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Erstausstattung: Was du für dein Baby wirklich brauchst

Bei all den Listen, die im Internet zum Thema Erstausstattung für das Baby kursieren, kann man leicht den Überblick verlieren. Es ist, als bräuchte man plötzlich mindestens zwei Zimmer mehr, um alles parat zu haben. Dabei ist es oft viel weniger, was man wirklich benötigt. Jetzt, wo wir die zweite Runde der Erstausstattung drehen, habe ich eine Liste mit den Dingen zusammengestellt, die du wirklich gut gebrauchen kannst.

Im Geburtsvorbereitungskurs vor drei Jahren haben wir eine kleine weiße Karteikarte bekommen, auf der wir in der Sitzung mitschreiben konnten, was wir für unser Baby alles anschaffen müssten. Mehr als die Dinge auf der Karteikarte bräuchten wir erstmal nicht, sagte damals die Hebamme und das hat uns sehr gut getan, denn das schien machbar. Natürlich kamen dann mit der Zeit doch noch Dinge hinzu, das Baby hatte andere Ansprüche oder brauchte andere Größen, aber im Grunde reichen wenige Dinge für die ersten Wochen völlig aus. Als E. größer wurde, haben wir viel weitergegeben und mussten nun wieder einkaufen, dabei konnten wir die Anschaffungen dieses Mal viel besser einschätzen.

Vier Tipps vorweg:

  • Nicht alles muss sofort da sein. In den ersten Tagen werdet ihr das Haus kaum verlassen und habt genügend Zeit, noch fehlende Dinge nachzubestellen oder besorgen zu lassen. Keine Panik, wenn noch nicht alles angeschafft ist, Babys sind in der Regel sehr genügsam und merken das nicht.
  • Wenn das Einkommen eher knapp ist, lasst euch bei einer Beratungsstelle der Bundesstiftung Mutter und Kind beraten, ob ihr Förderung für Erstausstattung erhalten könnt. Babyausstattung kann schnell teuer werden und wir wissen aus eigener Erfahrung, dass geringe Einkommen da schnell aufgebraucht sind.
  • Nicht alles von der Liste müsst ihr wirklich kaufen, sondern nur da haben. Was ihr nur kurz braucht, könnt ihr leihen – so spart ihr Geld und Ressourcen.
  • Achte vor allem bei den Kleidungsstücken auf Material und Qualität. Der eine Anzug kann noch so süß sein, aber wenn das Baby im Polyester schwitzt, wirst du ihn nicht oft verwenden. Kleidung mit Wolle- oder Seideanteilen reguliert die Körpertemperatur hingegen wesentlich besser.

 

Babykleidung (sowohl in 50/56 als auch in 62/68)
  • ca. 6-8 Wickelbodys, je nach Jahreszeit Lang- oder Kurzarm
  • ca. 3-4 Paar Socken
  • ca. 6 Wickeljacken (bzw. Pullover, aber die sind schwieriger anzuziehen)
  • ca. 6 Strampler
  • Mützen, eine dünne für drinnen und eine für draußen, je nach Jahreszeit
  • ca. 2-3 Schlafanzüge
  • Wollanzug für draußen in kühleren Jahreszeiten, die sind praktischer als Schneeanzüge
  • warme Schühchen für draußen
Babyschlaf
  • Babybett bzw. Beistellbett mit Matratze und 2-3 Bezügen (Nestchen, Himmel usw. brauchst du erst einmal nicht)
  • Schlafsack, in dem das Kind nicht überhitzen kann
  • Babyfon (je nach Größe der Wohnung)
  • evtl. ein großes Tuch zum Pucken, manche Babys brauchen nach der Geburt noch die Enge
Babypflege
  • Badeeimer oder Babybadewanne
  • Wickelmöglichkeit wie Wickeltisch oder Wannenaufsatz mit passender Auflage
  • Eimer mit Deckel, in dem du benutzte Windeln sammeln kannst
  • Grundausstattung an Windeln und Waschlappen (Feuchttücher brauchst du zu Hause nicht)
  • eine kleine Schüssel für den Wickeltisch, in der du warmes Wasser zum Wickeln transportierst
  • ca. 6-8 Spucktücher, die kann man immer für alles gebrauchen
  • Babynagelschere
  • Fieberthermometer
  • Badethermometer
  • Feuchttücher für unterwegs
Babytransport
  • Babyschale für das Auto
  • Babytrage oder Tragetuch
  • Kinderwagen mit wetterabhängigem Zubehör (Regen- oder Sonnenschutz, Reflektorstreifen, Decke für kühle Jahreszeiten)
Was man sonst noch kaufen könnte (optional)
  • Zubehör für Säuglingsnahrung, falls du nicht stillst
    • ca. 6 Flaschen mit zugehörigen Saugern
    • eine Flaschenbürste
    • Babykostwärmer/Fläschchenwärmer
    • Säuglingsnahrung
    • es gibt auch für Fläschchen viel Zubehör wie Sterilisatoren, Abtropfgitter usw. Diese sind praktisch, aber nicht zwingend notwendig
  • Stillkissen, wenn noch nicht aus der Schwangerschaft vorhanden
  • Heizstrahler für den Wickeltisch, vor allem in schlechter isolierten Wohnungen
  • Wickeltasche (normalerweise tut es aber jede beliebige Tasche)
  • Hochstuhl mit Neugeborenen-Einsatz, damit ihr beim Essen mal eine Hand frei habt. Ansonsten hat der Hochstuhl noch Zeit
  • Schnuller, aber hier am besten mit der Hebamme absprechen

 

Das ist alles?!

Ja, das ist im Grunde erstmal alles. Wenn du Listen im Internet suchst, wirst du oft direkt auf die Websites von Babymärkten o.ä. geleitet, die natürlich ihr Produktsortiment vorstellen möchten und gerne neue Kund*innen gewinnen. Auf diesen Listen stehen aber oft viele Dinge, die du nicht benötigst oder von denen du noch nicht wissen kannst, ob du sie brauchst. Deine Hebamme wird dir wertvolle Tipps geben, welche Zusätze du ins Badewasser geben solltest. Wir haben die ersten Monate beispielsweise nur Totes Meer Salz benutzt und keine Baby-Waschlotion gebraucht. Nestchen und süße Decken und Kissen haben in den ersten Monaten wegen der Erstickungsgefahr in Babys Bett gar nichts zu suchen und in den ersten Wochen wird es sehr wahrscheinlich noch nicht mit Spielzeug spielen – du hast also auch dafür noch genügend Zeit, wenn du dein Kind ein bisschen kennengelernt hast.

 

 

 

 

 

 

 

 

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