Kleinkind & Familienleben
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Weihnachtstraditionen: Dieses Jahr ist alles etwas anders.

Weihnachtstraditionen: Bild von selbstgebasteltem Tannenbaumschmuck

In diesem Jahr fühlen sich Weihnachten und Weihnachtstraditionen anders an als sonst. Vielleicht liegt es an den sieben Grad Außentemperatur, vielleicht aber auch noch an viel mehr. Lange habe ich versucht, herauszufinden, was mich davon abhält, in völlige Weihnachtseuphorie zu verfallen und gestern fiel es mir dann endlich ein: Dies ist das letzte Weihnachten in unserer kleinen Familie, das irgendwie so wird wie die vergangenen Jahre.

Im nächsten Jahr wird sich unser Leben nämlich wahrscheinlich einmal auf den Kopf stellen. Weihnachten fällt ja ungünstigerweise mit dem Jahresende zusammen und während ich seit einer Woche an den Reflektionen des Jahres sitze, fällt mir auf, dass so vieles noch unabgeschlossen ist. Dass unter so vieles noch kein Schlussstrich gezogen werden kann. Und dass niemand sagen kann, wo und wie wir nächstes Jahr Weihnachten feiern. Wir wissen ja nichtmal, ob wir dann noch hier wohnen.

Mein Mann wird in den nächsten Monaten sein Masterstudium beenden. Ich folge dann im Sommer. Bei uns beiden führt das Studium nicht zu einer konkreten Tätigkeit, deshalb gibt es ungefähr mindestens 50 Möglichkeiten, was wir für Jobs haben werden, wenn wir in einem Jahr wieder einen Weihnachtsbaum irgendwo aufstellen. Vielleicht in dieser Wohnung, vielleicht in einer größeren, vielleicht in dieser Stadt, vielleicht in Berlin, vielleicht sonstwo. Wären wir einfach “nur” zwei Menschen, die gerade ihr Studium beenden, wäre das wahrscheinlich furchtbar aufregend. Wir aber hoffen auf eine größere Wohnung in dieser Stadt. Denn mit zwei Kindern, die hier ihre Kita-Plätze haben und der ganzen Verantwortung, die damit einhergeht, können große Ungewissheiten manchmal schon etwas erschreckend sein. Und diese Gedanken lassen sich nicht für drei Tage besinnliches Fest komplett abschalten.

Dieses Jahr ist (fast) alles anders.

Und weil dadurch alles gerade irgendwie ein bisschen anders und im Umbruch ist, sieht auch Weihnachten anders aus als sonst. Wir haben in den letzten vier Wochen erneut festgestellt, wie wichtig es ist, dass es uns als Familie gut geht und wir uns jetzt nicht verlieren. Ein Beispiel? Ich habe überhaupt nicht mitbekommen, dass David seine Masterarbeit angemeldet hat, weil ich nach einer Weisheitszahn-OP ein paar Tage angeschlagen im Bett lag. Da ist der Austausch irgendwie auf der Strecke geblieben. Aber genau das holen wir jetzt nach.

Wir fahren deshalb zum allerersten Mal überhaupt während der Weihnachtsfeiertage nicht zu unseren ganzen Familienteilen, sondern verbringen alle Feiertage zu viert hier, teilen uns dann noch zwei Schreibtisch-Tage auf und fahren erst Ende der Woche los. Das fühlt sich komisch an, aber für dieses Jahr ist es richtig. Der Weihnachtsmann wird unserer Tochter unter anderem zwei Spiele bringen, die wir hier gemeinsam entdecken und die Tage damit füllen können. #slowdownjustalittle

Was wir in diesem Jahr auch nicht geschafft haben, ist unser ganz persönlicher Adventskalender: 24 Filme und Serienepisoden mit Weihnachtsthema. Dieses Jahr sind wir noch schlechter davor als letztes, weil abends die Zeit zu oft fehlt, um einen Film anzuschauen. Aber den Klassiker mit Kate Winslet und Cameron Diaz haben wir natürlich schon abgehakt.

Heiligabend und 1. Weihnachtsfeiertag: Der Weihnachtsmann kommt dieses Jahr etwas später

An Heiligabend werden unsere Tochter und ich zum Kindergottesdienst in die Kirche gehen, weil es mir wichtig ist, dass sie weiß, warum dieses Fest überhaupt gefeiert wird und warum es so viele Geschenke gibt. Danach werden wir unser Weihnachtsessen zubereiten, immerhin eine der Konstanten in den letzten Jahren. Seit unserem ersten Weihnachten damals zu dritt kochen wir an Heiligabend das gleiche Essen. Und danach, wenn unser Sohn im Bett ist, werden wir einen Weihnachts-Kinderfilm schauen und auch ins Bett gehen. Ohne Geschenke.

Der Weihnachtsmann kommt dieses Jahr nämlich ein bisschen später, um uns allen etwas Stress an den Feiertagen zu nehmen. Ich musste ihm eine Nachricht schicken, er kommt hier dieses Jahr erst am 25. Dezember in den frühen Morgenstunden. Wir haben lange überlegt und festgestellt, dass die Abende hier in den seltensten Fällen entspannt sind. Zwei aufgedrehte Kinder im Geschenketrubel wären sicherlich nicht entspannter, von einem gemeinsamen Essen mal ganz zu schweigen. Deshalb haben wir gemeinsam mit unserer Tochter die Bescherung auf den nächsten Morgen verschoben, mit einem ganzen Tag zum Auspacken und Spielen und Entdecken, ohne dass es spät wird, jemand den Vogel aus dem Ofen holen muss oder einer müde ist. Wir werden sehen, ob wir das als neue Tradition beibehalten werden, in den nächsten Jahren sehe ich da auf jeden Fall noch eine Chance.

Frohe Weihnachten euch!

Mit dieser Motivation, dem Finden von eigenen Traditionen und dem Reflektieren dessen, was als Familie gerade benötigt wird, möchte ich mich hier auf dem Blog für das Jahr 2019 bedanken. Vielen Dank für alle von euch, die hier regelmäßig vorbeischauen, die die Artikel und Rezensionen lesen, die hier oder auf Instagram mit im Austausch stehen oder auch auf persönlichem Wege Gedanken teilen. Im nächsten Jahr, wenn das Studium vollbracht ist, wird sich zeigen, in welche Richtung sich der Blog weiterentwickelt. Ich freue mich auf alles, was noch kommt!

Habt schöne Weihnachten, wenn ihr sie feiert, habt einen für euch angemessenen Jahresausklang und startet gut in’s neue Jahr. Und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber wie in den letzten Jahren auch ist mir eins am Ende besonders wichtig: Weihnachten ist das Fest der (Nächsten-)Liebe. Das Fest des Wunders und des Zusammenrückens, des Obdach-Bietens und des Teilens. Egal, wo unser Gegenüber herkommt. Lasst uns das nicht vergessen.

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