am Wochenende so viel draußen wie möglich – im Vergleich zum Regen der letzten Wochen war es wirklich eine Erleichterung.  Auch wenn wir nicht wie unsere Familien in Schleswig-Holstein mit Glatteis zu kämpfen hatten, haben wir das Auto ein paar Tage stehen gelassen und sind glücklich durch den Schnee gestapft.  Der Samstag begann für mich trotzdem erstmal mit der Bachelorarbeit. Ich muss nächste Woche meine Fragestellung fertig haben und dafür noch einiges lesen. Grob wird es um die Identitätsbildung junger Protagonist*innen in All-Age-Literatur der Gegenwart gehen. Nach den ganzen Feiertagen habe ich auch meinen Kalender mal wieder hervorgeholt. Nachmittags ging es dann nach draußen, wir waren mit Freunden verabredet. Ich habe E. in der Manduca auf dem Rücken getragen und meine umgestaltete alte Winterjacke drüber gezogen. Sie hat jetzt hinten einen Reißverschluss, sodass ich meine Kumja-Jackenerweiterung auch hinten einsetzen kann. Sehr praktisch und günstiger als jede vernünftige Tragejacke! Am Abend war dann Zeit für die Wäsche. Die …

Entscheidet im Zweifel das Geld über die Vereinbarkeit von Studium & Familie?

Manchmal hat man diese Momente, in denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.Uns geht es gerade so, wenn wir an die Kitaplatz-Suche denken. Denn seit September versuchen wir, so bald wie möglich einen Betreuungsplatz für E. zu bekommen und irgendwie hatten wir uns das alles leichter vorgestellt in einer Stadt, die mehrfach zur familienfreundlichsten Stadt Deutschlands gewählt wurde. Auf 72 Seiten leider kein Platz frei In den nächsten Wochen werden wir unsere Bachelorarbeiten anmelden, zum Sommersemester müssen wir beide in den Master wechseln. Zusätzlich müssen wir beide noch bis März Hausarbeiten schreiben. Früher hätten wir das wohl alles angemeldet, die darauffolgenden zwei Wochen in der Bibliothek mal ganz langsam Bücher gesammelt und uns dann eingeschlossen, um möglichst viel am Schreibtisch zu sitzen, uns von Nudeln und Pizza ernährt und im Wechsel Kaffee und Wasser getrunken. Da wir seit Monaten einfach keinen Betreuungsplatz finden (wenn überhaupt ganz eventuell ab September 2017), sieht es gerade eher anders aus und da ist es manchmal ganz okay, an seine Grenzen zu kommen, zu verzweifeln, sich wieder …

Freiräume schaffen – mein freier Vormittag die Woche

Das Handy vibriert, aber man kann trotzdem nicht rangehen.Man hat abends einen Link zu einem Artikel gespeichert, den man nochmal lesen möchte und kommt doch nicht dazu.Die Zeitschrift oder das angefangene Buch liegen schon seit Wochen nutzlos im Regal. Diese Momente sind wohl vielen bekannt, egal ob mit Kindern oder nicht.Oft bleibt dann das auf der Strecke, was man für sich selbst tun wollte – das ist sehr wichtig, rutscht aber in den Prioritäten schnell unter “Einkaufen” und “Putzen”, teilweise ja auch zu recht. Das Essen kocht sich nicht von alleine, die Wohnung muss sauber gehalten werden, irgendwoher muss ja auch das Geld kommen. Und wenn man wie wir ein Kind (oder mehrere) hat, die noch keinen Betreuungsplatz haben, ist die Aufmerksamkeit tagsüber sowieso woanders. Aber wo bleibt da der ganz persönliche Erholungs- und Entwicklungsanspruch? Nach einem Jahr habe ich in den letzten Wochen immer stärker gemerkt, dass ich bewusste Pausen brauche und mir die auch tatsächlich in den Kalender schreiben muss, um sie einzuhalten. Manchmal möchte man einfach nur in Ruhe telefonieren, eine Serie …

Der erste Geburtstag – zwischen Luftschlangen, Liebe und Taschentüchern

Geburtstagsparty! 🙂 Letzte Woche hatten wir etwas ganz Besonderes zu feiern: E. ist ein Jahr alt geworden! Die Zeit vergeht noch immer wahnsinnig schnell, es ist unmöglich sie anzuhalten und wir versuchen, jeden Moment im Gedächtnis zu behalten. Schon in den letzten Wochen habe ich mich viel mit ihrem Geburtstag beschäftigt. Es ist unglaublich, dass sie bis letzte Woche vor einem Jahr in meinem Bauch gewohnt hat – und jetzt läuft sie durch unsere Wohnung und spielt jeden Tag neue Spiele. Ich war sehr oft melancholisch, habe mich an das gesamte letzte Jahr erinnert: Geburt, Kennenlernen, Spazierengehen, Pekip, Babyschwimmen, Kaffeetrinken, Menschen kennenlernen und Menschen sich entfernen sehen. Wir waren viel spazieren und abends habe ich ihr (und mir) zur Nacht Geschichten aus der Schwangerschaft erzählt. Auch wenn man das Gefühl hat, dass das Leben seit der Geburt auf Pause gedrückt hat und man mit dem eigentlichen Alltag (Studium, Nebenjob, Karriere anstreben) anders als gedacht weitermacht, passiert jeden Tag wahnsinnig viel, man lernt viel und all die Erfahrungen möchte man gegen nichts eintauschen. Ihr Geburtstag hat …