Kleinkind & Familienleben
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Jetzt bist du vier – irgendwo zwischen Kleinkind und Vorschulkind

Mutter und Tochter am Wasser sitzend

Unsere große Tochter ist in der letzten Woche vier Jahre alt geworden. Vier! Seit vier Jahren sind wir Eltern. Jahre, in denen wir alle so viel gelernt haben und in denen wir miteinander wachsen konnten.

Wie groß unsere Tochter ist, fiel mir unter anderem vorgestern auf, als wir neue Halbschuhe und Hausschuhe kaufen mussten. Wir gucken nämlich neuerdings nicht mehr in der Kleinkindabteilung. Es gibt keine Pom-Poms und keine Froddo-Hausschuhe mehr in ihrer Größe. Ein bisschen geht eine Ära zu Ende.

Ich weiß noch genau, wie es sich vor drei Jahren anfühlte, als aus unserem Baby ein Kleinkind wurde, als wir die ersten richtigen Schuhe kauften und das Geschenk zum 1. Geburtstag aussuchten. Es ging mir alles zu schnell, ich hätte das erste Jahr gerne noch bewusster erlebt und wir waren gespannt, was in den nächsten Jahren auf uns zukommen würde. Und plötzlich ist auch diese Kleinkindzeit schon wieder vorbei. Das merken wir sehr deutlich: Weniger Verständnisprobleme, mehr Kooperation, mehr Eigenständigkeit.

Zwischen Kleinkind und Vorschulkind: Was ist man denn mit vier?

Letztens habe ich gegoogelt, “was” man dann mit vier eigentlich ist. Kein Kleinkind mehr, aber auch noch kein Vorschulkind – irgendwas dazwischen. Genau dieses “Dazwischensein” trifft unseren momentanen Status auch ganz gut. Die Tage schwanken zwischen “Hoppe Hoppe Reiter” und sich alleine im Zimmer verbarrikadieren, um stundenlang Hörspiele zu hören und Barbie zu spielen. Es schwankt zwischen mit dem Babybruder in der Sandkiste Sand schippen und andere darauf hinweisen, ihren Müll gefälligst in den Mülleimer zu werfen.

Wir sind zwischen Peppa Wutz und dem Ponysitter Club, zwischen Rolf Zuckowski und Deine Freunde. Zwischen Teddybär und Glitzereinhorn, zwischen Grießbrei zum Abend und Pizza bestellen. Zwischen Abschiedsumarmung und “Du kannst jetzt gehen, Mama.” Zwischen Knete und Filzstift. Zwischen Fencheltee und Fanta.

Auch wir Erwachsenen sind irgendwie dazwischen: Froh darüber, dass spontane Frustausbrüche im Supermarkt schon länger passé sind und gleichzeitig aber auch noch nicht wirklich bereit, eine Schule auszuwählen. In einem Jahr müssen wir unser Kind für die Grundschule im Folgejahr anmelden, in Brandenburg werden nämlich alle Kinder eingeschult, die bis zum 30.09. sechs werden. Wir steuern stark auf die sogenannte Wackelzahnpubertät zu, wir geben das Kind alleine zum Spielen ab und schmeißen Geburtstagspartys mit Schatzsuche.

Wurzeln und Flügel und wir

Das richtige Mittelmaß zwischen den berühmten Wurzeln und Flügeln zu finden, fühlt sich gerade etwas schwer an. Wir haben noch nicht den einen Weg gefunden, um mit den alltäglichen Herausforderungen umzugehen, versuchen uns aber wie in den letzten Jahren weiterhin daran, die Regeln und Vorstellungen immer wieder an die Realität anzupassen. Manche Tage erfordern unsere vollste Aufmerksamkeit, ein Mitspielen und eine Einschlafbegleitung. Und an anderen Tagen werden wir einfach nicht benötigt. An manchen Tagen ist das Kind ganz groß und an anderen müssen wir doch die Klamotten wieder heraussuchen. Das ist okay. Hier muss niemand “schon groß” oder “kein Baby mehr” sein.

Ich habe im Gefühl, dass das ein sehr wildes Jahr wird. Und das nicht nur, weil bei uns bald ein Kita-Wechsel ansteht oder auch das Baby sehr bald kein Baby mehr ist. Unsere Familie bekommt durch die sich verändernden Interessen unserer Tochter erneut eine andere Dynamik. Das ist zwar manchmal anstrengend und unvorhersehbar, aber auch so, so aufregend.

Hoffentlich vergeht das Jahr nicht so schnell – für “fünf” bin ich noch nicht bereit.

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