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Mit dem Kind ins Ausland – welche Ausweisdokumente gibt es?

Neulich sind wir auf dem Rückweg von der Familie am Hamburger Flughafen vorbeigefahren und waren so in Urlaubsstimmung, dass wir am liebsten direkt rausgefahren wären. Wir hätten uns einfach an einen Schalter gestellt und geschaut, wohin wir Last Minute fliegen können. Natürlich hatten wir nicht genügend Geld für einen sorgenfreien Kurzurlaub auf dem Konto und auch unsere Reisepässe nicht dabei, aber allein die kurze Vorstellung davon hat in uns den Drang nach mehr spontanen Aktionen und Ausflügen ausgelöst. Dabei haben wir festgestellt, dass wir uns im vergangenen Jahr noch keine Gedanken darüber gemacht haben, wie wir eigentlich mit E. ins Ausland fahren können.
Man kann zwar mit Kind in der Regel erstmal über die Grenze und in europäische Nachbarstaaten fahren, wenn man allerdings zurückfährt und kontrolliert wird, kann es mit Kind ohne Ausweis schwierig werden. Darauf hätten zumindest wir keine Lust. 
Ich habe daraufhin angefangen zu recherchieren, wie die Ausweissituation von Kindern heutzutage ist und welcher Ausweis oder Pass für uns gerade am sinnvollsten ist.
Ein kleiner Hinweis: Als wir klein waren, gab es die Möglichkeit, dass Kinder mit in den Pass der Eltern eingetragen werden. Diese Regelung wurde 2009 außer Kraft gesetzt, seitdem benötigt jede Person einen eigenen Ausweis. Mit den alten Pässen konnte man zwar bis 2012 noch reisen, aber auch das ist mittlerweile fünf Jahre her. Hier also die aktuellen Möglichkeiten für euch zusammengefasst: 

1) Personalausweis

Kinder können seit 2007 ab Geburt einen Personalausweis bekommen. Während wir früher sehnsüchtig darauf gewartet haben, dass man endlich dieses eingeschweißte Stück Freiheit bekommt, fehlt dieser Zauber heutzutage. Für alle unter 24 Jahren kostet er fast 30 Euro und gilt dann 6 Jahre. Seit 2010 gibt es ihn in der praktischen, aber leicht zu verlierenden Scheckkartengröße. 

2) Reisepass

Die eierlegende Wollmilchsau unter den Ausweisdokumenten ist sicherlich der Reisepass, weil mit ihm die meisten Reisen problemlos möglich sind. Er kostet für alle unter 24 Jahren 37,50 Euro und gilt dann für 10 Jahre. Wir haben uns gegen den normalen Reisepass entschieden, weil wir es nicht als notwendig erachten, E.s Fingerabdrücke jetzt schon speichern zu lassen – noch reisen wir nirgendwo hin, wo wir das benötigen würden. 

3) Kinderreisepass

Der Kinderreisepass ist eine zusätzliche Option für Kinder unter 12 Jahren, er kostet 13 Euro und ist dann 6 Jahre gültig, danach kann man ihn noch einmal für 6 Jahre verlängern. Für ihn werden keine Fingerabdrücke erfasst, was natürlich bedeutet, dass man z.B. für die USA ein extra Visum benötigt. Aber wenn wir irgendwann mit Kindern in die USA fliegen, ist vielleicht auch noch Geld für einen “richtigen” Reisepass drin.
Da die Länder, die wir ganz eventuell in den nächsten Jahren bereisen werden, alle mit Kinderreisepass inklusive Foto möglich sind (z.B. Frankreich, Tschechische Republik, Polen, Dänemark, Bosnien-Herzegowina), haben wir uns für den günstigen Kinderreisepass entschieden. 
Online konnten wir einen Termin bei der Stadtverwaltung buchen, dort gab es dann eine kurze Diskussion über E.s Augenfarbe mit zwei Mitarbeiterinnen, die sich nur schwer einig wurden. Aber einen Tag später konnte ich den Pass schon abholen, da er im Gegensatz zu den anderen beiden Möglichkeiten nicht in der Bundesdruckerei, sondern vor Ort gedruckt wird.
Wann wir das erste Mal in die Verlegenheit geraten, ihn vorzuzeigen, wissen wir noch nicht. Es ist aber ein sehr schönes Gefühl, dass wir jetzt ein Ausweisdokument für E. haben und im Fall des Falles keine Diskussionen darüber führen müssen, ob das wirklich unser Kind ist.
Eine Übersicht über Einreisebestimmungen verschiedener Länder findet ihr unter diesem Link beim Auswärtigen Amt.

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