Schwangerschaft
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Schwanger auf dem Festival – Erfahrungen vom A Summer’s Tale 2018

Enthält weiterführende Links zum A Summer’s Tale-Festival (unbeauftragte Werbung)

Kann man schwanger noch auf ein Festival fahren? Und kann man das dann auch noch genießen? Diese Frage habe ich mir gestellt, seit ich im Frühjahr wusste, dass ich sowohl schwanger bin als auch Tickets für das A Summer’s Tale habe, das uns im letzten Jahr so gut gefallen hat. Da wir letztes Jahr einige Schwangerenbäuche auf dem Festivalgelände gesehen haben, wollte ich es zumindest probieren und so kam es, dass wir das vergangene Wochenende überwiegend draußen in der Lüneburger Heide verbracht haben – ich mittlerweile an der Grenze vom 7. zum 8. Monat.

Ganz unvorbereitet haben wir uns nicht auf den Weg gemacht: Statt zu campen, was wir ursprünglich mal vorhatten, haben wir uns sicherheitshalber ein Hotelzimmer in Lüneburg gemietet. Genau die richtige Entscheidung! Nicht nur war es sehr komfortabel, nachts nicht über den Campingplatz zur Toilette laufen zu müssen, auch bei der aktuellen Hitze wusste ich es doch sehr zu schätzen, den halben Tag im klimatisierten Zimmer verbringen zu können. Auf dem Campingplatz ohne Schatten hätte ich es sicherlich keine drei Tage ausgehalten, ein solches Back-Up kann ich euch also nur empfehlen. Bei vielen Hotels gibt es ja die Möglichkeit, bis zum Anreisetag kostenlos zu stornieren. Damit bleibt man flexibel, was das Wetter betrifft.

Schon als wir letztes Jahr das erste Mal mit E. auf ein Festival gefahren sind, wurden wir teilweise entgeistert angeschaut und haben immer gleich Bilder aus dem Werbevideo gezeigt. Dass das Festival “anders” ist als das, was man von Festivals im Kopf hat, merkt man dann spätestens bei der Anreise. Statt Dixi-Klos, Müll, sich entblößenden Menschen und zu viel Alkohol bei zu wenig Verträglichkeit gibt es auf diesem Festival so ziemlich genau das Gegenteil: Saubere und ökologische Toiletten, viel Nachhaltigkeit und Sauberkeit und überwiegend Familien oder Menschen, die eben diese anderen Festivals langsam hinter sich gelassen haben. Mir ist beispielsweise in den drei Tagen nicht ein einziger Mensch alkoholisiert unangenehm aufgefallen – vielmehr geht es um Achtsamkeit, Harmonie und gegenseitigen Respekt. Auch wenn man natürlich nie eine Garantie hat, lässt sich im Vorfeld durch die Wahl des jeweiligen Festivals schon viel für eine angenehme Erfahrung tun, man möchte ja weder angerempelt werden noch sich tagelang ekeln.

Auch wenn das Summer’s Tale größer wird, gab es noch immer genügend freie Fläche und Sitzmöglichkeiten. Schwanger ist das besonders wichtig, denn die Füße müssen zwischendurch immer mal wieder hochgelegt werden, Tanzen fordert Erholung und auch gegen Sodbrennen und Ähnliches hilft es, wenn man sich beispielsweise beim Essen hinsetzen kann. Es gab sowohl bei den Essensständen als auch auf dem Gelände, sogar im Bereich der Konzertbühne so viel Platz, dass man es sich gemütlich machen und gleichzeitig der Musik lauschen konnte. Was dem Summer’s Tale allerdings gefehlt hat, war der Schatten – ein paar Sonnensegel, beispielsweise im Kinderspielbereich hätten nicht geschadet.

Apropos Essen: Auch die Versorgung ist für Schwangere natürlich wichtig. Gerade bei den heißen Temperaturen ist es sehr schön, wenn es ausreichend Möglichkeiten gibt, Trinkwasser abzufüllen. Das Festival hat schon im Vorfeld dafür geworben, eigene Trinkflaschen mitzubringen und das Leitungswasser zu trinken, was ich immer sehr gut finde. Ein Festival ohne kostenlose Trinkwassermöglichkeit auf dem Gelände käme für mich nicht mehr in Frage. Auch wenn das Essen doch eher teuer war, so war es immerhin ein breites Angebot und viel gute Bioqualität – und man durfte sehr viel selbst mit aufs Gelände nehmen.

Alles in allem waren die Voraussetzungen für das Festival also nahezu perfekt und es war auch wieder sehr sehr schön. Wir haben zu Kettcar, Passenger und New Model Army getanzt, haben eine Lesung von Kathrin Weßling gehört, Sandra vom Blog Wortkonfetti und Freund*innen aus Kiel getroffen, im Kinderzelt gemalt und einen Workshop zu Plastikmüll besucht.

Die Tochter war sowieso begeistert und möchte gleich wieder zurück, doch nach drei Tagen merke ich natürlich auch die Anstrengung und das überdurchschnittlich viele Laufen doch sehr und lege seit zwei Tagen die Füße hoch. Diese Erholung brauche ich gerade auf jeden Fall. Schwanger auf ein Festival würde ich wieder machen – wenn das Festival passt, man sich viel hinsetzen und ausruhen kann und sich noch fit fühlt, kann das wirklich sehr schön sein!

 

 

 

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