Baby, Nützliches, Studium mit Kind
Schreibe einen Kommentar

Freiräume schaffen – mein freier Vormittag die Woche

Das Handy vibriert, aber man kann trotzdem nicht rangehen.
Man hat abends einen Link zu einem Artikel gespeichert, den man nochmal lesen möchte und kommt doch nicht dazu.
Die Zeitschrift oder das angefangene Buch liegen schon seit Wochen nutzlos im Regal.

Diese Momente sind wohl vielen bekannt, egal ob mit Kindern oder nicht.
Oft bleibt dann das auf der Strecke, was man für sich selbst tun wollte – das ist sehr wichtig, rutscht aber in den Prioritäten schnell unter “Einkaufen” und “Putzen”, teilweise ja auch zu recht. Das Essen kocht sich nicht von alleine, die Wohnung muss sauber gehalten werden, irgendwoher muss ja auch das Geld kommen. Und wenn man wie wir ein Kind (oder mehrere) hat, die noch keinen Betreuungsplatz haben, ist die Aufmerksamkeit tagsüber sowieso woanders. Aber wo bleibt da der ganz persönliche Erholungs- und Entwicklungsanspruch?

Nach einem Jahr habe ich in den letzten Wochen immer stärker gemerkt, dass ich bewusste Pausen brauche und mir die auch tatsächlich in den Kalender schreiben muss, um sie einzuhalten. Manchmal möchte man einfach nur in Ruhe telefonieren, eine Serie schauen, ein Buch lesen – und das bei völligem Bewusstsein und nicht nach 21 Uhr.

Wir haben deshalb in unserem Wochenplan feste Zeiten vereinbart, in denen man alleine einfach mal das tun kann, was man möchte. Irgendwie ein bisschen wie “früher”, als man “nur” studiert und gejobbt hat. Meine ist am Dienstagmorgen.

Was ich dann mache?
Ich fahre zum Beispiel gerne früh in die Stadt, wenn die Geschäfte noch zu haben und mache einen Schaufensterbummel. Ich entdecke dabei immer wieder Neues, weil mein Blick nicht wie mit Kind nach schräg vorne unten gerichtet ist, sondern überall hinschweifen kann.
Dann gehe ich gerne einen Kaffee trinken und beobachte einfach Menschen, wohin sie gehen oder wie sie aussehen und genieße die Ruhe. Das ist auch eine gute Zeit, um Blogartikel zu schreiben oder im Internet nochmal nach Masterstudiengängen zu schauen, sich über Fernstudien zu informieren usw. Wir stecken gerade auch in den ersten Zügen eines neuen Engagements, für dessen Planung dann tatsächlich mal Zeit ist.
Letzte Woche habe ich noch ganz in Ruhe Spielzeug gekauft, ohne dabei noch koordinieren zu müssen, was E. alles entdeckt, wo sie ihre Mütze hinschmeißt usw.

Danach gehe ich noch mit einer Freundin für eine Stunde zum Pilates. Das hilft nicht nur dem Beckenboden, sondern auch den restlichen Körper und auch wenn man mit Kind den ganzen Tag unterwegs ist, ist gezielter Sport schon nochmal etwas anderes – und beim Hochschulsport kann man sich das als Studentin sogar leisten.

Nach diesen freien Vormittagen bin ich immer super entspannt, fühle mich besser und kann es kaum erwarten, mit E. auf dem Spielplatz zu toben. Dann geht nämlich der Papa an den Schreibtisch.

Ich würde nicht sagen, dass ich vor dem Kind super viel Zeit für bloßes Existieren hatte. Für das Studium musste immer was gelesen werden, man hatte immer eine blöde Vorlesung mit Anwesenheitspflicht, ich hatte Nebenjobs und Ehrenamt. Aber irgendwie hat man sie doch immer gefunden, diese freien Momente, in denen der Kopf einfach mal Sendepause hatte.
Auch wenn man das Spielen mit dem Kind nicht gerade mit dem Schreiben einer Klausur vergleichen kann, das Gehirn arbeitet unterbewusst doch die ganze Zeit: Ist die Steckdose gesichert? Hat E. was im Mund, was verschluckt werden könnte? Wann muss das Mittagessen fertig sein? Haben wir noch Obst?
Dazu arbeitet das Gehirn auch ganz präventiv, indem man reflexartig die Hände hinhält, bevor der Kinderkopf beim Sturz auf dem Boden landet. Man kommuniziert mit wenig Pausen und steht ständig unter Beobachtung. Das alles sind Anstrengungen, die ein Gehirn erstmal verarbeiten muss – bei durschnittlich 5-6 Stunden Schlaf keine einfache Aufgabe.

Dabei ist Entspannung wahnsinnig wichtig, egal, wie sie für den invidiuellen Menschen aussieht. Für mich bedeutet Entspannung zum Beispiel lesen und schreiben, während jemand anderes vielleicht lieber schlafen, spazieren oder eine Serie schauen würde.

Wie sieht es bei euch aus, habt ihr genügend Zeit für euch selbst und wie schafft ihr es, im Alltag mit Kind(ern) genügend Denkpausen zu finden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.