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Ein Jahr mit dem Lastenrad – Das Babboe Curve im Test

Das Bild zeigt das Lastenrad Babboe Curve E mit Sonnenverdeck und eingebauter Babyschale zum Transport von Babys

Weniger Zeit im Auto verbringen – das war unsere Hauptintention, als wir uns vor einem Jahr mit verschiedenen Lastenrädern auseinandergesetzt haben. Kind Nummer 2 war unterwegs und es war klar, dass es in Zukunft irgendwie mitkommen muss – zu zweit im Fahrradsitz ist allerdings eher schlecht. Unsere Wahl fiel letztendlich auf das Babboe Curve E, ein dreirädriges Lastenrad mit Tretunterstützung.

Das Lastenrad ist selbstgekauft, es handelt sich hierbei nicht um bezahlte oder beauftragte Werbung.

Lastenrad oder Fahrrad-Anhänger?

Preislich ist ein Lastenrad wirklich eine Anschaffung, für die man sich nicht leichtfertig entscheidet. Daher war bei uns auch etwas länger noch ein Fahrrad-Anhänger im Gespräch, jedoch hatte ich damit im Stadtverkehr ein mulmiges Gefühl. Wir fahren zur Kita ungefähr 25-30 Minuten mit dem Fahrrad, teilweise an einer großen Straße, an der auch LKW fahren und deren Radweg nicht baulich von der Fahrbahn getrennt ist. Das war mir etwas zu heikel, vor allem da habe ich die Kinder gerne vor mir im Blick. Hinzu kommt bei uns noch die Situation, dass ich seit Jahren ein eingeschränktes Knie habe und mir die Strecke mit dem zusätzlichen Gewicht eines Anhängers nicht täglich zutrauen würde. Wenn ich dann letztendlich doch wieder das Auto nehmen würde, hätte sich die Investition nicht wirklich gelohnt.

Wir entschieden uns also für ein Lastenrad und hierbei für eins der “günstigsten” dreirädrigen Geschosse: Das Babboe Curve E. Ohne E, ohne mich bei dem Gewicht des Rades. Es gibt immer wieder Händler*innen, die Finanzierung anbieten, ansonsten bieten auch Lastenräder wie das Gazelle gleich auf der Homepage eine Finanzierung an. Hier lohnt es sich also, Möglichkeiten abzuwägen, bevor man sich von der zunächst sehr hohen Summe abgeschreckt sieht. Einige Bundesländer und Städte bezuschussen sogar den Kauf von Lastenrädern als PKW-Alternative.

Wie können die Kinder im Babboe Curve mitgenommen werden?

Unsere Tochter war zum Zeitpunkt der Anschaffung fast drei, wir brauchten für sie keinen Kleinkind-Sitz mehr, den Babboe allerdings auch anbietet. Stattdessen haben wir ein Bankpolster gekauft und sie sitzt nun mit den Anschnallgurten gesichert auf der Holzbank.

Mit Hilfe eines Metallgestells können auch Babyschalen wie der MaxiCosi im Lastenrad eingesetzt werden, aktuell sitzt unser Sohn (9 Monate) auch im MaxiCosi im Lastenrad. Die Babyschale haben wir mit einem Fahrradschloss am Gestell gesichert, damit sie beim Einkaufen nicht einfach entwendet werden kann. Das Gestell ist gefedert, dennoch würde ich mit ihm noch nicht über jedes Kopfsteinpflaster der Stadt fahren, es holpert doch oft noch sehr. Mit dieser Lösung bin ich bis heute noch nicht 100% zufrieden, ich würde mir wünschen, dass hier eine besser gefederte Lösung entwickelt wird.

Das Babboe Curve im Alltags-Test: Wie fährt sich das Lastenrad bei Regen, Wind und Schnee?

Verschiedene Wetter-Situationen sind mit dem Lastenrad tatsächlich kein Problem mehr. Es gab im vergangenen Jahr so einige Tage, an denen man beim Blick aus dem Fenster nicht unbedingt auf die Idee gekommen wäre, das Fahrrad dem Auto vorzuziehen. Mit dem Lastenrad ist das bei uns allerdings tatsächlich anders geworden, viel häufiger fahren wir nun Fahrrad statt Auto. Bei Wind hilft die elektrische Tretunterstützung dabei, trotzdem mit möglichst geringer Mühe den Weg zu bestreiten. Bei Hitze und Sonne hilft uns aktuell das Sonnendach, damit die Kinder schattig transportiert werden können. Und bei Regen und Schnee war es unter dem Regenverdeck bisher immer schön warm und trocken. Dieses Zubehör funktioniert wirklich sehr gut.

Das Babboe Curve E mit Regenverdeck und eingebautem MaxiCosi.
Auch bei Regen ein treuer Begleiter: Das Babboe Curve E.

Nicht so überzeugt bin ich hingegen vom Licht, was daran liegt, dass es kein Licht ist, dass für den deutschen Straßenverkehr ausreicht. Das Lastenrad kommt ab Werk mit batteriebetriebenen Mini-Lampen, die auf keinen Fall ausreichen, um im Dunkeln zu fahren. Das Fahrradgeschäft unseres Vertrauens wird jetzt nachsehen, ob sie andere Lampen mit an den E-Motor anschließen können, aber dies kostet natürlich zusätzlich Geld.

Während mein Mann eigentlich auch gerne ein zweirädriges Lastenrad hätte, bin ich mit dem dreirädrigen sehr zufrieden. An der Ampel bleibt es einfach stehen, man muss kein Gewicht ausbalancieren und wenn eins der Kinder mal in die Trage möchte und man das Lastenrad schiebt (weil Trage auf dem Fahrrad ein No-Go ist!), ist es wesentlich einfacher, als ein zweirädriges mit dem zweiten Kind und Gepäck zu schieben. Dafür muss man allerdings auch die eingeschränkte Wendigkeit in Kauf nehmen. Die Radwege sind leider nicht immer auch tatsächlich auf Fahrräder eingestellt, häufig werden sie hier in der Stadt plötzlich sehr schmal oder es steht eine Ampel oder ein Baum mitten auf dem Weg. Dann sind zweirädrige sicherlich etwas einfacher in der Handhabung, aber bisher sind wir auch so sehr gut klargekommen.

Lohnt sich die Anschaffung denn?

Nach einem Jahr mit dem Fahrrad kann ich sagen: ja. Wir haben es bisher nicht bereut, so viel Geld (auf Raten) in das Lastenrad zu investieren. Wir haben mehrere hundert Kilometer damit zurückgelegt, für die wir sonst das Auto genommen hätten. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch wir bewegen uns dadurch regelmäßiger an der frischen Luft und sind mit den Kindern während der Fahrt stärker in Interaktion. Ich habe dazu keine statistischen Daten, aber meistens sind unsere Tochter und auch wir wesentlich ausgeglichener nach der Kita-Fahrt mit dem Rad. Für einen Wocheneinkauf ist (ohne eingebautem MaxiCosi) genug Platz, wir meiden die verstopften Straßen und sind teilweise sogar schneller als mit dem Auto.

Es gibt sicherlich besser gefederte Lastenräder oder länger haltende E-Akkus, aber für den “kleineren” Geldbeutel erfüllt das Babboe Curve bei uns bisher absolut seinen Zweck!

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