Schwangerschaft & Baby
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Wir sind jetzt vier!

Seit zwei Wochen sind wir hier zu viert – Ende Oktober ist unser Sohn O. in Berlin zur Welt gekommen. Im Vorfeld haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie das Leben mit zwei Kindern wohl werden würde und konnten es uns nicht so richtig vorstellen. Das war wahrscheinlich auch gut so, denn mit Kindern kommt ja doch immer alles anders, als man denkt.

Es ist verrückt, statt ein Kind nun Kinder zu haben. Viel ernster und erwachsener, momentan viel mehr zu Hause und viel weniger flexibel. Während unsere Tochter vorher eine 2:1-Betreuung hatte und wir uns Aufgaben immer aufteilen konnten, ist jetzt jede*r immer mit einem Kind beschäftigt und die Stunden des Tages rasen nur so davon. Gemeinsame Mahlzeiten sind aktuell eher Mangelware, meistens wacht der Babysohn genau dann auf und möchte ebenfalls versorgt werden, auch zum Haushalt kommen wir kaum. Ich bin mir sicher, dass sich ein gewisser Rhythmus und eine Routine mit den Wochen einstellen werden und wir versuchen daher, so gelassen wie möglich an die neuen Herausforderungen zu gehen und uns alle in der neuen Konstruktion erst einmal zu finden. Das klingt allerdings leichter, als es ist.

Neun, fast zehn Monate lang war dieser kleine Mensch, der jetzt neben mir liegt, in meinem Bauch. Ist darin gewachsen, hat sich an unsere Stimmen gewöhnt und mich überall hin begleitet. Jeden Tag habe ich die Tritte und Bewegungen gespürt und einen ersten Eindruck von seinem Temperament gewonnen. Es ist allerdings ein merkwürdiges Gefühl, dass man noch so gar keine Ahnung hat, was in dem kleinen Kopf mal vorgehen mag und wie der Sohn sich entwickeln wird. Gerade im Kontrast zur großen Tochter, die alle Wünsche klar äußern kann und schon so eine gefestigte Persönlichkeit hat, hinterlässt das manchmal ein ratloses und abwartendes Gefühl. Kaum vorstellbar, dass er in drei Jahren ebenso mit uns diskutieren wird. Das geht mir alles jetzt schon zu schnell. Über zwei Wochen sind schon wieder vorbei und haben gefühlt nicht länger als ein Augenzwinkern gedauert.

Während dieses Augenzwinkerns war ich hauptsächlich damit beschäftigt, das Baby anzugucken und zu stillen. O. sieht seiner Schwester sehr ähnlich und so viele Situationen sehen sehr vertraut aus – wie er schläft, wie sich die Augen wegdrehen, wenn er einschläft, der Gesichtsausdruck bei Hunger. Wenn er dann noch E.s alte Klamotten trägt, bin ich oft damit beschäftigt, Fotos zu machen und zu vergleichen: Wessen Handinnenflächen sind das? Wessen Füße? Wie sieht die Nase aus? Und wo sind noch Unterschiede?

Die nächsten Jahre werden wie im Flug vergehen. An vieles werden wir uns nicht erinnern können, oft werden wir an unsere Grenzen stoßen und im Nachhinein werden wir uns fragen, wie wir die Tage alle verbracht haben. Weil wir das diesmal schon vorher wissen, gibt es in meinem Bullet Journal für jeden Monat eine Seite für Erinnerungen mit den Kindern, die ich nicht vergessen möchte. Und es ist verrückt, für Oktober den winzigen Fußabdruck von O. neben die Kindergarten-Arbeit von E. zu kleben, die sie mit Nadel und Faden gefertigt hat.
In diesem Sinne: Herzlich Willkommen, kleiner Mann – wir haben lange auf dich gewartet und freuen uns auf jede gemeinsame Stunde!

 

 

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