Kiel, Nützliches, Schwangerschaft & Baby
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Ist eine Stillgruppe etwas für mich?

“Nieeeeemals werde ich mit anderen Muttis im Kreis auf dem Boden sitzen und stillen”, habe ich immer gesagt. Vor anderen zu stillen, war für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Heute hört sich diese Aussage gar nicht mehr nach mir an, denn ich tue Woche für Woche genau das: in eine Stillgruppe gehen.

Doch warum? Was macht man da?
Ich habe zwei Versionen hier in Kiel getestet und würde meine Erfahrungen gerne mit euch teilen:

1) Stillgruppe im Krankenhaus
Bereits zwei Wochen nach E.s Geburt habe ich die Stillgruppe im Krankenhaus besucht, um Ratschläge für Stillprobleme zu bekommen. Die Stillgruppe dort wird von einer Stillberaterin geleitet, die auch auf der Wöchnerinnenstation nach der Geburt für Fragen zur Verfügung steht. Es gibt mehrere große Stühle, auf denen man gemütlich im Kreis sitzt und genügend (Still-)kissen, um es sich mit den Würmchen bequem zu machen.
Beim ersten Mal, als ich da war, war jedoch gerade die monatliche Beikostberatung und meine kleine Wurst und ich konnten damit noch nicht so viel anfangen. Zudem waren viele der Mütter mindestens einige Jahre älter als ich und es fühlte sich alles etwas “klinisch” an, roch eben genau wie die Station selbst.
Diesen Mittwoch war ich aber noch einmal da und habe mein Bild relativiert. Wir waren fünf Mütter mit fünf Babys, ich war mit 22 zwar wieder die jüngste, aber dieses Mal gehörte E. schon zu den “großen” Babys.
Ich konnte meine Fragen zu Stillhütchen stellen und im Vergleich mit den anderen Babys bestaunen, wie groß E. schon geworden ist. (Unglaublich – so klein war sie sicher nie ;))

Die Stillgruppe im Krankenhaus kostet 4 Euro pro Mal, dafür bekommt man aber Tee und Getränke sowie Obst und Kekse, so viel man möchte und profitiert von einer erfahrenen Stillberaterin. Hier gibt es wirklich für alle Fragen eine Antwort.

Alle paar Wochen gibt es neben der allgemeinen Stillberatung noch zusätzliche Angebote, so gibt es am ersten Mittwoch im Monat die Beikosteinführung und einen weiteren monatlichen Termin, an dem eine Physiotherapeutin anwesend ist.

2) Stillcafé in einer freien Einrichtung: bei Baby an Bord Sport
In dieser Einrichtung machen wir auch den Babymassagekurs und die Inhaberin ist zudem Kursleiterin beim Babyschwimmen.
Es gibt neben vielen weiteren Angeboten das Stillcafé, wo sich montags Mütter in sehr lockerer Atmosphäre mit ihren Kindern treffen können. Wir sind jedes Mal geschätzt 8-10 Mütter, der Raum ist wesentlich größer als der im Krankenhaus und wir sitzen auf Gymnastikmatten auf dem Fußboden, während die Babys in der Mitte liegen oder krabbeln. Dies trägt viel zur Gemütlichkeit bei. Im Stillcafé gibt es sowohl Neugeborene als auch Kinder, die schon sitzen und krabbeln können und man muss keine konkrete Frage haben, um kommen zu wollen.
Die Leiterin des Cafés ist selber Mama und kann von vielen Erfahrungen berichten. Zudem gibt es hier auch viel Raum für best-practice-Austausch unter den Mamas, jede wird so zur Expertin.

Für 3 Euro pro Mal gibt es auch hier Getränke, Snacks und Obst, so weit das Auge reicht. E. und ich gehen nahezu jede Woche hin.

Auch im Stillcafé gibt es zusätzliche Angebote, allerdings sind diese freier als im Krankenhaus. Vor kurzem war beispielsweise eine Trageberaterin da, momentan beschäftigen wir uns mit Beikost und nächste Woche kommt eine Kursleiterin von PEKIP- und DELFI-Kursen. Je nach Interesse können auch weitere Personen angefragt werden.

Ich werde bei weiteren Fragen zum Stillen oder später zum Abstillen sicher noch einmal bei der Beraterin im Krankenhaus vorbeischauen, jede Woche ist das aber nichts für mich.
Es gibt inzwischen in nahezu jeder Stadt Stillgruppen oder Stillcafés, teilweise werden diese direkt von Hebammen organisiert. Probiert einfach mal aus, ob das etwas für euch ist – so lernt man gleich Leute für eventuelle Krabbelgruppen kennen!

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