Schwangerschaft & Baby
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Das erste Jahr geht so schnell vorbei…

Das erste Jahr mit Baby - Mutter mit Kind im Tragetuch, das als Hüftschlinge gebunden ist

Das erste Jahr mit dem Baby geht schnell vorbei. Wir haben gerade das zweite Baby, die Zeit rast und irgendwie wissen wir das, irgendwie aber auch nicht. Gerade eben war noch Herbst, die Pullover gingen nicht mehr über den dicken Bauch und die Übergangsjacke ging gerade noch so zu. Dann kam das Baby, die Wochen im Wochenbett in der Wohnung, der Winter, in dem das Baby unter der Jacke mit uns spazieren ging.

Und nun? Nun ist plötzlich Sommer. Keine Ahnung, wo der Frühling geblieben ist. Der ist uns irgendwo unterwegs verloren gegangen. Der Babysohn sitzt plötzlich auf der Hüfte und isst im Tragetuch Hirsekringel. Wir kochen wieder Kartoffeln ohne Salz und schauen bei den ersten Krabbelversuchen zu.

Oft fragen wir uns dabei, ob wir das eigentlich alles genug wahrnehmen, ob wir intensiv genug hinsehen und ob wir uns das wohl je alles merken können. Die ersten Laute, die großen Augen, die sich über das Kuckuck-Spiel freuen. Dabei kennen wir die Antwort eigentlich bereits: Nein. Nein, wir werden uns das nicht alles merken können. Sicherlich bleiben einige Erinnerungen hängen, die ersten Worte oder besondere Tage. Aber von den Jahren mit unserer Großen wissen wir, dass wir viele Tage vergessen werden. Nicht, weil sie unwichtig wären, gar nicht. Aber weil jeden Tag neue Erinnerungen dazukommen.

Unsere Kinder lernen jeden Tag etwas Neues dazu, wir leben im Moment und versuchen, sie bestmöglich zu unterstützen. Wenn wir so sehr auf den Moment konzentriert sind, geht das davor manchmal verloren. Es fällt uns schwer, uns vorzustellen, wie unsere Tochter vor drei Jahren genau ausgesehen hat, weil schon so viele Entwicklungen danach kamen und das für uns jetzt “normal” ist. Das wird bei unserem Sohn genauso sein.

Einige wenige Momente halten wir auf Videos fest, die sind wesentlich besser zu archivieren als tausende Fotos. Sie geben unser Kind wieder und auch uns im Hintergrund. Dass wir so oft daran gedacht haben, macht mich heute so glücklich, denn es transportiert so viel mehr Familienalltag als ein Foto. Aber ganz ehrlich? Beim ersten Kind haben wir viel mehr gefilmt. Wir haben Ordner angelegt und Fotos nach Monaten sortiert. Dafür fehlt jetzt leider oft die Zeit.

Das macht immer mal nachdenklich, doch das Folgende hilft mir dabei:

Annehmen. Das ist okay. Das ist normal. Ich möchte nicht andauernd das Gefühl haben, das alles nicht intensiv genug zu erinnern, sondern mich über die Momente freuen, die tatsächlich bleiben. Wir reden gemeinsam über Momente und erinnern uns immer wieder dran, wir sichten gelegentlich alte Fotos auf dem Computer und hängen Bilder aus den Urlauben auf. Und irgendwann werden wir gemeinsam lange darüber rätseln, “wo das denn noch gleich war” und das wird ein neuer schöner Abend werden.

Einmal im Monat ziehe ich jetzt Fotos raus, die in ein Jahresalbum kommen werden. So bleibt immerhin etwas am Ende des Jahres als Datei übrig, mit viel Glück kommt man auch tatsächlich zum Ausdrucken und Einkleben. Für beide Kinder lege ich auch ein Erinnerungsbuch ohne Bilder an. Beide bekommen das gleiche, bei der Großen schreibe ich tatsächlich schon seit ihrer Geburt Erinnerungen, erste Schritte und gemeinsame Urlaube auf. Und beim Baby fange ich bestimmt auch demnächst an 😉

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