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Unsere Semesterplanung – zwischen Steinen im Weg und offenen Fragen

Mittlerweile wissen wir beide endlich, wo wir im Sommersemester studieren werden. Ich werde den Master Germanistik in Potsdam anfangen, David Politikwissenschaften in Kiel. Wir hoffen, dass David zum Wintersemester nach Potsdam oder Berlin wechseln kann, ansonsten können wir mittlerweile nur noch darüber lachen, dass wir immer noch nicht am selben Ort studieren und es weiterhin kompliziert bleibt. Vielleicht muss man es als Zusatzqualifikation sehen und wenn mich irgendwann ein*e Arbeitgeber*in fragt, ob ich flexibel in den Einsatzzeiten und -orten wäre, könnte ich dies immerhin bejahen.
So wird natürlich auch die Planung des Semesters nicht einfacher. Ich habe zwar die Zulassung für Germanistik, werde aber erst dann vorläufig immatrikuliert, wenn ich eine Bestätigung vorlegen kann, dass alle Arbeiten aus dem Bachelor abgegeben sind. Bis dahin gibt es kein Semesterticket, keinen Zugang zum Kurswahlsystem und keinen Student*innenpreis in der Mensa. In Kiel läuft das anders, David ist bereits vorläufig immatrikuliert. 
Wir haben jetzt mit allen Dozent*innen der Kurse, die wir belegen möchten/müssen Kontakt aufgenommen, ich muss mich ja irgendwie bemerkbar machen, dass ich auch mitspielen möchte. Dabei können wir natürlich nicht alle Kurse belegen, die uns interessieren, wir müssen uns die Tage wieder aufteilen. An den Tagen, an denen David in Kiel ist, kann ich keine Kurse in Potsdam belegen, solange die Kinderbetreuung nicht geklärt ist. 
Wahrscheinlich werde ich Montag, Dienstag und Mittwoch zur Uni gehen, David Mittwoch und eventuell Donnerstag, dazu versucht er, ein Blockseminar zu bekommen. Freitags teilen wir uns die Schreibtischzeit wieder auf, die Nebenjobs kommen irgendwie dazwischen mit in den Wochenplan.
Spannende Sache, Davids Blockseminar! Seinen Zugang zum Onlineportal hat er erst seit dem Wochenende, die meisten Kurse waren schon voll. Er hat also dem Dozenten vom Blockseminar eine Mail geschrieben, warum es für ihn sehr wichtig ist, dieses Seminar zu bekommen. Wir müssen für das Stipendium eine gewisse Anzahl an ECTS-Punkten pro Semester schaffen, das geht momentan eigentlich nur mit dem Blockseminar, sonst wäre David drei Tage die Woche in Kiel. Der Dozent vergibt die Plätze “der Fairness halber” jedoch strikt nach Warteliste und ignoriert damit meiner Meinung nach die Familienfreundlichkeit der CAU, denn üblicherweise können an familienfreundlichen Universitäten Studierende mit Kindern bei der Kurswahl besonders berücksichtigt werden. David hat also den Familienbeauftragten der Fakultät um Rat gefragt, dieser hat den Dozenten um ein Gespräch gebeten. Und was kam raus? Der Dozent lehnt das Gespräch ab. 
Ganz ehrlich? Mal wieder frage ich mich, warum die Uni das Zertifikat als familienfreundliche Hochschule hat, wenn es immer wieder so viele Mitarbeitende ignorieren. Wie kann man es sich denn leisten, ein Gespräch mit dem Familienbeauftragten abzulehnen? Ich hatte in Deutsch und Geschichte in den letzten Jahren überwiegend Glück, hatte sehr verständnisvolle Dozent*innen und habe ja schon einmal darüber geschrieben, dass mein Nebenjob als studentische Hilfskraft auf jeden Fall bewiesen hat, dass es an der Uni sehr familienfreundlich zugehen kann. Aber auch ich hatte Dozent*innen, die keinerlei Rücksicht genommen haben und denen die Situation der Studierenden – ob nun mit Kindern, zu pflegenden Angehörigen oder sonstigen Besonderheiten – einfach egal war. Dabei sind die meiner Erfahrung nach gerade die Studierenden, die mit klaren Vorstellungen in Seminaren sitzen und die Zeit, die sie dort haben, so effektiv wie nur möglich nutzen.
So bleibt es bei uns weiterhin spannend, welche Kurse wir tatsächlich belegen werden. Am schwierigsten ist gerade noch die Frage, wie wir die Kurse schaffen, die wir mittwochs zur selben Uhrzeit haben. Das wird noch eine kleine Herausforderung und ich hätte gerade wirklich gerne Hermines Zeitumkehrer. 
Während ich die vielen neuen Kurse vorbereiten muss, schreibt David noch seine Bachelorarbeit. Zum Glück war die letzten Tage Davids Mama da, so konnten wir mal gleichzeitig an den Schreibtisch.  #relationshipgoals

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  1. Respekt, wie ihr euch Mühe gebt und hoffentlich auch alles super meistert. Dieser Artikel spricht mit Sicherheit vielen jungen Eltern aus der Seele. Leider ist es oftmals gar nicht so einfach neben einem kleinen Liebling auch noch zu studieren, aber ihr wirkt gut organisiert und fest entschlossen! Sehr gut und viel Kraft noch weiterhin!

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