Schwangerschaft & Baby
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Vater- und Muttertag ohne Bollerwagen und Frühstück am Bett

Bestes Wetter an Vatertag
Vergangene Woche gab es gleich zwei Tage, die sich in das Leben als Familie einschleichen und plötzlich einen Platz beanspruchen: Den Vater- und den Muttertag. Man kennt sie zwar schon seit der Kindheit, doch man stand selber dabei nie im Mittelpunkt. 
Ich persönlich muss auch sagen, dass mir die Herausstellung dieser Tage nicht sonderlich zusagt. Meine Mama hat es nicht nur an diesem Tag verdient, dass man ihr sagt, wie lieb man sie hat. Ich habe sie an allen anderen Tagen genauso lieb. 
Vor allem aber finde ich, dass die Instrumentalisierung des Muttertages im Dritten Reich die Aktion von der Grundidee entfernt hat. Auch die “Erfinderin” des Muttertages hat sich im Nachhinein davon entfernt.
Und Vatertag? Ursprünglich war es eher ein Herrentag und hatte mit der Ehrung des Vaters an sich eher wenig zu tun. Heute heißen die Tage aber so ähnlich, dass man Ähnliches assoziiert. 
Auch meinen Papa habe ich an allen Tagen gleich lieb, daran ändert ein Feiertag nichts.

Jetzt sind wir aber selber Vater und Mutter, die anscheinend an diesen Tagen etwas feiern können. Doch wie macht man das? Ich berichte euch einmal von unseren Erlebnissen:
Vatertag
Vatertag bedeutete in meinem Freundeskreis früher immer eine große Party am Strand in meinem Heimatdorf. Immer mit guten Freund*innen, leider immer auch mit vielen Chaoten. Lauter Halbstarke, die grölend mit dem Bollerwagen von Dorf zu Dorf ziehen, viel zu viel Alkohol trinken und letztendlich eine Schlägerei anzetteln. Von ihnen ist sicherlich höchstens 1% bereits Vater. Statistisch gesehen, gibt es an Vatertag überdurchschnittlich viele Schlägereien und alkoholbedingte Verkehrsunfälle und ich habe aus bisheriger Erfahrung keinen Anlass, diese Statistik in Frage zu stellen. 
Als ich letztes Jahr schwanger war, fiel es uns also nicht schwer, uns für die Arbeit und gegen die Feierei zu entscheiden. 
Dieses Jahr also die Frage: Geht David auf Vatertagstour oder nicht? Gehen wir zusammen los und lassen E. bei Oma und Opa? Wir haben uns letztendlich gegen beides entschieden und das war genau die richtige Entscheidung. 
David saß tagsüber am Schreibtisch und hat an seinen Hausarbeiten gearbeitet, während ich mit E. auf dem Stoffmarkt in der Innenstadt war – sie braucht schließlich neue Pullover. Auf dem Weg in die Stadt bin ich dann ein paar Vatertagsgruppen begegnet, plötzlich war das alles sehr befremdlich. Alleine mit Baby unterwegs, während lauter Typen rufen? Nicht die komfortabelste Situation, aber es verlief alles ohne Zwischenfälle und ich war schnell beim Stoffmarkt angekommen. Dort das totale Kontrastprogramm: Nur Schwangerenbäuche und Kinderwagen. Direkt am Platz ist ein Park, in dem E. und ich dann mit vielen anderen Familien saßen, hier war alles schön angenehm. Nach ein paar Stunden hat David uns abgeholt und wir sind gemeinsam in den Abendstunden spazieren gegangen. Und ist es nicht genau das, was an Vatertag geschehen sollte? Männer freuen sich darüber, dass sie Papa sind – und verbringen den Tag mit der Familie. 
E. bei Papa in der Manduca
Muttertag
Was hat mich der Muttertag in den letzten Wochen genervt! Er wird genauso für die Werbung genutzt und regelrecht kommerziell ausgeschlachtet wie jedes andere große Event (zum Beispiel Fußball-EM) auch, man konnte ja kaum noch Schoki ohne Aufdruck kaufen. 
Mein persönliches Highlight: Die Werbung von Scholl. Alles muss zum Muttertag gekauft werden, egal ob Gesichtspflegeprodukt, Schokolade oder eben Fußpflegesets. Dabei ist es nicht das, worauf es als Mutter ankommt. All die Kraft, die man in ein Kind investiert, inverstiert man glaube ich nicht, um dann ein Mal im Jahr Schokolade zu bekommen. Man macht es aus Liebe. Und da reicht dann ein Wort, egal an welchem Tag im Jahr. Gerne auch an jedem. 
Was ich mir allerdings gewünscht habe: Frühstück ans Bett. Aber das wünsche ich mir eigentlich jeden Tag. 
Wir waren am Muttertag also in Potsdam, wo wir im Sommer hinziehen wollen. Nachdem ich meine Mama angerufen habe und ihr gesagt habe, dass ich sie sehr lieb habe, gab es ein schönes Hotelfrühstück, dann haben wir die Umgebung um unsere neue Wohnung erkundet und den Tag schließlich mit einem alkoholfreien Bier ausklingen lassen. Ganz ohne große Aufregung und Stress. 
Auch wenn E. mir noch kein Bild malen kann, habe ich gemerkt, dass sie mich auch sehr doll lieb hat. Ich hoffe, dass sie nie das Gefühl hat, dass sie mir ein Bild malen muss, damit ich das merke. 
Also? 
Also kann man sagen, dass die Tage ziemlich spurlos und vielleicht auch “langweilig” an uns vorübergegangen sind. Wir haben weder große Aktionen gemacht noch Geschenke gekauft. Die Tage waren eine entspannte Version von ganz normalen Tagen – und genau das hat es schön gemacht, Mama & Papa zu sein. 
Bier – geht auch gut alkoholfrei

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