Nachhaltigkeit & DIY
Schreibe einen Kommentar

Nachhaltigkeit auf Reisen: #djhfairunterwegs in der Jugendherberge Warnemünde

Strand in Warnemünde

Am Wochenende war ich mit meinem Mann und beiden Kindern auf Einladung der deutschen Jugendherbergen in Warnemünde, um mich mit 15 anderen Bloggerinnen sehr intensiv mit dem Thema “Nachhaltigkeit auf Reisen” auseinanderzusetzen. Da wir teilweise auch verschiedene Perspektiven auf Nachhaltigkeit beim Reisen hatten, haben wir sehr spannende Diskussionen geführt und ein wirklich “nachhaltiges” Wochenende verbracht.

Dieser Beitrag entstand anschließend an eine Pressereise auf Einladung der Jugendherbergen. Daher Werbung.

Ich habe die Wahl: Wen unterstüze ich mit meiner Reise?

Wir waren nicht zum ersten Mal in Warnemünde. Im Februar, nach der letzten Prüfungsphase und pünktlich zu meinem Geburtstag, haben wir mit Freund*innen ein schönes Wochenende in einem Hotel dort verbracht. Dieses Mal habe ich den Ort allerdings noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennengelernt und möchte an euch weitergeben, mit welchen Aspekten von “Nachhaltigkeit auf Reisen” wir am Wochenende in Kontakt gekommen sind.

Zugegeben – vor diesem Wochenende habe ich zuletzt vor acht Jahren in einer Jugendherberge übernachtet. Als Familienurlaubsziel hatte ich sie auch gar nicht allzu sehr auf dem Schirm. Aber uns ist wieder einmal bewusst geworden, welche Stimme unser Geld auch bei der Wahl des Urlaubsortes hat. Wenn ich zum Beispiel in einer Jugendherberge übernachte, leiste auch ich einen Beitrag zu ihren Bildungsprogrammen, in diesem Fall auch im Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Gemeinsam mit der EUCC, der Küstenunion Deutschlands, wurde beispielsweise für mehrere Jugendherbergsstandorte die sogenannte Ostseekiste entwickelt, in der sich verschiedenste Bildungsangebote für Schulklassen befinden, die wir auch selbst ausprobiert haben. Auf spielerische Art kann hier der Ostseeraum kennengelernt oder der Strand daraufhin untersucht werden, was dort eigentlich alles nicht hingehört.

Eine Aufgabe der Ostseekiste: Verstehen, wo man überhaupt ist

Nachhaltige Verpflegung: Bio, regional und saisonal

Wir hatten während des Wochenendes eine Vollpension, die irgendwie nichts mehr mit den Erinnerungen an Jugendherbergen “damals” zu tun hatte. Es war sehr lecker und abwechslungsreich, mit vegetarischen und veganen Alternativen. Die Jugendherbergen, das wurde in unserem Gespräch mit der stellvertretenden Herbergsleitung sehr deutlich, bemühen sich sehr darum, ihre Gäste nachhaltig und gesund zu bewirten. Der Fokus liegt auf möglichst regionaler und saisonaler Bio-Kost. Das ist gut für Mensch, Umwelt und die Landwirtschaft vor Ort. Ein Mal in der Woche gibt es zudem einen Veggie-Day, an dem nicht einfach das Schnitzel fehlt, sondern an dem gesunde und nährstoffreiche Alternativen aufgezeigt werden. Es sind im Jahr 2019 ja eigentlich keine breaking news mehr, dass beispielsweise Rindfleisch sehr viele Ressourcen verbraucht.

Nachhaltiger Austausch: Institutionen in Rostock-Warnemünde

Wirklich nachhaltig im weitesten Sinne wurde unser Aufenthalt dadurch, dass wir mit sehr vielen Institutionen in Kontakt kamen, die vor Ort arbeiten und sich für den Schutz der Gebiete einsetzen. Der NABU Mittleres Mecklenburg erklärte uns beispielsweise, warum der künstliche Küstenschutz mit Maßnahmen wie dem Abtragen und Anspülen von Sand ein Problem sein kann und auch, weshalb die Trecker, die morgens den Warnemünder Strand nach Müll durchsieben, das Umweltsystem teilweise mitzerstören: Durch ihre Siebeinstellungen filtern sie zwar großen Müll, aber auch große Steine – Lebensraum für bestimmte Tiere – mit heraus. Und die Zigarettenfilter beispielsweise sind zu klein, bleiben im Sand und gelangen so ins Meer.

Meeresmüll an der Ostsee: Die Reste der vergangenen Jahrzehnte aufsammeln

Uns ist tatsächlich sehr viel Müll begegnet. Nicht nur die Zigarettenkippen am Strand, obwohl in Warnemünde zehn “Ostseeascher” hängen, dies ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Rostock und der EUCC, der Küstenunion. Um zu verstehen, warum Kippen so ein großes Problem und welche Giftstoffe in der Kanalisation so problematisch sind, habe ich euch hier einmal eine sehr gute (aber auch schockierende) Doku von planet.e (ZDF) verlinkt, in der auch Warnemünde vorkommt.

Einer von zehn Ostseeaschern in Warnemünde

Ebenfalls sehr beeindruckend waren auch die Funde, die der NABU uns präsentiert hat. Besonders oft werde Capri-Sonne angespült: Das Material ist leicht und weht daher schnell aus Sammelanlagen oder Mülleimern – und da es ein Verbundsstoff aus Alu und Plastik ist, braucht es mehrere Jahrhunderte, bis es sich in Einzelteile trennt. Die älteste Capri-Sonne, die Rebecca, eine Rangerin vom NABU in Warnemünde gefunden hat, hatte ein Mindesthaltbarkeitsdatum aus den 1990ern. Auch ein gar nicht so seltener Fund, so verrieten es die Blicke in Sammeleimer der Jugendherberge und des NABU, sind Wurstdosen aus Zeiten der in der Nähe stationierten NVA (die es seit 1990 nicht mehr gibt). Auch dies ist immer noch im Meer.

In letzter Zeit am Strand gefunden: Dosen von vor mindestens 30 Jahren.

Die Jugendherberge Warnemünde ist übrigens genauso wie der NABU oder das von Jugendlichen organisierte Projekt Cleaning with Meaning Teil des sogenannten Rostocker Meeresmüll-Stammtisches. Ich war sehr begeistert davon, wie viele verschiedene Organisationen sich hier zusammenfinden, um sich dem Thema Müll im Meer auf ganz verschiedene Weisen zu widmen.

Es ist noch viel Arbeit, unsere Gewohnheiten zu hinterfragen und einen wirklichen Wandel in der Gesellschaft hinzubekommen. Ich freue mich sehr, dass es auch hier auf dem Blog in Zukunft noch stärker um verschiedenste Aspekte des Themas “Nachhaltigkeit” gehen wird.

Hinterlasst gerne mal einen Kommentar, wo ihr das Gefühl habt, dass Nachhaltigkeit schwer umzusetzen ist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.