Nützliches, Studium mit Kind
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Zeit für mich

Stillen, Windeln wechseln, Brei kochen, Windeln wechseln Spaziergänge machen, Stillen, Windeln wechseln, Spielen, Windeln wechseln, Stillen, Vorsingen, ins Bett bringen, … Und schon ist der Tag wieder um!

Das letzte halbe Jahr mit E. ging verdammt schnell rum – und ich habe nicht wirklich das Gefühl, viele andere Dinge getan zu haben. Ich habe jede einzelne Minute mit E. genossen und sie wirklich gerne mit ihr verbracht. Lange hat es gedauert, bis ich mich damit wohlgefühlt habe, das Haus mal für ein paar Stunden zu verlassen.
Bereits vier Wochen nach der Geburt saß ich wieder im Hörsaal (teilweise mit E.), kurz darauf habe ich wieder angefangen, in meinem tollen Nebenjob an der Uni zu arbeiten.
Diese Stunden hatten zwar nicht direkt etwas mit dem Baby zu tun, es war aber auch nicht wirklich Zeit für mich.

Mit Kind zu studieren bedeutet, den normalen Alltag weiterzuleben. Wenn man sich für ein Urlaubssemester entscheidet, ist es nochmal anders – aber ich hatte nahezu dieselbe Semesterwochenstundenzahl wie im Semester davor, inklusive Praktikum und Hausarbeiten (die immer noch eher schleppend vorankommen). Das ist nicht wirklich entspannend.
Als ich E. nicht mehr mit in die Vorlesung nehmen konnte, weil sie sich zu langweilen begann, war das meine “babyfreie Zeit”. In diesen Stunden gehen andere Mamas zum Sport, ins Kino oder ins Café.
Auch wenn ich wirklich froh bin, studieren zu können und gerne lerne, so richtig erfüllt haben mich diese “freien” Stunden nicht. Es ist schön, in der Zeit sein Gehirn zu benutzen (eingängige Kinderlieder lassen dies bisweilen etwas einrosten), aber manchmal darf es auch etwas Entspannung sein.

Da Sport mit Kreuzbandriss eher eingeschränkt möglich ist, habe ich mich zunächst auf die Suche nach einem Hobby gemacht, das mich kreativ erfüllt.
Wie so viele junge Mütter habe ich – Überraschung – angefangen zu nähen, denn mit dem Produkt meiner Kreativität kann ich immerhin etwas anfangen. E.s Kleiderschrank hat sich um einige schicke Hosen und Accessoires erweitert, als nächstes sind Pullover und Anzüge dran. Wann immer es sich ergab (das war leider nicht soo oft), saß ich in den vergangenen drei Monaten an der Nähmaschine.
Babyhosen zu nähen macht aber auf Dauer auch nicht glücklich, wenn man wie ich mit Ungeduld gesegnet wurde. Daher lautet das nächste Level: Nähen für mich.

Sechs Wochen lang besuche ich freitags einen Nähkurs hier um die Ecke. Drei Stunden lang kann ich mich mit anderen Nähbegeisterten austauschen, Neues lernen, den Kopf abschalten und gestalten. Es beruhigt mich sehr, dass ich innerhalb von drei Minuten zuhause sein könnte, wenn doch etwas schiefgeht – das ist bisher aber noch nicht passiert.

Ein maßgeschneidertes Kleid für mich – nach den Figurschwankungen und dem “Nicht-Reinpassen” genau das Richtige! 

Nicht jedes Hobby ist mit einem Student*innenbudget mal eben so machbar. Daher eins zur Zeit. Ich bin ganz froh, dass mein Nähkurs ein kleines Loch in meine Kasse reißt – denn so bin ich gezwungen, auch wirklich hinzugehen, gerade wenn ich mal lieber auf der Couch bleiben oder durch den Park spazieren würde. Ansonsten wäre das Geld zum Fenster herausgeworfen.

Das Thema Sport wird als nächstes angegangen: Nach der Rückbildung folgt nun die Physiotherapie für das Knie, danach geht es wohl wieder (mit oder ohne E.) ins Schwimmbad. Ich habe schon von tollen Neos für Babys gehört 😉

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