Schwangerschaft
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Darf ich mal anfassen?

Diejenigen von euch, die bereits mit einer großen Kugel vor dem Bauch herumstolziert sind, werden diese Frage kennen: “Darf ich mal anfassen?” 
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, jedes Mal mitzuzählen, wenn mich eine fremde Person danach fragt.

Dass Familie und gute Freunde einen ersten Kontakt aufnehmen, wenn das Baby sich im Bauch bewegt, finde ich persönlich normal und sehr schön. Da habe ich mich dann total gefreut und immer gehofft, dass das Baby sich in genau dem Moment bewegt, in dem sie den Bauch berühren. Als ob ich das irgendwie wirklich steuern könnte 😉

Aber umso größer der Bauch wurde, umso mehr kamen fremde Personen an und fassten meinen Bauch an. Von Kommiliton*innen in Vorlesung und Seminar, während die Dozenten bereits sprachen (und dann natürlich mich komisch anschauten) über Leute im Café bis zu meinem persönlichen Highlight: Der Frau im Wartezimmer meiner Frauenärztin.
Es war der Stichtag und E. wollte noch nicht zu uns nach draußen kommen, deshalb waren wir zur Kontrolluntersuchung da. Die Frau, die neben mir saß starrte schon einige Minuten auf meinen Bauch, ich war kreislauftechnisch sehr neben der Spur und versuchte, möglichst angestrengt wegzugucken, um mich nicht unterhalten zu müssen.

Sie: “Wann ist es denn soweit?”
Ich: “Stichtag ist heute”
Sie: “Oh wie schön, na dann darf man doch mal anfassen” – sagte sie und ehe ich protestieren konnte, landete ihre Hand auf meinem Bauch. Da war ich wirklich sprachlos, diese Regel kannte ich noch nicht.

In der Uni bin ich schließlich dazu übergegangen, Personen, die mir ohne zu fragen die Hand auf den Bauch legten, ebenfalls wortlos die Hand auf den Bauch zu legen. Da hat es wohl bei einigen geklingelt, sie haben jedenfalls sehr verwirrt geguckt.
Ich kann ja durchaus verstehen, dass ein kugelrunder Babybauch und das neue Leben darin faszinierend sind, aber Leute – es ist immer noch der Bauch der Frau, den ihr da anfasst und ihr habt gefälligst zu fragen, wenn ihr sie berühren wollt! Und ein “Nein” ist hierbei zu akzeptieren! Für das “Nein” war ich leider oft nicht schnell oder mutig genug.

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